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Narrow Margin - 12 Stunden der Angst

Original

Narrow Margin (USA 1990)

Laufzeit

93 Minuten (PAL)

Studio

Kinowelt

Regie

Peter Hyams

Darsteller

Gene Hackman, Anne Archer, James B. Sikking, J. T. Walsh, u.v.a.

Bildformat

2.35:1 Widescreen (16:9)

Ton

DS2.0 Deutsch, Englisch

Untertitel

Deutsch, Englisch

Extras

Kommentar, Interviews, Behind the Scenes

Preis

ca. 20 Euro (Ladenpreis)

Bewertung

 3- / 3 / 3+ (Bild/Ton(DD/DTS)/Extras)

                         “Es wird noch besser!”

Staatsanwalt Robert Caulfield (Gene Hackman) ist echt happy. Er weiß wo Carol Hunnicut (Anne Archer) steckt. Die junge Frau war Zeuge eines Mordes und kann ein hohes Mafia-Tier ans Messer liefern. Doch als der mit allen Wassern gewaschene Ankläger bei der Zeugin in einer verlassenen Hütte irgendwo im Nichts auftaucht sind ihm schon die Mafiakiller auf der Spur. Plötzlich auf sich allein gestellt müssen Caulfield und Miss Hunnicut vor allem eins - am Leben bleiben. Bei ihrer Flucht vor den Mobstern finden sie Unterschlupf in einem Zug. Doch ihre Häscher haben die Fährte bis in das rollende Verhängnis verfolgen können. In den engen Zugabteilen wird jede Minute zur Qual, denn die Bösewichter klappern jeden Wagon einzeln ab. Zwölf Stunden muss das ungleiche Paar aushalten, denn erst dann erreicht der Zug sein Ziel. Und das vorzeitige Abspringen in der Wildnis käme einem Selbstmord gleich. Ganz klar gehört “Narrow Margin” in die Abteilung der Filme mit dem Motto “Mit-einem-Handy-wär-das-nicht-passiert”. Regisseur Peter Hyams lässt dies den Zuschauer von heute aber trotzdem schnell vergessen. Nachdem klar ist, wie der Streifen funktioniert, konzentriert sich Hyams nur noch auf’s Tempo und die Spannung. Jeder Komparse sieht hier verdächtig aus und scheint etwas im Schilde zu führen. Statt bloßer Hau-Drauf-Action, von der es trotzdem noch genug gibt, wird in “Narrow Margin” viel mehr auf ein fieses Versteckspiel gesetzt. Besonders Hackman glänzt in der Rolle des ständig improvisierenden Staatsanwalts, der zum ersten Mal richtige Feldarbeit betreibt. Ein moderner und schnörkelloser Klassiker des Suspense/On the Run-Genres..

Das ausgerechnet bei Kinowelt, die bisher ein Garant für exzellente Qualität auch bei kleineren Titeln waren, sich ein derart durchwachsener Transfer finden lässt ist schon verwunderlich. Obwohl die Vorlage gründlich aufgeräumt und gesäubert wurde, krankt das Bild an einer absolut schwachen Kompression. Viele Hintergründe, besonders in dunkleren Szenen, führen ein putziges Eigenleben. Dieses Bildpumpen ist sehr deutlich erkennbar und wirkt ablenkend. Auch Kompressionsartefakte lassen sich in einigen Schwenks ausmachen. Gleich zu Beginn ist an ursprünglich schwarzen Stellen sogar ein richtiger Pixelnebel zu beobachten. Ansonsten liegt der Transfer im mittleren Bereich. Die Farben sind ok und wirken frisch. Nur bei der Schärfe müssen Abstriche gemacht werden. Hier wirkt das Bild oft weichgezeichnet und wenig detailreich. Die Kontraste sind ein wenig zu stark gewählt während der Schwarzlevel deutlich unter shcwachen Kompression gelitten hat. Warum hier trotz einer sehr guten Vorlage derart geschlampt wurde bleibt ein Rätsel.

Der deutsche und englische Dolby Surroundton dürfte Heimkinofreaks wohl kaum aus dem Sessel hüpfen lassen. Und auch der Film bietet bis auf wenige Einsprengsel nur wenig Vorlagen für ein fettes Surroundspektakel. Trotzdem bietet “Narrow Margin” hier eine solide Vorstellung. Obwohl der deutsche Ton ein wenig künstlich klingt, bleibt die Abmischung sauber. Die Dialoge sitzen klar im Center und auch sonst ist die Frontstage eher der aktive Bereich. Bei den Feuergefechten wird aber nochmal aufgetrumpft. Der erste Schockmoment an der Berghütte ist sehr gelungen und funktioniert auch in diesem Surroundton. Der Subwoofer bekommt auch nicht viel Arbeit, da es viel Dialog und weniger Action zu verbuchen gibt. Alles in allem ordentlich.

Auch bei den Extras hat Kinowelt mal wieder einen kleineren Titel nicht zu kurz kommen lassen. Der laufende Audiokommentar von Regisseur Peter Hyams ist zwar von einigen Pausen durchzogen, aber die Informationsanteile über die Produktion sind wirklich gut. Vom Umgang mit den Schauspielern bis zur richtigen Dramaturgie (besonders der einsatz von Musik!) wird dem Zuhörer viel geboten. Trotzdem sollte man sich vorher mit Hallo-wach-Pillen oder reichlich Kaffee abfüllen. Hyams hat leider eine etwas einschläfernde Art sein Wissen preis zu geben. Richtig toll ist das ca. 15 minütige “Behind the Scenes”-Segment. Hier gibt es unkommentierte Aufnahmen von den halsbrecherischen Aufnahmen auf dem Dach des Zuges. So gefährlich kann Filmarbeit auch für die richtigen Schauspieler sein. Eine ca. 5 minütige Featurette zeigt noch Interviews aus dem Produktionsjahr mit der Besetzung, die kurz eine Beschreibung ihrer Rolle abgeben. Ach ja und den Trailer gibt’s natürlich auch noch.

Fazit:

Trotz der superschlechten Kompression des Bildes sollten sich Thrillerfans nicht vor dem Kauf von “Narrow Margin” scheuen. Kinowelt hat sich bei den Extras ins Zeug gelegt und für diesen kleinen Klassiker einen Audiokommentar produziert und wirkliche tolle Setaufnahmen ausgegraben. Das darf dann schon mal 20 Euro wert. Ach ja, der Film selbst ist natürlich auch gut.

05.08.2002 Kay Pinno.

Test-Equipment

Player: DENON DVD 2800

Receiver: DENON AVR 3801 (DTS-ES/Dolby Digital EX)

TV: GRUNDIG (16:9), 82-er Bildröhre.

 

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