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0-9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Ä-Ü

Donnie Darko

Original

Donnie Darko (USA 2001)

Laufzeit

108 Minuten (PAL)

Studio

mcone

Regie

Richard Kelly

Darsteller

Jake Gyllenhaal, Jena Malone, Drew Barrymore, Patrick Swayze u.v.a.

Bildformat

2.35:1 Widescreen (16:9)

Ton

DTS Deutsch  DD5.1+DS Deutsch, Englisch

Untertitel

Deutsch, Englisch

Extras

2 Kommentare, Making of, zus. Szenen u.m.

Preis

ca. 20 € (Ladenpreis)

Bewertung

 1 / 1- / 1  (Bild/Ton/Extras)

                     “Kleinstadt im Universumsbruch!”

Auf den ersten Blick passiert in der verschlafenen amerikanischen Kleinstadt Middlesex etwa folgendes: Donnie Darko, ein ganz gewöhnlicher Teenager, wird nachts durch merkwürdige Visionen heimgesucht. Ein menschengroßer Hase mit dem Namen Frank erscheint ihm und gibt bekannt, dass in 28 Tagen, 6 Stunden, 42 Minuten und 12 Sekunden die Welt untergehen werde. Am nächsten Morgen wacht Donnie auf dem örtlichen Golfplatz mit den genannten Zahlen auf seinem Arm auf. Er ist offensichtlich auf Schlafwandeltour gewesen. Währenddessen stürzte eine Flugzeugturbine auf sein Haus. Vom dazugehörigen Flugzeug fehlt jede Spur. Erst einmal geht für Donnie der Schulalltag weiter, aber die Merkwürdigkeiten bleiben bestehen. Der Hase Frank erscheint ihm weiterhin, er kommt in Kontakt mit seltsamen Zeitreisetheorien und ein Fernsehpsychotherapeut tritt in sein Leben. Da ist auch seine Psychologin überfordert. Alles was in den vorangegangenen Zeilen steht, findet in Richard Kellys Film “Donnie Darko” zwar statt, aber damit wäre sein Werk genauso treffend beschrieben, wie der Hinweis hilfreich wäre, dass die einzelnen Bestandteile von Nitroglycerin ungefährlich sind. “Donnie Darko” ist kein Film der Klarheit. Die Ereignisse haben eine mystisch faszinierende Qualität, der man sich nur schwer entziehen kann. Tatsächlich hat man das Gefühl, an übergeordneten Vorgängen teil zu haben, die eine nahezu religiöse Qualität entwickeln. Eine der großen Fragen des Films behandelt auch den Sinn der Gottsuche. In ähnlicher Weise wirkt “Donnie Darko”. Man kann zwar keinen eindeutigen Beweis für den wirklichen Sinn der Handlung finden, aber man kann auch die Möglichkeit, dass es ihn gibt, nicht völlig ausschließen. Dementsprechend kann man zu dem Film nur dieselbe Haltung annehmen, die man gegenüber Gott annehmen kann. Entweder man hat ihn erfahren oder man muss Agnostiker bleiben.

Erneut hat mcone ein sehr erfreuliches Produkt auf den Markt gebracht. Die DVD weist in punkto Bildschärfe keine Schwächen auf. Detailreich präsentiert sich der Film in wunderschöner Qualität. Vor allem die Farbwiedergabe ist kräftig ausgefallen. Sattes Grün und Blau zieren den Fernsehbildschirm ohne irgendwelche blassen Einsprengsel. Rauschmuster sucht man ebenfalls vergeblich und das leichte Nachziehen hier und da kann man getrost verschmerzen.

Auch beim Ton landet die DVD in der oberen Liga. Für die räumliche Wirkung muss im Wesentlichen der Filmscore sorgen, da es sich bei Donnie Darko nicht um einen Film handelt, der auf die offensichtlichen Surroundeffekte geht. Daneben gibt es aber auch immer wieder atmosphärische Geräusche, die einen effektiven Raumklang erzeugen. Auch bei dieser DVD gilt, dass es keine nennenswerten Unterschiede zwischen der deutschen und der englischen 5.1-Spur gibt.

Gleich zwei Audiokommentare zieren die aufwendig gestaltete DVD. Auf dem ersten erzählen Regisseur Richard Kelly und Darsteller Jake Gyllenhaal einiges über das Donnie Darko-Universum. Diejenigen, die bis dahin noch große Schwierigkeiten mit dem Film haben, dürften hier etwas Aufklärung erhalten. Eine restlose Klärung liefern die beiden natürlich nicht, weil der Film anders angelegt ist. Erläuterungen wechseln sich mit kleinen Anekdoten ab, so dass der Track zu den besten Vertretern seiner Gattung gehört.

