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Paperhouse

Original

Paperhouse (GB, 1988)

Laufzeit

89 Minuten (PAL)

Studio

Concorde

Regie

Bernard Rose

Darsteller

Charlotte Burke, Jane Bertish, Samantha Cahill, Glenne Headly, Sarah Newbold u.v.a.

Bildformat

1.78:1 Widescreen (16:9)

Ton

DD-Mono Deutsch  DD2.0 Englisch

Untertitel

-

Extras

-

Preis

ca. 15 € (Ladenpreis)

Bewertung

 2 / 3 / 6 (Bild/Ton/Extras)

                                     “Traum-Haus!”

Der wohl bekannteste Film von Bernard Rose dürfte der 1992 entstandene Horrorfilm “Candyman” sein, auch bei uns in den Kinos ein veritabler Hit. 4 Jahre zuvor legte der Regisseur einen anderen intelligenten und atmosphärisch dichten Horrorfilm vor, dessen Idee so einfach wie brillant ist. Ein junges Mädchen fertigt die Zeichnung eines Hauses an und landet in unerklärbaren Träumen, die sie auch mal mitten am Tag überfallen, in der Welt ihrer Zeichnung. Zunächst ist niemand in der öden Gegend anwesend, aber das Mädchen stellt fest, dass sie die Traumwelt verändern kann, indem sie ihre Zeichnung ergänzt. Während sich die Mutter Sorgen macht, weil ihre Tochter immer öfter wegdämmert, lernt das Mädchen einen Jungen kennen, der nicht laufen kann. Ihre mysteriöse Welt scheint irgendwie mit der Realität verbunden zu sein, denn von ihrer Ärztin hört das Mädchen von einem Jungen, der ihrer Bekanntschaft aus der Traumwelt zum verwechseln ähnlich ist. Während das Mädchen durch weitere Ergänzungen auf ihrer Zeichnung versucht, dem Jungen zu helfen, wird die Traumwelt immer bedrohlicher. Irgendetwas scheint in der Ödnis der Trostlosigkeit zu lauern. Die Anlehnungen an die “Nightmare”-Serie, welche das Eindringen einer Traumgestalt in die reale Welt zum Thema hatte, ist zwar offensichtlich, aber Bernard Rose belässt es nicht bei einer einfachen Bedrohung durch eine undefinierbare Macht. Intelligent verbindet Rose den psychischen Seelenzustand des jungen Mädchens – ihr Vater ist sehr selten zu Hause – mit den Aspekten eines Horrorfilms. Letztlich geht jede Bedrohung von der Zeichnung und den Ergänzungen selbst aus. das Mädchen formt sich seine eigene Albtraumwelt, die aus ihrer verletzten Seele entspringt. Nur selten gelingt es einem Horrorfilm, ein derart komplexes Abbild seelischer Angstzustände zu zeichnen. Die aufsteigende Gefahr innerhalb der Traumwelt reflektiert den schmerzlichen Entwicklungsprozess, denn das Mädchen durchmachen muss. Sie hat es selbst in der Hand, den Schrecken zu überwinden.

Die Vorlage des Films befindet sich weitgehend in einem guten Zustand. Einige Verschmutzungen können den Sehgenuss nicht nachhaltig trüben. Das Bild weist eine gute Schärfe auf und der Kontrast wurde so gewählt, dass auch in dunklen Szenen, Details noch zu erkennen sind. Rauschmuster halten sich sehr im Hintergrund. Die blassen Farben in der Traumwelt gehören zum visuellen Konzept. Sie erschaffen die seltsam zwielichtige Atmosphäre, die immer irgendetwas Unnahbares zu verstecken droht.

Sowohl der englische als auch der deutschen Ton sind völlig in Ordnung. Während die Originaltonspur (englisch) in Stereo vorliegt, was ihr einen volleren Charakter verleiht, muss sich der deutschliebende Zuschauer mit Mono begnügen. Das wirkt naturgemäß etwas dünner, aber auch hier sind die Dialoge gut zu verstehen, so dass es keinen Anlass zu besonderer Kritik gibt.

Außer Werbetrailern ist nichts an Extras auf der DVD enthalten.

Fazit:

“Paperhouse” zählt zu den eindrucksvollsten Horrorfilmen der letzten 20 Jahre. Traumwelt und Realität gehen eine spannende Verbindung ein, die das dichte Bedrohungspotential der psychologisch interessanten Ausgangssituation voll ausschöpft. Ganz ohne echtes Bonus-Material ist die DVD jedoch etwas dünn ausgestattet. Ansonsten gut.

17.09.2004 Stefan Dabrock.

Test-Equipment

Player: PANASONIC A-150

TV: LOEWE (4:3), 70-er Bildröhre

 

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