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Swordsman-Trilogie

Swordsman

swordsman

Original

Xiao ao jiang hu (Hongkong 1990)

Laufzeit

113 Minuten (PAL)

Studio

e-m-s

Regie

King Hu & Ching Siu Tung

Darsteller

Sam Hui, Jacky Cheung, Fannie Yuen, Cecilia Yip, Wu Ma u.v.a.

Bildformat

1.85:1 Widescreen (16:9)

Ton

DD5.1  Deutsch, Kantonesisch

Untertitel

Deutsch

Extras

Trailer, Biographien

Preis

ca. 15 Euro (Ladenpreis)

Bewertung

 1-/ 3+/ 5  (Bild/Ton/Extras)

Swordsman 2

swordsman202

Original

Xiao ao jiang hu zhi dong fang du bai(HK1991)

Laufzeit

104 Minuten (PAL)

Studio

e-m-s

Regie

Ching Siu Tung

Darsteller

Jet Li, Brigitte Lin, Michelle Reis, Rosamund Kwan, Fannie Yuen, Waise Lee u.v.a.

Bildformat

1.85:1 Widescreen (16:9)

Ton

DD5.1  Deutsch, Kantonesisch

Untertitel

Deutsch

Extras

Trailer, Biographien

Preis

ca. 15 Euro (Ladenpreis)

Bewertung

 1-/ 3+/ 5  (Bild/Ton/Extras)

Swordsman 3

swordsman3

Original

Dung fong bat baai 2 (Hongkong 1992)

Laufzeit

84 Minuten (PAL)

Studio

e-m-s

Regie

Ching Siu Tung

Darsteller

Brigitte Lin, Joey Wang, Eddie Ko, Waise Lee, Fannie Yuen, Yu Rong Guang u.v.a.

Bildformat

1.85:1 Widescreen (16:9)

Ton

DD5.1  Deutsch, Kantonesisch

Untertitel

Deutsch

Extras

Trailer, Biographien, geschn. Szene 

Preis

ca. 15 Euro (Ladenpreis)

Bewertung

 1-/ 3+/ 3- (Bild/Ton/Extras)

                 “Kein Überflugverbot für Startbahn Ost!”

Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein, es ist Ching Siu Tung im Kampf gegen die physikalischen Gesetze der Gravitation und des Filmschnitts. Rasant, rasant, rasant Herr Musikant war die Devise der “New Wave Kung Fu”-Welle, die 1989 von Tsui Harks enorm erfolgreichen Epos “Once upon a Time in China” ausgelöst worden war. Unterstützt von neuster Technik und einem grellen visuellen Stil stiegen die alten Kung Fu- und Schwertkämpfer auf der Leinwand wieder zu neuem Ruhm auf. Mit “Swordsman” wollten die neuen Meister des jungen Hongkongkinos aber einen großen Altmeister ehren: King Hu, der als einer der ersten asiatischen Filmemacher den Schwertkämpfer auf der Leinwand mit “Ein Hauch von Zen” erfolgreich das Fliegen beibrachte, sollte eigentlich bei “Swordsman” Regie führen. Doch gesundheitliche Gründe zwangen Hu, schon rasch das Handtuch zu werfen. Fertiggestellt wurde der Film schließlich hauptsächlich von Ching Siu Tung und Tsui Hark selbst. Angeblich haben auch noch Andrew Kam (“The Big Heat”) und Ann Hui (“The Boat People”) ihre Finger im Spiel gehabt. Trotz dieses drolligen Tohuwabohus ist “Swordsman” (deutscher Kino-Titel “Meister des Schwertes”) eine recht amüsante Mischung aus hyperaktiven Kampfduellen, einer überdrehten Verwechslungskomödie und klassischer Jiang-Hu-Poetik geworden (Anmerkung: Jiang Hu bezeichnet die mythisch angehauchte Weltordnung der chinesischen Schwertkämpfer, in der andere Gesetze und Verhaltensregeln gelten als in der “normalen” Welt).

