Die Bewohner von Arkham sind gestraft. Da fackelte vor 100 Jahren ein aufgebrachter Dorf-Mob den finsteren Joseph Curwen (Vincent Price) wegen vermuteter Hexereien ab und schon taucht ein entfernter Nachfahre namens Charles Dexter Ward (ebenfalls Price) samt Anhang in dem abgelegenen Nest auf. Doch nicht nur das. Auch die Nachfahren des Dorf-Mobs müssen sich mit schrecklichen Missbildungen bei ihren Kindern herumschlagen. Das kommt Herrn Ward zwar spanisch vor, aber was soll schon in so einer nebulösen Gemeinde passieren? Jedenfalls nicht viel mehr als in dem unheimlichen Schloss, dass ihm sein Vorfahre hinterlassen hat. Dort herrscht schließlich immer noch der Geist von Curwen und ergreift nach und nach Besitz von seinem noch lebenden Verwandten. Das merkt nicht nur seine Frau Ann (Debra Paget), sondern auch die Dorfbevölkerung. In seinem geheimen Verlies nimmt Curwen/Ward wieder seine schaurige Arbeit auf, um seine alte Geliebte wieder zu erwecken und seine Rache an den Dorfbewohnern vorzubereiten. Wird sich der aufgebrachte Dorf-Mob noch rechtzeitig zusammenrotten können, um das Böse abzuwenden? Nicht nur der deutsche Titel wirkt bei diesem Roger Corman Werk verwirrend (gibt es doch eigentlich weder eine Folterkammer noch einen richtigen Hexenjäger!!!). Auch der englische Titel “The Haunted Palace” diente nur der Einreihung in Cormans erfolgreiche Poe-Verfilmungen. Eigentlich handelt es sich aber um die Geschichte “The Case of Charles Dexter Ward” von H.P.Lovecraft . Da sich Lovecraft zu dieser Zeit wohl nicht so gut verkaufen ließ wie Poe wurde dieser gedehnte Titel verwendet. Für den Film selbst spielt das aber kaum eine Rolle. Wie immer stilvoll von Corman mit viel Nebel inszeniert sorgt “Die Folterkammer des Hexenjägers” für ein wohlig-nostalgisches Gruselgefühl. Vincent Price ist in seinem Element und kann in der wundervollen Doppelrolle wieder alle Register seines Könnens ziehen. Dafür bleibt die Spannung dem Film ein wenig fern, da sich der Schrecken wenig überraschend präsentiert. Auch die geheime Kraft hinter dem Treiben von Curwen wirkt besonders aus heutiger Sicht eher komisch als schrecklich. Durch die äußerst gelungene Atmosphäre des klassischen Gothic-Horrors wird “Die Folterkammer des Hexenjägers” nicht zur Folterkammer für den Zuschauer.  In einem wunderschönem anamorphen Widescreen-Transfer (2.35:1) kann der Corman-Grusler seine volle Pracht entfalten. Die Vorlage wurde weitestgehend von Spratzern und Dreckspuren befreit. Trotz einer ganz seichten Weichzeichnung bietet das Bild eine hohe Detailgenauigkeit. Selbst in den vielen Nebelszenen bleibt die Schärfe konstant. Die Farben sind kräftig aber nicht überbetont. Die Mischung aus pastellfarbenen Brauntönen und eher blauen Hintergründen kommt hier voll zur Geltung. Der Schwarzlevel ist sehr tief und verhinderte schwächende Milchigkeit. Die Kompression ist gut und lässt keine Artefakte oder zusätzliches Bildrauschen aufkommen. Ein richtig guter Transfer für einen alten Film.  Der in Deutsch und Englisch vorliegende Monoton bleibt im Vergleich zum Bild doch eher im Nebel. Wo der deutsche Ton noch richtig aufgeräumt wurde, ist auf der englischen Tonspur ein deutliches Brummen im Hintergrund zu hören. Die Dialoge sind ansonsten klar und verständlich, während sich die Soundkulisse etwas dumpfer und altbacken gibt. Das Rauschen wurde auf beiden Tonspuren minimiert. Eine Surroundaktivität ist logischerweise nicht vorhanden. Ein ordentlicher Monotrack, der durch das Brummen beim englischen Ton etwas getrübt wird. Das essentielle Extra auf dieser DVD ist ein elfseitiger Auszug aus dem hervorragenden Vincent-Price-Buch “Die Kontinuität des Bösen” von BUIO-OMEGA-Club Mitglied Robert Zion. Hier werden die Motive und Hintergründe von “Die Folterkammer des Hexenjägers” recht ausführlich diskutiert. Ansonsten gibt’s noch einen Trailer, zwei alternative Vorspänne und Infotafeln zu Vincent Price, Roger Corman, Lon Chaney jr. sowie Debra Paget zu bewundern. Fazit: Ein stimmungsvoller Eintrag in die Edgar Allan Poe-Reihe wird von e-m-s mit einem tollen Widescreen-Transfer belohnt. Trotz einem Brummen auf der englischen Tonspur ist die DVD uneingeschränkt zu empfehlen. 11.09.2003 Kay Pinno. Test-Equipment Player: DENON DVD 2800 Receiver: DENON AVR 3801 (DTS-ES/Dolby Digital EX) TV: GRUNDIG (16:9), 82-er Bildröhre. |