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Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs

Original

LotR: The Return of the King (USA 2003)

Laufzeit

192 Minuten (PAL)

Studio

Warner

Regie

Peter Jackson

Darsteller

Elijah Wood, Ian McKellen, Sean Astin, Viggo Mortensen, John Noble, u.v.a.

Bildformat

2.35:1 Widescreen (16:9)

Ton

DD-EX5.1 Deutsch, Englisch

Untertitel

Deutsch, Englisch

Extras

2 EPKs, National Geographic-Special u.m.

Preis

ca. 20 Euro (Ladenpreis)

Bewertung

 2 / 1- / 3- (Bild/Ton/Extras)

                       “Am Ende aller Dinge!”

Trotz des riesigen Erfolgs des letzten Kapitels der “Herr der Ringe”-Trilogie waren die Meinungen über den Film doch sehr geteilt. War “Die Zwei Türme” schon eine ausgewachsene Kriegsmär so steigert sich dies in die “Rückkehr des Königs” nochmal um ein zigfaches. Nachdem Sarumans Armee in Helms Klamm gestoppt wurde, feiern die Helden um Aragorn, Legolas und Gimli im Königreich Rohan ausgiebig. Auch die beiden Hobbits Merry und Pippin sind wieder bei ihren Freunden zurück. Doch das Glück ist nur von kurzer Dauer. Der finstere wie körperlose Sauron rüstet selbst zur großen Vernichtungsschlacht gegen die Menschheit. Eine mehr als 20 mal größere Streitmacht aus Orks, Trollen, Südländern, Ostlingen und Korsaren schickt er gegen das Königreich Gondor, in dem der verzweifelte Truchsess Denethor (John Noble) machtlos und verbittert seinem Schicksal ins glühende Auge von Mordor sehen muss. Ringträger Frodo kommt währendessen mit seinen Begleitern Sam und Gollum immer tiefer in das finstere Land Mordor, um den Einen Ring im Schicksalsberg zu zerstören. Auch wenn “Die Rückkehr des Königs” in der Kinofassung nicht so holperig daherkommt wie “Die Zwei Türme” sind die Sprünge und Auslassungen trotz der schon epischen Länge doch sehr deutlich zu spüren. Schon der Anfang kann einem richtige Bauchschmerzen machen. Die aus dem zweiten Teil verschobene Erinnerungssequenz von Gollums Vergangenheit wird hier völlig emotions- und nutzlos für den Rest des Films verheizt. Auch das letzte Kapitel von Saruman (einschließlich dem Fehlen der Verwüstung des Auenlandes!) wird abrupt und undankbar zugeschlagen wie ein stinkender Klodeckel. Nein Herr Jackson, an dieser Stelle haben sie wirklich Mist gebaut! All dies hätte eben doch besser in “Die Zwei Türme” gehört. Doch auch in der Gestaltung der vorhandenen Story-Elemente ergeben sich einige Schwierigkeiten. Aragorns finaler Wandel vom Waldläufer zum verantwortungsvollen König geschieht eben einfach mal so, da er (wenigstens in der Kinofassung!) fast kaum etwas zu tun hat. Noch problematischer ist die Figur von Denethor, dessen absurdes Verhalten sich dem Zuschauer überhaupt nicht mehr erschließt, und deshalb ebenfalls völlig belanglos wird. Es bleibt zu hoffen, dass die Extended Version von “Die Rückkehr des Königs” diese und weitere Löcher (u.a. Kampf zwischen dem Hexenkönig und Gandalf, die Häuser der Heilung und Saurons Mund) stopfen wird. Ansonsten setzt der Film auf prallen Gigantismus, der technisch perfekt inszeniert ist. Auch wenn die Schlachten hier etwas heftiger ausfallen als in “Die Zwei Türme” untertreibt Jackson wieder die Fiesheit des enormen Gemetzels (immerhin gibt es aber wenigstens die “psychologische” Kriegsführung der Orks zu sehen!). Hervorragend gelungen ist jedoch das letzte Kapitel der Reise der Hobbits zum Schicksalsberg. Allein der Kampf mit der scheußlichen Kankra dürfte wohl bei vielen Zuschauern für einige Alpträume sorgen. Doch auch das Drama zwischen dem schicksalsbeladenen Mordor-Trio wird immer heftiger. Schlussendlich wandelt sich auch Gollum vom bemitleidenswerten Geschöpf zum geliebten Hassobjekt - einer Ausgeburt aller menschlichen Negativismen. Gandalf und Pippin liefern in der belagerten Stadt Minas Tirith ebenfalls eine gute Vorstellung ab. Trotzdem bleibt die Kinofassung von “Die Rückkehr des Königs” in der Tradition seiner Vorgänger: ein langes Preview auf den einzig fertigen Film in der Special Extended Version, die ca. eine Stunde an zusätzlichem Material enthalten soll.     