Auf dem zweiten Audiokommentar sind ebenfalls Regisseur Richard Kelly, die Produzenten Sean McKittrick und Nancy Juvonen sowie die Darsteller Drew Barrymore, Jena Malone, Mary McDonnell, Holmes Osborne, Katharine Ross, Beth Grant und James Duval zu hören. Erstaunlicherweise geht der Track nicht in allgemeinem Gelächter der Beteiligten unter, die tatsächlich alle gleichzeitig vor dem Mikrophon sitzen. Abwechselnd bringen die einzelnen Leute Interpretationen des gerade ablaufenden Geschehens zu Gehör. Daneben erinnert man sich an einige Anekdoten während der Dreharbeiten oder witzelt herum. Insofern liefert der Kommentar eine geringere Informationsfülle als der erste, aber er führt die dort begonnene Richtung weiter.

Die Doppel-DVD-Edition ist nur in der Tin-Box erhältlich, welche als edle Verpackung durchaus hübsch anzuschauen ist. Dennoch muss die Frage erlaubt sein, warum die Doppel-DVD nicht auch in einer weniger aufwendigen Verpackung erhältlich ist, die dann etwas günstiger verkauft werden könnte.

Auf der zweiten DVD bilden die 20 entfallenen Szenen das Herzstück des Bonus-Materials. Alle Szenen lassen sich auch mit einem Kommentar des Regisseurs Richard Kelly abspielen, der jedoch schwankend ist. bei manchen Szenen kommentiert er nur, dass man die Szene aus Tempogründen schneiden musste, zum Geschehen selbst sagt er nichts. Zu einigen Szenen hat er allerdings auch mehr zu sagen. Bei den Deleted Scenes handelt es sich zumeist um relativ kurze Schnipsel, wobei die längsten um die 3 Minuten 30 Sekunden dauern. Einige Beiträge sind verlängerte Versionen im Film enthaltener Ereignisse. Unter den 20 Szenen befinden sich allerdings auch einige sehr zentrale Stücke, die keinesfalls unter der Schere landen durften. Sie klären zwar auch nicht die offenen Fragen, aber sie charakterisieren das aufgebaute Universum in einer Weise, das ihr Fehlen im fertigen Film nur noch als merkwürdige Fahrlässigkeit empfunden werden kann. Unter anderem sieht man, wie Drew Barrymore als Lehrerin den Schülern eine Literaturverfilmung zeigt (Zeichentrick), die eine Parabel erzählt, in der die Hasen für die Menschheit stehen. Wenn man nun an Frank, den Hasen denkt, ist mehr als klar, dass die hier genannte Szene nicht fehlen darf. Der DVD sei Dank, dass man sie nachgeliefert bekommt.

Die 15 Interviews mit Cast und Crew erweisen sich demgegenüber als wenig lohnenswert. Es handelt sich um Set-Interviews, die selten länger als ein Minute sind und kaum Neues bringen.

Das kurze Behind the Scenes-Material ist auch nicht besser.

Die Sektion “Cunning Visions” zeigt die Infomercials des Fernsehtherapeuten in voller Länge und auf voller Bildschirmgröße. Dazu gibt es auch einen Audiokommentar, der in seiner Absurdität nur schlecht beschreibbar ist und zu den besten Einfällen der DVD gehört.

Darüber hinaus enthält die DVD auf Texttafeln das Zeitreise-Buch Roberta Sparrows, das im Film eine zentrale Rolle spielt, einige Bildergalerien, Trailer, Hintergrundtexttafeln zu Themen, die im Film eine Rolle spielen und (sehr schön!!) die isolierte Filmmusik.

Fazit:

Richard Kelly hat mit “Donnie Darko” sicherlich einen der ungewöhnlichsten Filme der letzen Zeit gemacht. Die merkwürdige Mischung aus Science-Fiction, Teenager-Drama und Kleinstadtbeschreibung lässt einen zwar etwas ratlos aber in jeden Fall fasziniert zurück. Wer sich den Film zulegt, sollte schon zur Tin-Box greifen, da mindestens vier der 20 Deleted Scenes essenziell sind.

24.02.2004 Stefan Dabrock.

Test-Equipment

Player: PANASONIC A-150

TV: LOEWE (4:3), 70-er Bildröhre.