“Swordsman” beginnt mit einem dreisten Diebstahl. Im 16. Jahrhundert wird aus der kaiserlichen Bibliothek die sogenannte “Sonnenblumen-Schrift” entwendet, die einen vergessen geglaubten wie mächtigen Kampfstil beschreibt. Der zuständige kaiserliche Eunuch (Shun Lau) will seine Schlappe vertuschen und macht sich mit seinen skrupellosen Schergen Au Yeung (Jackie Cheung) und Zhor (Yuen Tak Wah) auf die Suche nach dem Schuldigen. Der Dieb wird schnell in dem Schwertmeister und ehemaligem Palastwächter Lin Zenan gefunden. In einem Handstreich wird sein gesamter Clan von den Häschern des Eunuchs niedergemetzelt. Die Schriftrolle wird aber nicht gefunden. Nur die zu Besuch weilenden Gäste Ling Wu Chung (Sam “Aces go Places” Hui) und Kiddo (Cecilia Yip) vom Huan-Chan Clan kommen so gerade mit dem Leben davon - nicht allerdings bevor der sterbende Schwertmeister Ling Wu Chung noch bitten kann, eine wichtige Nachricht an seinen Sohn zu übermitteln. Nach und nach heften sich weitere Parteien an die Fährte der Flüchtenden, um möglicherweise etwas über das geheime Versteck der “Sonnenblumen-Schrift” zu erfahren. Zu diesem Zweck werden auch noch einige Identitäten vertauscht und zahlreiche Doppelspiele getrieben. Schließlich kommt es zu einem gewaltigen Finale, bei dem Freund und Feind mit Schwert und Geist Farbe bekennen müssen. Als visuelles Spektakel wirkt “Swordsman” in Anbetracht von opulenten Okular-Orgien wie “Hero” oder “House of flying Daggers” natürlich etwas angestaubt. Dennoch wird hier immer noch gewirbelt, dass einem so richtig schwindelig wird. Die poetische Erzählung über die fatalen Auswirkungen von Machtgier und der sich dadurch verbreitenden Korruption auch in der ehrenhaften Welt des Jiang Hu hat nichts von seiner Wirkung eingebüßt.

“Swordsman II” ist neben den “Once upon a Time in China”-Filmen die ultimative Visitenkarte von Jet Li, der diesmal die Rolle des Tausendsassas Ling Wu Chung übernimmt. Mit Kiddo (diesmal gespielt von Michelle Reis) kehrt er nach einem Jahr von seiner Wanderschaft nach China zurück und mitten in einen ausbrechenden Krieg hinein. Abtrünnige japanische Generäle haben sich nach China abgesetzt, um von dort aus einen zweiten Schlag gegen die Despoten im eigenen Land organisieren zu können. Zuvor plündern sie aber gemeinsam mit chinesischen Verbündeten das Land. Zwischen den sich bekämpfenden Fraktionen sucht Ling Wu Chung nach seinen alten Huan Chan Brüdern und seiner heimlichen Liebe, der Herrin der Sonne-Mond-Ordens (Rosamund Kwan), deren böser Onkel Fung gemeinsame Sache mit den Japaner macht. Regisseur Ching Siu Tung lässt dem Zuschauer keine Atempause und hält sich auch nicht groß mit wichtigen Story-Wendungen auf. Am laufenden Band klirren Schwerter, fliegen Ninjas auf gigantischen Wurfsternen und lassen Skorpione auf ihre Feinde regnen. Dazu gibt’s noch die geschlechtsgewandelte Superkämpferin Asia (Brigitte Lin), an der sich zum Schluss die Geister aber auch zahlreiche Gegner scheiden. Auch wer dem konfusen Story-Wirrwarr von “Swordsman II” nicht folgen kann, wird seine helle Freude an den ideenreichen wie rasant inszenierten Geplänkeln des Films haben. Hier ist das Fantasy-Swordplay-Genre aus Hongkong wirklich entfesselt.

“Swordsman III” lässt den geplagten Abenteurer Ling Wu Chung völlig außen vor und konzentriert sich nur noch um das Vermächtnis der großen Kämpferin Asia (Brigitte Lin). Um sich vom Tod der legendären Kung Fu Meisterin zu überzeugen, unternimmt der kaiserliche Gesandte Gu (Yu Rong Guang) mit Unterstützung einer portugiesischen Expedition eine Reise zu ihrer zerstörten Festung an den schwarzen Klippen. Dort muss er allerdings feststellen, dass Asia doch noch ziemlich quicklebendig ist, aber wegen ihres gebrochenen Herzens nichts mehr mit der Welt zu tun haben will. Dummerweise überzeugt Gu die wilde Hexe aber vom Gegenteil, denn eine Betrügerin hat sich ihren Namen angeeignet und sich zur Chefin des Sonne-Mond-Ordens aufgeschwungen. Zusätzlich gibt’s auch noch den obligatorischen Krach mit den Japanern, die von einem Typen angeführt werden, der ausschaut wie eine Mischung aus Darth Vader und Shredder von den “Ninja Turtles”. Und die Portugiesen wollen natürlich auch kräftig um die Vorherrschaft in China mitmischen. Wer glaubt, dass Ching Siu Tung schon im zweiten Teil all sein Pulver fachgerecht inszenierten Irrsinns verschossen hat, wird nochmal eines besseren belehrt. Drachenflieger, wahnwitzige Schiffsschlachten einschließlich eines japanischen U-Boots (!!!!) sowie allerlei explosiver Unfug mit Musketen und Kanonen sorgen zwar für hysterische Lacher und Applaus, aber lassen doch eine herzergreifende Stimmung wie in den vorangegangen teilen missen. Dummerweise ist die von e-m-s auf die Scheibe gepresste Fassung an einer Stelle im Finale gekürzt. Die fehlende Szene wird aber im Bonusmaterial (s.u.) nachgeliefert.                 swordsmanbild1