Au weia! Wie bekommt man satte 192 Minuten Film in Pal auf nur eine DVD-Scheibe ohne Qualitätsverlust? Die Antwort ist simpel: gar nicht! So sehr sich die Techniker Mühe gegeben haben, sind die Zeichen der Platznot nicht zu übersehen. Zusätzlich wurden auch nur knapp acht Gigabyte der Scheibe (9,5 GB sind möglich) ausgenutzt. Die Vorlage zum anamorphen Transfer (2.35:1) selbst bietet keinen Grund zur Klage. Sauber und fehlerfrei sind keine analogen Verschleißspuren festzustellen. Um der erhöhten Kompression Herr zu werden wurden deutlich Rauschfilter eingesetzt, die aber ein dauerhaftes Grundrauschen in den Hintergründen nicht verhindern kann. An einigen Stellen lassen sich auch seichte Nachzieheffekte feststellen. Die Schärfe des Bildes schwankt aus diesem Grund in verschieden Szenen ohne das Bild aber vollständig zu “verschleiern”. Der Kontrast ist aufgrund der besonderes Farbgebung des Films sehr harsch ausgefallen, wodurch besonders in Minas Tirith die weißen Gebäude zu grell und überscheinend wirken. Insgesamt ist die Farbkorrektur für den Film nicht wirklich gelungen. Während der Feierlichkeiten in Rohan sind die Farben viel zu stark und der Schwarzlevel insgesamt etwas zu tief geraten. Dieses Phänomen tritt vereinzelt auch an anderen Stellen auf. Insgesamt wirken die Farben in diesem Film etwas zu künstlich, was zum Teil sicherlich gewollt ist, aber in der Form ein wenig stört.        

Der Dolby Digital-Ex Track lässt es wie bei den Vorgängerfilmen so richtig krachen. Der Bass und die Surroundaktivität wird voll aufgedreht und liefern ein bombastisches Heimkinoerlebnis. Die durchdringende Musik von Howard Shore hat gegenüber den Soundeffekten teilweise sogar den großeren Bass-Anteil, da in der Musik auch das Wumpern der Kriegstrommeln mit simuliert wird. Spätestens wenn die Kriegselefanten auftauchen ist aber Schluss mit Lustig und das Wohnzimmer wird endgültig zur Erdbeben-Zone. Auch an direktionalen Effekten wird nicht gegeizt. Besonders beim Auftreten der fliegenden Ringgeister wird die volle 360-Grad-Kulisse genutzt. Trotz all dieser positiven Eigenschaften kommen dadurch an einigen Stellen (besonders in der Originalfassung!) die Dialoge im Center deutlich zu kurz. Hier hätten die Dialoge deutlich besser an die phänomenale restliche Soundkulisse angepasst werden müssen. Trotzdem sehr gut.    

