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The Devil’s Backbone (VÖ:25.02.03)

Original

El Spinoza del Diabolo (Spanien 2001)

Laufzeit

103 Minuten (PAL)

Studio

Kinowelt

Regie

Guillermo del Toro

Darsteller

Eduardo Noriega, Marisa Paredes, Federico Luppi, Inigio Garces u.v.a.

Bildformat

1.85:1 Widescreen (16:9)

Ton

DD5.1 Deutsch, Spanisch

Untertitel

Deutsch, Englisch, Französisch, NL

Extras

Making of, Interview, Behind the Scenes u.m.

Preis

ca. 25 € (Ladenpreis)

Bewertung

 1 / 2 / 3 (Bild/Ton(DD/DTS)/Extras)

                             “Der Teufel hat Rückgrat!”

Wenn Sergio Leone jemals einen Geisterfilm gedreht hätte, wäre sicherlich so etwas wie “The Devils Backbone” dabei herausgekommen. Das Regisseur Guillermo del Toro selbst ein riesengroßer Fan des fantastischen Kinos ist, hat er nicht zuletzt mit seinen Filmen wie “Cronos”, “Mimic” und auch “Blade II” bewiesen. Der vorliegende Film ist allerdings weitaus weniger kommerziell angelegt als die letztgenannten Filme von del Toro. Angesiedelt im spanischen Bürgerkrieg erzählt er die Geschichte des zwölfjährigen Carlos. Als Waisenknabe landet er unfreiwillig in einem alten Gemäuer, in dem andere elternlose Kinder ihr Dasein fristen. Vom Bürgerkriegsgetümmel bekommen die Kinder in ihrer abgelegen Zuflucht aber wenig mit. Nur eine riesige Blindgänger-Bombe auf dem Hof zeugt von der latent drohenden Gewalt. Doch auch innerhalb der Mauern des Waisenheims lauert anscheinend das Grauen. Immer öfter erblickt Carlos ein geisterhaftes Kind, das ihm prophezeit, dass viele der Bewohner sterben werden. Darunter befinden sich der fiese Aufpasser Jacinto, die verkrüppelte Eigentümerin Carmen, der alte Doktor Casares sowie die hübsche Conchita. Ahnungslos und verängstigt versucht Carlos bald hinter die Geheimnisse des Waisenhaus zu kommen. Doch seine Entdeckungen bringen ihn und seine kindlichen Gefährten immer mehr in Gefahr. Mit starken Charakteren, einer großartigen Cinematographie von Guillermo Navarro und einer brillianten Auflösung fügt del Toro dem ziemlich durchsichtigen Geisterfilmgenre ein hochkarätiges Juwel hinzu. “The Devil’s Backbone” ist einer der wenigen raren Momente des Kinos, wo ein Genre wirklich weiterentwickelt und verbessert wird. Wer wirklich glaubt, dass “The Sixth Sense” das Nonplusultra in Sachen moderner Geistergeschichten-Erzählung sei, sollte sich mit diesem Meisterwerk eines besseren Belehren lassen. Statt platter Spukerei gibt es hier richtig ernste Themen auf den Tisch, die allerdings durch übernatürliche Geisterhände zu einem bitteren Finale geführt werden. Guillermo del Toro hat sich mit diesem Meisterstück die Lorbeeren eines ernstzunehmenden Filmemachers abseits klassischer Genreprodukte erworben.

Der anamorphe Widescreen Transfer (1.85:1) von “The Devil’s Backbone” ist ein echter Augenöffner. Die Vorlage ist völlig makellos und kann in voller Pracht in allen Kategorien punkten. Schärfe und Kontrast sind schon fast übernatürlich gut, während die dunkel-ocker anmutende Farbpalette alle Nuancen frei und fein entfalten kann. Der Schwarzlevel ist mehr als tief und bietet trotzdem noch Platz für viel Details an dunklen Stellen. Die Kompression arbeit ebenfalls fleißig mit und bietet ein stabiles und ruckelfreies Bild. Ein Bildrauschen oder Artefaktbildung ist nicht existent. Besser geht’s kaum. Hervorragend.

Wie bei Geisterfilmen nicht anders zu erwarten spielt der Ton natürlich eine große Rolle. Subtil ist in diesem Fall das Wort der Stunde. Mit seicht atmosphärischen Momenten lassen der deutsche und spanische Ton alle Kanäle der Anlage arbeiten. Als agressiver Mix ist “The Devil’s Backbone” trotzdem nicht zu bezeichnen. Die Balance zwischen der solid eingesetzten Musik, Soundeffekten und den Dialogen ist gut. Keine störenden Überlappungen behindern die Verständlichkeit oder natürlichen Klang. Zudem ist die deutsche Synchronisation des auf Spanisch gedrehten Films wirklich gut gelungen. Ein ordentlicher Track, der ohne Mankos seine Arbeit macht.

Kinowelt hat sich auch die Mühe gemacht, ein paar Extras für die DVD zusammenzustellen. Leider ist dabei der hervorragende Audiokommentar von Regisseur Guillermo del Toro und Kameramann Guillermo Navarro der US-DVD nicht enthalten. Dafür gibt es ein knapp 20-minütiges “Making of”, das leider aus den ebenfalls vorhandenen “Behind the Scenes”-Aufnahmen (ca. 12 Minuten) und dem “Interview mit Guillermo del Toro” (ca. 14 Minuten) zusammengeschnitten ist. Somit gibt es natürlich einige viele Überlappungen, aber jedes Segment bietet eigene Elemente, die in den anderen Abteilungen nicht vorhanden sind. Trotzdem schade. Inhaltlich bewegen sich die Features auf überdurchschnittlichem Niveau. Mit Informationen über die Entstehungsgeschichte des Films sowie die Arbeit mit Akteuren können die Extras schon glänzen. Neben einigen Filmstoryboards gibt es auch noch den Trailer des Films auf Deutsch und auf Spanisch zu sehen.

Fazit:

Ein wirklich gelungener Beitrag zum Geisterfilmgenre erhält durch Kinowelt eine würdige Umsetzung. Schmerzlich wird nur der audiokommentar der US-DVD vermisst. Trotzdem eine mehr als lohnenswerte Anschaffung. Da verblassen auch “The Sixth Sense” oder “The Others”.

20.01.2003 Kay Pinno.

Test-Equipment

Player: DENON DVD 2800

Receiver: DENON AVR 3801 (DTS-ES/Dolby Digital EX)

TV: GRUNDIG (16:9), 82-er Bildröhre.

 

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