Das “High Definition”-Mastering der neuen anamorphen Transfere (1.85:1) hat sich auch bei den “Swordsman”-Filmen gelohnt. Deutlicher als bei der “Chinese Ghost Story”-Trilogie erstrahlen alle drei Filme in tatsächlich gleich guter Qualität. Die Vorlagen sind in sehr gutem Zustand und zeigen nur ganz leichte Verschleißspuren in wenigen Szenen - häufig zu Beginn des Films. Schärfe und Kontrast sind bis auf einzelne Ausnahme-Szenen (einige Modellaufnahmen und Außeneinstellungen sind deutlich grieseliger und unschärfer, was allerdings vom Filmmaterial selbst herrührt!) recht gut geraten und zeigen einen hohen Detailgrad. Die Farben sind sehr kräftig und lassen die schöne Kamera- und Ausleuchtungsarbeit der Filme sehr gut zur Geltung kommen. Der Schwarzlevel ist ebenfalls recht tief, aber er rutscht in wenigen Aufnahmen schon mal ein wenig in einen seicht milchigen Ton ab. Bildelemente werden allerdings nicht verschluckt. Die Kompression hält das Bild frei von Artefakten und Hintergrundrauschen. Kurzum: so gut haben diese drei Filme noch nie ausgesehen.    swordsmanbild2

Die aufgemotzten Tonspuren in DD5.1 auf Deutsch und Kantonesisch können sich ebenfalls hören lassen. Die deutschen Synchronisationen klingen zwar sehr “künstlich” aufgesprochen, aber sind dafür deutlich verständlich. Hier schwächelt der kantonesische Ton: die originalen Dialoge klingen durchweg muffelig und undynamisch. Die dazu einblendbaren deutschen Untertitel entsprechen glücklicherweise nicht exakt den deutschen Synchronisationen. Wie nah die Texte aber am Original liegen, lässt sich nur vermuten. Musik und Soundeffekte wurden ordentlich über die Soundstage verteilt, aber lassen keine Sekunde einen Zweifel an der Künstlichkeit der insgesamt recht artifiziellen Soundkulisse. Viel Basseinsatz gibt’s ebenfalls nicht zu vermelden. Besonders hübsch kommt aber das Titellied der Serie “Wir trotzen der Unterwelt” von Wu Ma zur Geltung.

Ähnlich wie wie bei der “Chinese Ghost Story”-Trilogie hat e-m-s bei den Einzelscheiben keine weiteren Extras außer den originalen Kinotrailern (bei “Swordsman” sogar der Deutsche!) und einigen Biographien parat. Nur bei “Swordsman III” wird als Bonus eine epische geschnittene Szene in leider relativ bescheidener Qualität nachgeliefert. Warum diese Non-Stop-Actionszene (Laufzeit knapp 11 Minuten!!!) im Film selbst fehlt, bleibt ein großes Rätsel, da es sich hierbei um den Auftakt der Endschlacht zwischen allen Parteien handelt. Asia macht hier zunächst im Alleingang die Portugiesen auf ihrem Schiff fertig und kümmert sich anschließend um die Japaner. Erst dann wendet sie sich den Chinesen unter dem kaiserlichen Gesandten Gu zu. Diese Dreingabe ist nicht auf der DVD-Hülle vermerkt, aber wertet die Scheibe deutlich auf.

Fazit:

Unerlässlich für alle Asien-Fans: die “Swordsman”-Trilogie bietet bei e-m-s erstmals eine hervorragende Bildqualität und guten Sound. Trotz fehlender Extras sind diese Scheiben ein echter Pflichtkauf. Allerdings bleibt abzuwarten, ob e-m-s nicht doch noch mal eine komplette Box mit weiteren Extras wie bei den “Chinese Ghost Story”-Filmen präsentieren wird.

23.12.2005 Kay Pinno.

Test-Equipment

Player: PIONEER DV-668AV

Receiver: DENON AVR 3801 (DTS-ES/Dolby Digital EX)

TV: GRUNDIG (16:9), 82-er Bildröhre.

 

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