Nicht nur aufgrund des früheren Erscheinungstermin (Mai statt wie bei den anderen Teilen im August!) der Kinofassung von “Die Rückkehr des Königs” schleicht sich das Gefühl einer Schnellschuss-Reaktion von Warner ein. Waren die beiden vorigen Erscheinungen der Kinofassungen der “Herr der Ringe”-Filme eine ausgeklügelte PR-Veranstaltung für die Nachfolger, scheint das PR-Interesse plötzlich erlöschen. Nicht mal eine wie sonst übliche Vorschau auf die verlängerte Version des Films hat sich diesmal auf die zweite Extra-DVD geschlichen. Dafür gibt es zwei recht gut verpackte “Making of” Segmente. Die “Visionen eines Regisseurs” (ca. 23 Minuten) sind nochmal ein knapper Rückblick auf das komplette Unterfangen, “Der Herr der Ringe” auf die große Leinwand zu bringen. Neben gnadenlosem Schulterklopfen gibt es hier endlich ein paar kurze Ausschnitte aus Peter Jacksons Werbevideo für die Verfilmung zu sehen, die er den Studios vorgelegt hat. Ansonsten gibt’s hier nichts neues zu erfahren. Das 27-minütige “Making of” ist zur Hälfte eine Wiederholung von “Die Visionen eines Regisseurs”. Auch hier geht es hauptsächlich um die gesamte Trilogie. Über die tatsächliche Arbeit an “Die Rückkehr des Königs” wird kaum ein Wort verloren. Äußerst enttäuschend. Außerdem dürfen auch die obligatorischen Mini-Features von lordoftherings.net (6 Stück insgesamt) nicht fehlen, die einige kleine Details über die Produktion enthüllen. Eine Besonderheit ist das einstündige National Geographic Special zu “Die Rückkehr des Königs”. Hier werden mit vielen Ausschnitten aus allen Filmen (u.a. gibt es auch Teilszenen aus “Die Rückkehr des Königs” zu sehen, die nicht in der Kinofassung enthalten sind: Merry bewirbt sich bei König Theoden, das Trinkspiel zwischen Gimli und Legolas, Gandalfs Begegnung mit dem Hexenkönig) thematische Parallelen zu historischen Figuren und Ereignissen gezogen, um die Geschichte des “Herr der Ringe” ein wenig mit Authentizität anzufüttern. Sehr interessant. Außer verschiedenen Trailern wurde nicht mal das Musikvideo zu Annie Lennox Oscar prämierten Song “Into the West” auf die Scheibe gepackt. Dafür gibt es mal wieder eine Vorschau auf das dreuende Computerspiel von Electronic Arts - wer’s braucht.

Fazit:

Ausgerechnet bei dem erfolgreichsten Eintrag in der “Herr der Ringe”-Serie hat Warner anscheinend das Interesse an einem ordentlichen Release der Kinofassung verloren. Das soll nicht heißen, dass die Scheibe eine schlechte Qualität besitzt. Doch das Fehlen einer Vorschau auf die längere Fassung des Films sowie das Musikvideo zu Annie Lennox “Into the West” werden hier schmerzlichst vermisst.

26.05.2004 Kay Pinno.

Test-Equipment

Player: DENON DVD 2800

Receiver: DENON AVR 3801 (DTS-ES/Dolby Digital EX)

TV: GRUNDIG (16:9), 82-er Bildröhre.

 

    Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs SEE

    Original

    LotR: The Return of the King (USA 2003)

    Laufzeit

    258 Minuten (PAL)

    Studio

    Warner

    Regie

    Peter Jackson

    Darsteller

    Elijah Wood, Ian McKellen, Sean Astin, Viggo Mortensen, Christopher Lee,  u.v.a.

    Bildformat

    2.35:1 Widescreen (16:9)

    Ton

    DTS-ES Deutsch DD-EX5.1 Deutsch, Englisch

    Untertitel

    Deutsch, Englisch

    Extras

    4 Kommentare, Dokumentationen u.v.m.

    Preis

    ca. 40 Euro (Ladenpreis)

    Bewertung

     1+ /(1/1+)/ 1+  (Bild/Ton(DD/DTS)/Extras)

                                             “Für Frodo!”

