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Godzilla vs. Mechagodzilla II

Original

Gojira tai Mekagojira  (Japan 1993)

Laufzeit

108 Minuten (PAL)

Studio

Marketing

Regie

Takao Okawara

Darsteller

Masahiro Takashima, Ryoko Sano, Megumi Odaka, u.v.a.

Bildformat

1.85:1 Widescreen (16:9)

Ton

DD5.1 Deutsch  DS Deutsch, Englisch

Untertitel

Deutsch

Extras

Entstehung des Monsters 1, Making of, u.m.

Preis

ca. 20 Euro (Ladenpreis)

Bewertung

 3- / 2- / 3-  (Bild/Ton(DD/DTS)/Extras)

Godzilla vs. Spacegodzilla

Original

Gojira tai Spacegojira (Japan 1994)

Laufzeit

108 Minuten (PAL)

Studio

Marketing

Regie

Kensho Yamashita

Darsteller

Jun Hashizume, Zenkichi Yoneyama, Megumi Odaka, u.v.a.

Bildformat

1.85:1 Widescreen (16:9)

Ton

DD5.1 Deutsch  DS Deutsch, Englisch

Untertitel

Deutsch

Extras

Entstehung des Monsters 2, Trailer, u.m.

Preis

ca. 20 Euro (Ladenpreis)

Bewertung

 3- / 2- / 3-  (Bild/Ton(DD/DTS)/Extras)

Godzilla vs. Destoroyah

Original

Gojira tai Destroyah (Japan 1995)

Laufzeit

103 Minuten (PAL)

Studio

Marketing

Regie

Takao Okawara

Darsteller

Tatsumi Takuro, Megumi Odaka, Akira Nakao, u.v.a.

Bildformat

1.85:1 Widescreen (16:9)

Ton

DD5.1 Deutsch  DS  Deutsch, Englisch

Untertitel

Deutsch

Extras

Entstehung des Monsters 3, Trailer, u.m.

Preis

ca. 20 Euro (Ladenpreis)

Bewertung

 3- / 2- / 3-  (Bild/Ton(DD/DTS)/Extras)

  “Ambivalente Monster, Drogenrausch und Meisterstück”

           Drei Godzilla-Filme aus den 90-ern

Mit seiner 3-DVD-Godzilla-Box (“Godzilla vs. Mechagodzilla II”, “Godzilla vs. Spacegodzilla”, “Godzilla vs. Destroyah”) schließt das Label Marketing Film eine erste Lücke um die Abenteuer des sympathischen Riesenmonsters, indem es noch nie in Deutschland veröffentlichte Werke herausbringt. Im 1993 gedrehten “Godzilla vs. Mechagodzilla II” entdecken japanische Forscher auf einer Insel ein merkwürdig großes Ei. Sogleich taucht der Flugsaurier Rodan auf, um die Menschen daran zu hindern, das wertvolle Stück für Untersuchungen abzutransportieren. Doch bevor es richtig gefährlich wird entsteigt Godzilla dem Meer und attackiert Rodan. Während die beiden Giganten sich einen ordentlichen Kampf liefern, bringen die Menschen unbemerkt das Ei per Schiff von der Insel weg. Auf dem Festland schlüpft zur Überraschung aller ein kleiner Godzilla aus dem Ei. Sein großer Bruder befindet sich ebenfalls bereits auf dem Weg, um den Kleinen aus der Hand der Menschen zu befreien. Gleichzeitig versucht die G-Force, eine Einheit, die sich um die Bedrohung der Menschheit durch Godzilla kümmern soll, mit Hilfe einer neuen Superwaffe, dem Mechagodzilla II, gegen das Monster vorzugehen. Der Mechagodzilla II ist eine lebensgroße Nachbildung von Godzilla mit einem hitzebeständigen Schild gegen die gefährlichen Strahlen sowie einem Diamant ausgestattet, der die Strahlen bündeln und mit doppelter Energie zurückwerfen kann. Für Puristen wird es sicher ein Frevel sein, dass Godzilla nicht wie all die Jahre zuvor, radioaktive, grüne Strahlen ausstößt, sondern stattdessen rote. Hat man sich mit solchen Kleinigkeiten aber abgefunden kann man einen Film bewundern, der erstaunlich ambivalent mit der Zeichnung der Monster umgeht. Es gibt hier keine klare Grenze zwischen guten und bösen Kreaturen. Vielmehr erweist sich Godzilla, von der Menschheit hier als gefährlich eingestuft, lediglich als treusorgender Papi, der seinem Nachwuchs zu Hilfe kommt. Damit ist er weder echte Bedrohung noch eindeutig gut, sondern ein Wesen mit nachvollziehbaren Instinkten. Dieser ernste Ton paart sich mit einer zum Teil sehr verworrenen Geschichte, in der es nicht an wunderbar gefilmten Action-Sequenzen und faszinierenden technischen Einfällen auf Seiten der Menschen mangelt. Da die Effekte ebenfalls sehr gelungen sind, erweist sich “Godzilla vs. Mechagodzilla II” als würdiger Vertreter der Monsterfilmreihe, in dem ein berührend fürsorglicher Godzilla als Hauptdarsteller mit eigener Lebenswelt in Szene gesetzt wird. Lediglich das Telpathie-Medium Miki Saegusa kann auf menschlicher Seite in punkto Sympathie mit Godzilla mithalten.

