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Der Rabe

Original

The Raven (USA, 1963)

Laufzeit

83 Minuten (PAL)

Studio

MGM

Regie

Roger Corman

Darsteller

Vincent Price, Peter Lorre, Boris Karloff, Jack Nicholson u.v.a.

Bildformat

2.35:1 Widescreen (16:9)

Ton

DD-Mono Deutsch, Englisch, Fr, It, Spa

Untertitel

Deutsch, It, Spa, Fr, Pl

Extras

Trailer

Preis

ca. 16 Euro (Ladenpreis)

Bewertung

 3+ / 4 / 5- (Bild/Ton(Mono)/Extras)

                   “Sprach der Rabe nimmer mehr!”

Mit “Der Rabe” betritt Roger Corman in seiner Edgar Allan Poe Reihe neues Terrain. Basierend auf dem populären Gedicht von Poe entspinnt Corman eine ganz eigene Geschichte, die schließlich nur wenige Motive der originären Poesie verwendet. Dafür wird der seichte Grusel hier mit einer ordentlichen Portion Humor versetzt, der in den vorangegangenen Filmen wie “Die Verfluchten” oder “Das Pendel des Todes” nicht vorhanden war. Vincent Price gibt hier den leicht verstörten Magier Dr. Erasmus Craven, der eines Abends Besuch von einem zaubernden Kollegen namens Adolphus Bedlo (Peter Lorre) bekommt - und zwar in Gestalt eines Raben. Der erklärt, dass er von dem fiesen Chef der Magier-Gilde Dr. Scarabus (Boris Karloff) verzaubert wurde. Nach der nicht ganz einfachen Rückverwandlung des Unglücksraben machen sich Craven mit Bedlo samt Nachwuchs (Bedlos Sohn wird von dem noch unbekannten Jack Nicholson gespielt!) auf zum Schloss des Missetäters. Denn auch Craven hat noch ein Hühnchen mit dem obersten Zauberzausel zu rupfen. Trotz einiger Tempo-Schwierigkeiten im Mittelteil ist “Der Rabe” immer noch ein spaßiges wenngleich harmloses Vergnügen. Der Subplot um Cravens verstorbene Frau Lenore (die schwer dekolletierte Hazel Court) wird zwar stimmungsvoll eingeführt aber gibt das Geheimnis um ihren Tod leider zu früh preis. Das finale Zauberduell zwischen Craven und Scarabus ist allerdings ein Instant-Klassiker, der in so manchem Film kopiert wurde und immer noch mit seinem kindischen Charme fesseln kann. Wen stört es da, dass die Effekte auch in der Augsburger Puppenkiste sicherlich besser ausgesehen hätten. 

Auch für diesen MGM-Titel wurde keine vollständige Remasterung des Ausgangsmaterials vorgenommen. Die Vorlage des anamorphen Widescreen-Transfers (2.35:1) kann ihr Alter nicht leugnen. Leichte Spratzer und Bildpunkte zieren deutlich den ansonsten noch gut in Schuss befindlichen Film. Schärfe und Kontrast werden stellenweise durch den Rauschanteil der Vorlage gemindert. Die Farben sind allerdings äußerst lebendig und natürlich. Der Schwarzlevel ist ordentlich tief und verschluckt an wenigen Stellen kleine Details. Die Kompression hält das Bild stabil und verhindert die weitere Bildung von Artefakten oder Blockrauschen. “Der Rabe” ist nicht mit groß restaurierten Klassikern zu vergleichen. Der Transfer ist aber immer noch äußerst solide und vor allem anamorph!  

Nur in Mono sind sowohl der deutsche als der englische Ton auf der Scheibe vorhanden. Beide Spuren wurden ordentlich bearbeitet und von ihren Altersleiden größenteils befreit: das Grundrauschen wurde absolut minimiert und die Dialoge gesäubert. Hier kann auch der englische Originalton mithalten, der bei älteren Filmen sich oft sehr muffig anhört. In beiden Fällen sind die Dialoge aber immer gut verständlich. Ansonsten werden natürlich keine Surroundeinlagen geboten, aber die Tracks besitzen noch eine angenehme Dynamik, die den Ton nicht ganz so flach erscheinen lassen.

Nur der englische Kinotrailer ist als Extra auf der Scheibe zu finden.

Fazit:

Lausbübisch und sympathisch verkörpert Vincent Price den Magier-Schelm Craven, der alle an der Nase herumführt. Dieses klassiche Zauberduell - wenngleich etwas gealtert - sollte sich niemand entgehen lassen. Die DVD von MGM bietet eine solide Qualität aber leider keine Extras. Trotzdem ein Muss-Titel.

15.01.2004 Kay Pinno.

Test-Equipment

Player: DENON DVD 2800

Receiver: DENON AVR 3801 (DTS-ES/Dolby Digital EX)

TV: GRUNDIG (16:9), 82-er Bildröhre.

 

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