    Zum zunächst letzten Mal hat sich Peter Jacksons Mannschaft nach dem unglaublichen Oscar-Segen (elfmal nominiert und elfmal abkassiert!!!) hingesetzt, um eine vollständigere Version ihres “Der Herr der Ringe”-Kapitels zu präsentieren. Von 192 Minuten ist die SEE von “Die Rückkehr des Königs” auf stattliche 258 Minuten angewachsen. Der Film selbst wurde dabei um 48 Minuten und prominente Schlüsselszenen verlängert. Wie schon in der Kritik der Kinofassung (siehe oben) erwähnt wurde, blieben im ursprünglichen Film einige wichtige Übergänge und Entwicklungen ausgespart. Vieles davon wird in der langen Fassung nachgereicht, aber bleibt teilweise etwas hinter den Erwartungen zurück. Sicherlich geben die Veränderungen, einschließlich einer komplett anderen Chronologie der Schlacht um Minas Tirith, dem Film ein wesentlich besseres Gesamtbild. Im Vergleich zur SEE von “Die Zwei Türme” (Test hier!) stellt sich der Eindruck einer massiven Verbesserung aber nicht so stark ein. Dies liegt zum einen sicherlich daran, dass “Die Rückkehr des Königs” schon in der Kinofassung ein recht umfassender Film gewesen ist, aber andererseits auch bestimmte Probleme nicht gelöst werden konnten. So wird Gollums Hintergrundgeschichte immer noch völlig nutzlos als Eröffnung verheizt (wenngleich sich Jackson und seine Autorinnen dazu im Audiokommentar äußern!) und Sarumans Finale hätte auch besser als Epilog in “Die Zwei Türme” gepasst. Was “Die Rückkehr des Königs”-SEE Neues aus Mittelerde erzählt, folgt hier (ACHTUNG SPOILER!):        

    In Isengart kommt es endlich zur letzten Begegnung mit Saruman, der sich auf die oberste Plattform seines Turmes geflüchtet hat. Das Rededuell zwischen ihm, Gandalf und König Theoden ist schon eine Wucht und zeigt nochmals wunderbar den verdorbenen Charakter des bösen Zauberers. Es wird zudem nochmals klar, dass Sauron von Mordor aus losschlagen wird. Man weiß eben nur  noch nicht wo genau! Sarumans endgültiges Ende entspricht - abgesehen von der Ortsverlegung - sogar relativ genau dem Buch: nach einigen Erniedrigen wird er von Grimar Schlangenzunge hinterrücks erstochen und stürzt zu Tode, wodurch sein Palantir in die Hände unserer Helden fällt.

    Die Siegesfeier und die Vorbereitungen in Edoras sind ausführlicher zu sehen. Neben einem hübschen Trinkspiel mit Legolas und Gimli wird auch die Beziehung zwischen Aragorn und Eowyn nochmals vertieft. Auch der Abschied zwischen Merry und Pippin wird mit zusätzlichen Dialogen besser dramatisiert.

    Die verlängerten “Pfade der Toten” sind enttäuschend. Man sieht Aragorn, Legolas und Gimli ein wenig länger zwischen Nebel und Totenschädeln umherwandeln. Nachdem sich die Toten gezeigt haben und Aragorn ihnen den Pakt vorgeschlagen hat, verschwinden sie ohne eine Antwort. Es ergießt sich eine Schädellawine über die nun flüchtenden Helden, die schließlich auf der Rückseite des Berges wieder aus den Katakomben kommen. Dort sehen sie die plündernden Schiffe der Korsaren. Unverrichteter Dinge taucht sofort wieder der König der Toten bei den Helden auf, um sich genauso unmotiviert wie in der Kinofassung in die Dienste Aragorns zu stellen. Der nachfolgende Kampf mit den Korsaren wird schließlich nur noch angedeutet, aber kann mit einem hübschen Korsaren-Gastauftritt des Regisseurs aufwarten.

    Die Ereignisse in Minas Tirith vor der Schlacht bekommen deutlich mehr Kontur. Der Wahnsinn Denethors wird mit einer hübschen Szene mit Faramir und einem nur eingebildeten Boromir verdeutlicht. Das Denethor aber über einen Palanthir verfügt und darin von Sauron schon einen Vorgeschmack auf sein jähes Ende vorgegaukelt bekommen hat, wird nur durch zwei Dialoge ganz seicht angedeutet. Auch das Thema der abergläubischen wie langsam degenerierenden Fürsten von Minas Tirith wird angeschnitten. Pippins Verstrickung mit seinem Hofamt wird ebenfalls vertieft.