Miki ist es dann auch, die im 1994 entstandenen “Godzilla vs. Spacegodzilla” die Menschheit vor einer weiteren Zerstörungsorgie Godzillas bewaren soll. Mit Hilfe des sogenannten T-Projektes plant die G-Force, den sympathischen Echsengiganten, zu kontrollieren. Miki soll auf der Heimatinsel des Monsters ihre telepathischen Kräfte spielen lassen, so dass Godzilla keinen Unfug mehr anstellen kann. Gleichzeitig rast aber eine viel größere Bedrohung auf die Erde zu. Spacegodzilla, eine Art außerirdischer und böser Verwandter unseres Monsters, nähert sich dem blauen Planeten. Natürlich landet er direkt auf der bekannten Insel, wo sich auch sofort ein Kampf entwickelt. Aber damit hat Spacegodzilla noch nicht genug. Schnurstracks läuft er auf die nächste, größere japanische Stadt zu, um sie kaputt zu machen. Jetzt sind sowohl G-Force, die bereits wieder eine neue Waffe entwickelt hat, als auch Godzilla gefordet, des fiesen Weltraumankömmling zu bekämpfen. Neben wunderbaren Monsterkämpfen, die an spaßiger Grimmigkeit nichts zu wünschen übrig lassen, wirkt “Godzilla vs. Spavegodzilla” wie der relaxte Drogenrausch eines waren Godzilla-Fans. So taucht an einer Stelle vor Miki ein gold-schimmernder Schmetterling auf, der sich sofort als Zusammenschluss von vier kleinen, geflügelten, humanoiden Wesen entpuppt, welche die Telepathin vor der Gefahr aus dem Weltall warnen. Solche absurden visuellen Visionen werden nur noch durch die Erklärung getoppt, wie Spacegodzilla entstanden ist. Eine Wissenschaftlerin erläutert, dass ins All gelangte Godzilla-Zellen von einem schwarzen Loch aufgesaugt und aus einem weißen Loch wieder ausgestoßen wurden. So entstand im Verbund mit der Kristallenergie der Sterne die ungewöhnliche Mutation. Wie sollte es auch anders sein? Ziemlich dumm von uns nicht selbst darauf gekommen zu sein. Zusammen ergeben die Elemente einen spaßigen Godzilla-Film, der nicht enttäuscht.

Das Meisterstück der drei Filme aber ist “Godzilla vs. Destroyah” aus dem Jahre 1995. Hier erscheint gleich zu Beginn ein kranker Godzilla in Hong Kong. Er glüht am ganzen Körper und qualmt wie ein brennendes Haus. Schnell haben die Menschen eine Erklärung dafür gefunden. Godzilla hat inzwischen anstelle eines Herzens eine Art Atomreaktor, der kurz vor der Kernschmelze steht. Derartig unter Druck geraten wütet er aufs fröhlichste in China. Gleichzeitig laufen durch Tokio andere Mutationen, deren Aufgabe es zu sein scheint, Menschen zu töten. Nachdem das Militär immer mehr dieser unangenehmen Plagegeister in die ewigen Jagdgründe verfrachtet hat, taucht der Ursprung der gemeinen Monster auf. Destroyah ist eine riesige Mutation, die beim ersten Einsatz gegen Godzilla durch eine Verbindung freigesetzter Enzyme mit Bakterien entstand. Fast 45 Jahre hat das Biest auf dem Meeresgrund zugebracht um jetzt aufzutauchen. Warum, wissen wir nicht. Godzillas Sohn versucht sich an einem Kampf gegen Destroyah, muss aber feststellen, das ein Wille nicht gleichzeitig einen Weg ebnet. Aber zum Glück gibt es noch seinen Vater, der zwar mächtig angeschlagen ist, aber ebenso wütend auf Destroyah los geht. Von den drei Filme ist dieser sicherlich der berührendste. Godzilla leidet und er tut das mit Würde. Über den ganzen Film hinweg hofft man, das es irgendeine Lösung für den tapferen Giganten geben wird. Neben den spektakulären Tricks und der temporeichen Inszenierung weist der Film mit Destroyah eines der wirkungsvollsten Monster der Serie auf. Die ganze Energie und Zerstörung der Godzilla-Filme bindet “Godzilla vs. Destroyah” zu einem persönlichen Epos eines verzweifelten Überlebenskampfes zusammen. Und wieder spielt die nukleare Kraft eine entscheidende Rolle, schließt den Kreis zum Anfang der Serie. Leben und Tod scheinen aus der selben Kraft gespeist. Godzilla wird nicht nur technisch reifer und spektakulärer sondern auch noch philosophisch. Darin liegt die Kraft von “Godzilla vs. Destroyah”, ein Hochgenuss..