    0-9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Ä-Ü

    Donnie Darko Director’s Cut

    Original

    Donnie Darko (USA 2004)

    Laufzeit

    128 Minuten (PAL)

    Studio

    mcone

    Regie

    Richard Kelly

    Darsteller

    Jake Gyllenhaal, Jena Malone, Drew Barrymore, Patrick Swayze u.v.a.

    Bildformat

    2.35:1 Widescreen (16:9)

    Ton

    DTS Deutsch  DD5.1 Deutsch, Englisch

    Untertitel

    Deutsch, Englisch

    Extras

    Kommentar, Making of, Darkomentary u.m.

    Preis

    ca. 20 € (Ladenpreis)

    Bewertung

     2+/ 1-/ 1 (Bild/Ton/Extras)

                                           “Becks Bunny!”

    Meine erste und bis dahin einzige Begegnung mit “Donnie Darko” hatte ich an einem frühen Sonntagmorgen auf dem Fantasy Filmfest anno 2001. Dort wurde der Film wahrscheinlich zum einzigen Mal in der originalen Erstfassung von Richard Kelly gezeigt, denn auch der auf dieser DVD vorhandene Director’s Cut stellt eine neue, etwas veränderte Version dar - aber dazu später. Der stark gekürzten Fassung, die letztlich das Licht der Kinosäle erreichte, hatte ich mich anschließend bewusst verweigert, da sie die komplexe Erfahrung, die der der Film zu bieten hat, sicher nur bruchstückhaft transportieren konnte. Die apokalyptische Teenager-Vorstadtwelt von Donnie Darko (Jake Gyllenhaal), dem eine Hasenkreatur namens Frank das Ende der Welt prophezeit, hinterläßt auch heute noch ein benebeltes Gefühl wie nach einer durchzechten Nacht. Die esotherische Liebesgeschichte des Teenager-Außenseiters einer typisch amerikanischen Mittelstandsfamilie verbindet die klassischen Elemente eines cleveren Teeniefilms mit dem Gedanken eines manipulativen Paralleluniversum und Zeitreisen. Das ganze wird noch unterstrichen von einer dauerhaft präsenten, leicht morbiden Depri-Stimmung mit Tendenz zur Suizidgefährdung. Die bittersüß-romantische Auflösung des pandimensionalen Hokuspokus ist dabei an triefendem Selbstmitleid eines sich deplaziert und unverstanden fühlenden Teenagers kaum noch zu überbieten. Besonders die phantastischen Elemente werden in dem neuen Director’s Cut mit neu eingefügten visuellen Elementen - einschließlich den Auszügen aus einem Buch über Paralleluniversen - deutlicher hervorgehoben. Kellys originale Fassung hatte da nur den Hasen Frank und die seltsamen “Dimensionsschläuche” zu bieten. Dennoch wird der Film dadurch nicht oberflächlicher. “Donnie Darko” bleibt ein faszinierendes Stück Kino, das vielleicht ein bisschen zu clever für sich selbst ist und den Nerv einer ganz bestimmten Teenager-Generation trifft.      DonnieDarkoDCbild1

    Wie schon bei der Kinofassung (siehe oben) ist auch das anamorphe Bild (2.35:1) des Director’s Cut eine erfreuliche Angelegenheit. Die Vorlage ist so ziemlich fehlerfrei und nur einige wenige kleine Bildpunkte tauchen ab und zu auf. Schärfe und Kontrast sind recht gut, wenngleich der Film insgesamt den Eindruck macht, mit einem etwas seltsamen, weichen Filter aufgenommen worden zu sein. Die Farben sind sehr kräftig und unterstützen prächtig den etwas unnatürlichen Stil des Films. Der Schwarzlevel ist ebenfalls tief, aber nicht zu detailreich. Die dunklen Sequenzen sind zudem ein wenig milchig. Kompressionsartefakte oder Hintergrundrauschen treten nicht auf.      DonnieDarkoDCbild2

    Das aufgemotzte und veränderte Sounddesign bringt die neue Fassung im DD5.1 Track voll zur Geltung. Die vielen kleine Elemente, die sich auf die Tonspur geschlichen haben, werden hübsch hier über die gesamte Soundstage verteilt und liefern wahrlich einen mehrdimensionalen Eindruck. Die Musik kommt ebenfalls kräftig aus allen Surroundkanälen, während die Dialoge immer gut verständlich aus dem Centerkanal kommen. Der effektive Einsatz der ambienten Effekte ist eine gute Probe für die heimische Anlage, die mal zeigen kann, wie gut sie auch die kleinen Surroundklänge darstellen kann.