    Die Freundschaft und das ähnliche Schicksal von Eowyn und  Hobbit Merry wird in weiteren Szenen gezeigt.

    Der Ablauf der Schlacht von Minas Tirith wurde deutlich verändert und verlängert. Die Begegnung zwischen dem Hexenkönig von Angmar und Gandalf findet endlich statt. Obwohl die Szene nur relativ kurz ist, verfehlt sie ihre erschreckende Wirkung nicht. Auch der Anfüher der Orks, Gothmog, kommt auf dem Schlachtfeld endlich zu seinem wohlverdienten Ende, an dem Eowyn und Aragorn beteiligt sind. Nach der Schlacht landet Eowyn schwer verletzt in den Häusern der Heilung, wo sie von Aragorn gerettet wird und außerdem auf Faramir trifft. Diese Szenen sind recht kurz und wirken als Montage relativ holperig.

    Um Sauron aus der Reserve zu locken, zeigt Aragorn dem Bösewicht im Palantir sein neugeschmiedetes Schwert der Könige.

    In Cirith Ungol darf endlich der komplette Bürgerkrieg zwischen Urukhai und Orks miterlebt werden. Danach landen Frodo und Sam - in alten Rüstungen verkleidet - bei einer Truppe von Orks, die schon in Richtung des schwarzen Tores ziehen.

    Vor den Toren Mordors begegnet den Helden jetzt Saurons Mund, ein schrecklicher Abgesandter des dunklen Herrschers. Er überreicht ihnen das Mithril-Kettenhemd von Frodo, um ihnen jegliche Hoffnung zu nehmen, da der Ring nun in Saurons Hand vermutet werden muss. In der deutschen Fassung wird diese Kreatur von Thomas Fritsch leider etwas zu freundlich und Butler-mäßig gesprochen. Hier wirkt die Originalfassung wesentlich düsterer und gefährlicher.

    Neben diesen großen Veränderungen sind noch zahlreiche weitere Dreingaben über die gesamte Lauflänge der SEE von “Die Rückkehr des Königs” verteilt. Diese Fassung bietet somit einen würdigen Abschluss der epischen “Herr der Ringe”-Trilogie, der sich zu ihren Vorgängern nur die Kritik gefallen lassen muss, in den verlängerten Szenen ein wenig mehr ausschmückendes Beiwerk als effektives Material für die Story zu liefern.

    Der auf zwei Scheiben verteilte (der Wechsel zwischen den Discs findet nach dem Auffahren des Grond, der riesigen Wolfsramme der Orks, statt) und jetzt auf 258 Minuten angewachsene Film hat sämtliche Makel der Kinofassung-DVD abgelegt. Das Ausgangsmaterial vom digitalen Master hat absolut keine Defekte oder Dreckspuren und ist glasklar. Durch die Aufteilung auf zwei Scheiben sind sämtliche Rauschprobleme der Kinofassung passé und bei der Farbkorregierung hat man noch einmal nachgebessert. Sämtliche Farben in der SEE sind kräftig aber nicht unnatürlich überbetont. Während die Kinofassung in der Farbwiedergabe noch schwankte, sind hier alle Szenen einheitlich gut abgestimmt worden. Der Schwarzlevel ist ebenfalls sehr tief aber verschluckt keine Bildelemente. Schärfe und Kontrast des anamorphen Transfers (2.35:1) bieten einen äußerst detailreichen Eindruck, der auch in den zahlreichen Wideshots nicht schwächelt. Die Kompression arbeitet tadellos und hält das Bild auch während der zahlreichen Kamerafahrten stabil. Ein wirklich grandioser Transfer.     