Weitgehend liefern die drei Marketing-DVDs ein akzeptables Bild. Die Farben erstrahlen in stimmungsvollen Tönen. Die Schärfe lässt zwar ein bisschen zu wünschen übrig kommt aber noch in einen brauchbaren Bereich. Die Vorlagen sind bis auf einige wenige Bildpunkte in Ordnung. Problematisch bei den DVDs ist die Kompression. Über weite Strecken ist das Bild – vor allem in den Hintergründen - von einer ständigen Unruhe geprägt. Teilweise  kommt es sogar zu deutlich sichtbaren Wacklern. Außerdem hat die DVD mit der Konturdarstellung zu kämpfen, so dass immer wieder Flimmern zu sehen ist. Während das in den Action-Sequenzen nicht auffällt, wirkt es sich auf die ruhigeren Szenen störend aus.

Die drei Tonformate auf der DVDs sind jeweils rauschfrei und gut verständlich. Während die zwei 2.0-Spuren in den Dialogen ohne große Patzer und in der Musikwiedergabe solide rüberkommen, ist der 5.1-Upmix deutlich voller geraten. Auch besitzt er eine bessere Raumwirkung sowie eine größere Dynamik, welche sich vor allem in den dramatischeren Szenen positiv auswirkt. Sehr bedauerlich ist, dass der japanische Originalton nicht enthalten ist. Dazu teilte Marketing-Film mit, das die Firma Toho aus Angst vor Re-Importen nach Japan nicht bereit war, den japanischen Ton zu lizenzieren. Während Marketing dafür also keine Schuld trifft gibt es bei der ersten DVD (“Godzilla vs. Mechagodzilla II”) ein Menüproblem. Hier ist es nicht möglich den englischen Ton anzuwählen. Dies geht nur über das Setup-Menü des DVD-Players. Ein bedauerlicher Patzer, der aber nicht weiter ins Gewicht fällt. Wesentlich erstaunlicher ist, dass die eigentlich festeingestellten deutschen Untertitel beim englischen Ton auf allen drei DVDs bei einigen älteren Playern (z.B. Panasonic A-150) überhaupt nicht gelesen werden. Da hat man dann noch einmal Glück gehabt.

Auf “Godzilla vs. Mechagodzilla II” fällt als einziges wirklich nennenswertes Extra eine 38-minütige “Dokumentation” über Die Entstehung von Musik und Film. In dem leider nur teilweise untertitelten Film sieht man zum einen Filmmusikkomponist Akira Ifukube mit seinem Orchester die Musik einspielen, während dazu der Film projiziert wird, zum anderen erhält man einen Einblick in einige der Trickaufnahmen. Der schöne Nebeneffekt des Ganzen ist, dass man auf diese Weise einen großen Teil der Filmmusik besitzt. Ansonsten gibt es noch einen Trailer, eine Slideshow, eine magere Texttafel zu Akira Ifukube und zu Rodan, einen etwas längeren und informativeren Text zur Geschichte von Godzilla (wird auf der DVD “Godzilla vs. Spacegodzilla” fortgesetzt) sowie zwei Werbetrailer zu den beiden anderen Godzilla-Filmen der Box.

Das Zusatzmaterial von “Godzilla vs. Spacegodzilla” weist immerhin fünf wirklich hübsche japanische Kurztrailer zum Film auf. Ansonsten gibt es noch diverse Vorspänne, die demonstrieren sollen wie sehr sich Marketing bei der qualitativen Bearbeitung der Vorlage Mühe gegeben hat, darüber hinaus aber überflüssig sind. Der original japanische Abspann ist insofern ganz nett als der Film sonst überhaupt keinen Abspann besitzt. Das alternative Ende entpuppt sich lediglich als englischsprachiger Abspann. Sonstige Änderungen gibt es nicht. Daneben gibt es noch eine Slideshow und die Fortsetzung des informativen Textes “Die Geschichte des Monsters”.

Die dritte DVD “Godzilla vs. Destroyah” kann nur noch mit sehr wenig Bonus-Material aufwarten. Es gibt einen Trailer, eine Slideshow, die letzte Fortsetzung des Textes “Die Geschichte des Monsters”, Trailer zu den anderen beiden Godzilla-Filmen der Box und ein alternatives Ende, das sich genau wie bei “Godzilla vs. Spacegodzilla” als Mogelpackung entpuppt, das es sich dabei nur um den internationalen Abspann handelt.

Fazit:

Mit einem guten Ton und einem Bild, das sich knapp im befriedigenden Bereich behauptet, kann man als echter Godzilla-Fan, ohne Anspruch auf Original-Ton durchaus zugreifen. Da das Bonus-Material auf der ersten DVD immerhin mit einem wirklich sehenswerten Film in Ordnung ist, kann man nur wünschen, das die Firma den damit beschrittenen Weg weitergeht. Auch für die zwei anderen DVDs hätte man sich etwas mher Bonus-Material gewünscht. Während “Godzilla vs. Spacegodzilla” noch eine gewisse Vielfalt besitzt, kann man bei der dritten DVD nur noch von einer Notausstattung sprechen. Schade!

26.08.2002 Stefan Dabrock.

 

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