    Auch der Director’s Cut von Donnie Darko wird wieder in einem hübschen Tin-Case ausgeliefert, in dem dann die normale DVD-Hülle des Films zu finden ist. Zu den beiden Scheiben gesellt sich ein informatives Booklet, das speziell auf die neue Fassung von “Donnie Darko” und die zahlreichen Veränderungen eingeht. Den Film begleitet ein neuer Audiokommentar mit Regisseur Richard Kelly und seinem Freund und Regie-Kollegen Kevin Smith, der als Interviewer und Fan des Films fungiert. Von Filmemacher zu Filmemacher plaudern zu über Kelly spezielle Herangehensweise an den Film, die kuriose Historie seiner Entstehung, die Unterschiede zur alten Fassung sowie über den Comic-Hintergrund von Donnie Darko, bei dem die beiden Gesprächspartner den Titelhelden glaubhaft zum Superhelden stilisieren. Auch die unterschiedlichen Lesearten der Rolle und Funktion des Paralleluniversums und seiner Verbindungen in die “reale Welt” lassen die gewitzten Sprecher nicht außer acht. Dieser Track ist sicherlich ein Muss für “Donnie Darko”-Fans, da Kelly hier ganz offen über seine Konzeption und die unterschiedlichen Inkarnationen seiner Philosophie spricht. Trotz des detaillierten Gesprächs wird der Track dabei nie langweilig, da Kevin Smith die Konversation immer mit cleveren wie lustigen Bemerkungen und Beobachtungen im Fluss hält.

    Auf der zweiten Scheibe befinden sich sämtliche anderen Extras des Sets. Das 53-minütige “Making of” entpuppt sich als gefilmtes Produktionstagebuch, bei dem unkommentierte Aufnahmen vom Set und von den Vorbereitungen aneinandergereiht werden. Optional kann dazu ein Audiokommentar von Kameramann Steven Poster (in den Menüs wird fälschlicher Weise Richard Kelly als Sprecher genannt!!!!) angehört werden, der dem wirren Treiben ein wenig Sinn gibt. Eine Granate ist allerdings der Abschluss der Dreharbeiten, bei der Jake Gyllenhaal eine besonders obskure wie lustige Imitation eines Riverdance-Tänzers hinlegt. Eindringlich gewarnt sei vor der 13-minütigen “Darkomentary”. Für einen Wettbewerb hat sich ein Extrem-Fan selbst mit einer Videokamera portraitiert und gewonnen. Sofern dies kein Fake ist (was die Sache nicht besser machen würde!!!), gehört dieser kranke Sozialfall allerdings ernsthaft in psychiatrische Behandlung und sein ekelhafter wie überflüssiger Videoschrott nicht auf diese Scheibe. Die 15 Kurz-Interviews mit Hauptdarstellern und Crew, die kommentierten “Cunning Visions”-Werbespots, die Auszüge aus dem ‘Filmbuch’ “The Philosophie of Time Travel” und die separate Filmmusik von Michael Andrews gehörten schon zu den Extras der alten DVD (siehe oben). Neu sind dagegen die Dokumentation “They made me do it”, die über eine besondere Ausstellung von Künstlern berichtet, die von “Donnie Darko” inspirierte Werke malten. Unter “Wissenswertes” findet man auf Texttafeln noch ein paar Grundlagen zu den Theorien von Stephen Hawking, die tragische Historie des 80-er Jahre Kultgefährts DeLorean und zu guter letzt noch Anmerkungen zur Kurzgeschichte “The Destructors”, die ebenfalls im Film vorkommt. Zudem gibt’s noch eine Fotogalerie und das originale Musikvideo der Tears for Fears zu “Mad World” zu sehen.

    Fazit:

    Der Director’s Cut von “Donnie Darko” wird die bestehende Fangemeinde sicherlich spalten. Dennoch kann diese verlängerte und “eindeutigere” Version gut neben der vorhandenen Kinofassung existieren. Für die DVD gilt so ziemlich das gleiche: Besitzer der alten Special Edition können getrost zur neuen Scheibe greifen, ohne sich verprellt vorzukommen, da die kompletten Deleted Scenes und die alten Audiokommentare schließlich nicht auf dem neuen Set vorhanden sind. Aber egal ob alter Hase oder “Donnie Darko”-Neueinsteiger - die Doppelscheibe von mcone ist auf jeden Fall den Kauf wert. Dringend empfohlen.

    19.10.2005 Kay Pinno.

    Test-Equipment

    Player: PIONEER DV668-AV

    Receiver: DENON AVR 3801 (DTS-ES/Dolby Digital EX)

    TV: GRUNDIG (16:9), 82-er Bildröhre.

     

      Impressum