    In der Sound-Abteilung wurde ebenfalls noch einmal kräftig nachgeschraubt. Schon der DD5.1-Track der Kinofassung war ein echtes Erlebnis. Für den deutschen DTS-ES (6.1) Sound konnten die Tontechniker ihrem Spieltrieb aber noch einmal richtig freien Lauf lassen. Besonders ambiente Effekte und gezielt direktionale Einlagen - z.B. der zahlreiche Einsatz von Bogenschüssen und Pfeilhageln - kommt in dieser Tonspur erst richtig zur Geltung. Wenn es schließlich zum brachialen Masseneinsatz mit Orks und Olifanten kommt, wird man schon echte Probleme haben, seine wackelnden Gläser und Tassen im Wohnzimmer zur Ruhe zu bekommen. Nicht nur das auch hier für die Massenszenen alle Surroundkanäle Überstunden leisten - auch der Tiefbass flattert wie ein hektischer Koolibri kurz vor dem Herzinfarkt. Musik und Dialoge werden zu dieser aktiven Soundkulisse passend abgemischt und sind bei ihrem Einsatz nie zu überdeutlich im Vordergrund. Wer neben den “Star Wars”-Filmen einen Demotrack für die eigene Heimkino-Anlage sucht, dürfte mit diesem Track sicherlich fündig geworden sein..

    Verteilt über die ersten beiden DVDs zum Film befinden sich wieder vier Audiokommentare: 1. Regisseur und Autorinnen 2. Das Design Team 3. Produktions- und Postproduktionsteam 4. Die Schauspieler: Elijah Wood, Sean Astin, John Rhys-Davies, Billy Boyd, Dominic Monaghan, Orlando Bloom, Christopher Lee, Liv Tyler, Hugo Weaving Bernard Hill, Miranda Otto, David Wenham, Karl Urban, John Noble, Lawrence Makoare, Andy Serkis und seine Alter-Egos Smeagol und Gollum (Aragorn-Darsteller Viggo Mortensen ist wie immer abwesend!). Wieder einmal bekommen die Fans mit allen Kommentaren einen umfassenden Rundblick über den gigantischen logistischen wie menschlichen Produktionsaufwand. Jackson und sein weibliches Co-Autoren Duo erläutern auch hier wieder eher die inhaltlichen Probleme bei der Entwicklung der Storyline. Besonders die chronologische Neuordnung der Ereignisse aus den Büchern und die daraus resultierenden Verschiebungen aus “Die Zwei Türme” hinüber in “Die Rückkehr des Königs” stehen zunächst im Zentrum des Gesprächs. Darüberhinaus stehen natürlich auch die zahlreichen Veränderungen der SEE zur Kinofassung zur Debatte. Locker und enthusiatisch gehen hier alle drei Gesprächspartner zu Werke und vermitteln viel Einblick in die persönlichen Story-Entscheidungen. Interessant ist hier zu bemerken, wie zahlreich Fran Walsh und andere Teammitglieder ebenfalls an der Regie des Films beteiligt waren. Schon fragt man sich, wieviel von dem immensen Material wirklich von Jackson selbst dirigiert worden ist. Eine echte Teamarbeit. Das uneschliffene Juwel der Kommentarsammlung ist wie immer der Schauspieler-Track. Neben wirklich amüsanten Flunkereien bekommt man auch viele persönliche Statements und einige köstliche In-Jokes zu hören. Besonders hübsch wird’s wenn John Rhys Davis ganz plötzlich als Gimli schmutzige Anekdoten über Elben erzählt. Auch Andy Serkis hat seine stimmlichen Alter-Egos Smeagol und Gollum parat, die gelegentlich das krächzende Wort ergreifen. Dieses Gimmick ist im Gegensatz zur eigenen Befürchtung alles andere als nervig und führt schon zu dem ein oder anderen schmutzigen Schmunzeln. Zur Orientierung bei der Vielzahl der Beteiligten werden zwar während der Kommentare immer wieder die Namen der sprechenden Teilnehmer eingeblendet, aber wie schon bei den Vorgänger-SEEs wurden Untertitelspuren für die englischen Kommentare ausgespart. Zuschauer ohne Englischkenntnisse sind also wieder mal aufgeschmissen. Die Technik-Tracks sind ebenfalls wieder sehr detailliert ausgefallen. In Anbetracht der ausführlichen Dokumentationen auf den weiteren Scheiben werden hier natürlich viele Informationen wiederholt, aber (teilweise) auch noch vertieft. Trotzdem ist keiner dieser Tracks langweilig oder dröge. Für den durchschnittlichen DVD-Gucker dürften aber die zusätzlichen Infos auf Disc III und IV sicherlich voll und ganz ausreichen.

    DISC III: Die Reise geht weiter

    Insgesamt sieben Dokumentationen, die teilweise in weitere Kapitel unterteilt sind, mit einer Gesamtlaufzeit von über drei Stunden befinden sich auf der dritten Scheibe der Extendend Version von “Die Rückkehr des Königs”. Als ganze Riesendokumentation über eine “Play all” Funktion abspielbar, können die Dokumentation (Minuten-Lauflänge in Klammern!) im Index aber auch separat angewählt werden. Auch ein zweiminütiges Intro zu den “zunächst” letzten Anhängen der “Herr der Ringe”-Saga von Peter Jackson versetzt einen in die richtige Stimmung für den wehmütigen Abschied, der sich irgendwie durch alle Beiträge schlängelt. Die zwei Beiträge “The Legacy of Middle Earth” und “From Book to Script: Forging the final Chapter” (zusammen ca. 55 Minuten) beschäftigen sich zum Einstieg mit der konzeptionellen Seite und den Hintergründen von “Die Rückkehr des Königs”. Dazu gibt es auch ein eine (glücklicherweise!) verworfene Idee eines Kampfes zwischen Aragorn und Sauron als Animatic-Sequenz zu sehen (ca. fünf Minuten).

    Die folgenden vier Dokumentation erklären sich quasi selbst: “Designing Middle Earth” (40), “Big-atures” (47), “Weta Workshop” (20) und “Costume Design” (12) geben einen sehr umfassenden und auf jedes Detail achtenden Rundumblick auf die verschiedenen Arbeitsprozesse. Wie schon bei den vorherigen Extended Editions wurde ein enormer Aufwand betrieben, um jeden erdenklichen Aspekt bei der Produktion dokumentarisch abzudecken. Etwas aus dem Rahmen fällt dabei die Dokumentation “Home of the Horse Lords” (30). Diese drollige Filmchen widmet sich ganz gar der Arbeit mit den lebendigen und den falschen Pferden des Films. Besonders Letztere dürften für einige richtige Lacher sorgen, da sich auch die Schauspieler wohl manchmal nicht ganz sicher waren, was sie da eigentlich trieben.

    Wieder mit dabei sind auch die zwei interaktiven Karten von Mittelerde: auf der “Karte von Mittelerde” kann der Weg der verschiedenen Parteien von “Die Rückkehr des Königs” noch einmal interaktiv verfolgt werden. “Neuseeland als Mittelerde” verweist auf die realen Drehorte der verschiedenen Mittelerde-Landschaften in Neuseeland. Ein besonderes Schmankerl sind sicherlich die über 50 Fotogalerien (teilweise mit optionalem Kommentar von Cast/Crew), deren Bilder entweder einzeln oder auch als Diashow angeschaut werden können. Zu sehen gibt’s hier so ziemlich alles: originale Bilder, Portraits der Charaktere, Figuren und Miniaturen, Konzeptzeichnungen und, und, und. Für detailverliebte Fans ist dies garantiert ein stundenlanger Klick-Spaß!

    DISC IV: Die Schlacht um Mittelerde beginnt

    Auch für die vierte Disc gibt es eine kurze Einleitung - diesmal kommen die vier Hobbits zu Wort, wobei Billy Boyd alias Pippin mal wieder den Vogel abschießt. Wieder können sieben verschiedene Dokumentation abgerufen werden, die sich mit der konkreten Produktion und weiteren technischen Aspekten und der Effekte-Arbeit widmen. Die massive “Cameras in Middle Earth”-Dokumentation (72) beschäftigt sich dabei komplett mit den gigantischen Dreharbeiten vor Ort und im Studio. Vom Pferdereiten in Minenfeldern bis hin zu ganz besonderen Kuss-Erlebnissen plaudern die Stars hier vollkommen aus dem Nähkästchen, was zumeist auch mit dem passenden Filmmaterial belegt wird. Ein echter Kracher. “Weta Digital” (42) behandelt die umfassende Arbeit der digitalen Effekt-Abteilung bei dieser Produktion. Welche noch so kleinen Aufgaben von diesen Burschen übernommen wurden, dürfte sogar eingefleischte Kenner noch überraschen. “Editorial: Completing the Trilogy” (22) ist sicherlich eine der interessantesten Abteilungen. Jackson und sein langjähriger Cutter Jamie Selkirk erläutern hier ihre Entscheidungen bei der Zusammenstellung der Szenen und Fassungen von “Die Rückkehr des Königs”. Für die Audio-lastigen Dokumentationen “Music for Middle Earth” (22) und “The Soundscapes of Middle Earth” (22) wurde der Ton entsprechend in Dolby Digital 5.1 aufgespielt, um das volle Klangspektrum und einige Surround-Demos abzufeiern. “The End of all Things” (21) und “The Passing of an Age” (25) betrachten schließlich den tränenreichen aber glücklichen Schluss dieses monströsen Projekts von letzten Pick-Up-Aufnahmen über den finalen Feinschliff bis zum phänomenalen Oscar-Erfolg.

    Eine Multi-Angle Demonstration der Effekt-Zusammenstellung des Mumakil-Angriffs bei der Schlacht um Gondor kann mit optionalen Kommentar angeschaut werden und vermittelt einen guten Eindruck der Fummelei für eine solche Szene. In einer weiteren ausufernden Bilder-Gallerie können knapp 70 Fotografien, die direkt an den Sets entstanden sind, durchforstet werden.

    Einen speziellen Tribut zollt Peter Jackson einem jungen Landsmann und Filmemacher namens Cameron Duncan, der durch ein Krebsleiden starb: “Cameron Duncan: The Inspiration for ‘Into the West’” (30) zeigt den jungen Filmemacher bei der Arbeit und im Kampf mit seiner Krankheit. Desweiteren sind seine Filme “DFK 6498” und “Strike Zone” auf der DVD enthalten. Ein bewegendes Schicksal und ein tragisches Verlust für die Filmwelt.

    DISC V: Creating “The Lord of the Rings” Symphony (nur Sammler Edition)

    Mit dieser Zusatz-DVD wird allen Musikliebhabern ein Gefallen getan, die schon immer einen isolierten Musik-Track auf den “Herr der Ringe”-DVDs vermisst haben. “Creating ‘The Lord of the Rings’ Symphony” (50 Minuten) zeigt hauptsächlich einen Live-Konzert Mitschnitt vom Februar 2004. Vor imposanter Chor- und Orchesterkulisse dirigierte Howard Shore persönlich einige Stücke aus dem Soundtrack von “Der Herr der Ringe” im kanadischen Montreal. Unterbrochen von kleinen Interviewsegmenten mit Shore über den Schaffensprozess dieser Musik kann das Konzert sowohl Dolby Digital EX als auch in DTS-ES angehört werden - ein absoluter Hörgenuss.

    Fazit:

    Machen wir uns nichts vor: die Special Extended Edition von “Die Rückkehr des Königs” wird so ziemlich unter jedem Weihnachtsbaum liegen, wenn sie nicht schon vorher erstanden wurde. Wieder einmal wurde mit der langen DVD-Fassung eine wesentlich bessere Version eines “Herr der Ringe”-Kapitels abgeliefert, als ursprünglich im Kino zu sehen war. Im Vergleich zum 2-er Disc Set der Kinofassung legt die Bildqualität deutlich zu, während das mehr als umfangreiche Bonusmaterial wieder einmal alle Rekorde bricht. Diese DVDs brauchen eigentlich keinen Test - sie brauchen ein Denkmal!

    16.12.2004 Kay Pinno.

    Test-Equipment

    Player: DENON DVD 2800

    Receiver: DENON AVR 3801 (DTS-ES/Dolby Digital EX)

    TV: GRUNDIG (16:9), 82-er Bildröhre.

     

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