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Twin Peaks - Die Serie

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Twin Peaks - 1. Folge

Original

Twin Peaks (USA, 1989)

Laufzeit

45 Minuten (PAL)

Studio

Paramount

Regie

Duwayne Dunham / David Lynch

Darsteller

Kyle MacLachlan, Michael Ontkean, Joan Chen, Piper Laurie u.v.a.

Bildformat

1.33:1 Vollbild

Ton

DD5.1 Englisch DD2.0 Deutsch, Spa, It

Untertitel

Deutsch, Englisch, NL, Spa, It u.m.

Extras

Kommentar, Drehbuchnotizen u.m.

Preis

Boxset

Bewertung

 2 / 2+ / 3+ (Bild/Ton(DD/DTS)/Extras)

                                   Serientäter

Hier folgt nun in einem ersten Update ein Text über die erste Folge von “Twin Peaks”. Da sowohl die Bild- als auch die Tonqualität zum Pilotfilm differiert, war es nötig die Folgen unabhängig zum Pilotfilm zu betrachten. Außerdem besitzt jede Folge einen eigenen Audiokommentar, so dass hier zunächst Besprechungen der einzelnen Folgen erscheinen, soweit dies sinnvoll ist. Zur Bild- Und Tonqualität wird es nur noch zusätzliche Anmerkungen geben, falls hier grobe Unterschiede zu finden sind. Am Ende wird es eine kurze Gesamtbewertung des Boxsets geben, also ein Fazit, das alles noch einmal zusammenfasst. Wer etwas weniger Zeit zum Lesen hat kann dort dann die wesentlichen Informationen finden.

 

                                   “Spuren ins Nichts!”

    Die erste Serienfolge greift auf, was im Pilotfilm unerlässlich war: Das Vorstellen der Charaktere. Über den Start der Ermittlungen, die Agent Cooper federführend leitet, lernt man noch einmal die wichtigsten Figuren kennen. Dabei geht es hauptsächlich darum, Verbindungen der Twin Peaks-Bewohner zu Laura Palmer herzustellen. Ein blutiges Hemd taucht auf, das einem gewissen Leo Johnson gehört. Das ansonsten brutale Verhalten Johnsons – zum Beispiel gegenüber seiner Freundin Shelly, die im zentralen Diner der Kleinstadt bedient - lenkt sofort einen Verdacht auf ihn. Daneben blättert die Folge erste Hintergründe über Laura Palmer auf – so zum Beispiel mit wem sie vor ihrem Tod zusammen war. Ein mysteriöses Video wird gefunden, das kurz vor ihrem Tod gedreht worden sein muss. Geschickt fächert die Folge eine Vielzahl an Spuren auf, führt weitere verschrobene Charaktere ein und hinterlässt das spannende Gefühl, dass hinter allem eine schier unendliche Menge verzweigter Abgründe, sympathischer Liebesgeschichten oder absurder Details steckt. Eines davon ist die erstmals auftretende Log-Lady, eine Frau, die mit einem Holzscheid umherläuft. Sie behauptet, dass der etwas wichtiges in der Mordnacht gesehen habe.

    Das Betrachten der ersten Folge ist schon wesentlich angenehmer als die Sichtung des Pilotfilmes. Neben einer wunderbar aufgeräumten Vorlage, ist das Rauschen gegenüber dem Pilotfilm doch merklich reduziert. Ganz ohne kommt man aber auch hier nicht aus. Große Flächen sind davon hauptsächlich betroffen. Das kann auch recht deutlich zu Tage treten. Im Endeffekt kommt diese Verbesserung auch der Schärfe zu gute, die sich ebenfalls besser schlägt, als noch beim Pilotfilm. So sieht man sich das ganze sehr gerne an. Der Kontrast ist ordentlich gewählt und die Farben haben ihren wunderschönen rötlichen Look, der beim Drehen durch bestimmte Filter erzeugt wurde.

    Der englische Originalton liegt in einer 5.1-Abmischung vor. Daran gibt es nichts zu bemängeln. Die Dialoge sind klar und verständlich, Nebengeräusche wurden in einem guten Verhältnis dazu abgemischt und die Musik entfaltet sich in voller Schönheit. Souround-Effekte gibt es kaum welche, aber das liegt in der Natur einer hauptsächlich Innenräumen spielenden Serie. Demgegenüber fällt der deutsche 2.0-Ton kaum ab. Für ihn gilt im wesentlichen das gleiche, wie für den englischen Ton. Lediglich an manchen Stellen muss man sich über die Atmosphäregeräusche wundern. Da hat man doch tatsächlich bei einer Szene, die im idyllisch gelegenen Sägewerk spielt, Vogelzwitschern eingefügt, das auf der Originalspur nicht zu vernehmen ist. Wahrscheinlich dachte man, das die Deutschen sonst nicht verstehen, das Wald in der Nähe ist. Aber das sind natürlich nur Kleinigkeiten.

    Zur ersten Folge gibt es als zentrales Bonusmaterial einen Audiokommentar des Regisseurs Duwayne Dunham. Der plaudert über die etwas abenteuerlichen Bedingungen, da er gleichzeitig zum Dreh der ersten Folge David Lynchs Spielfilmprojekt “Wild at Heart” schnitt. Neben solchen netten Einblicken ins Filmgeschäft bietet Dunham interessante Informationen zum Stil David Lnychs Pilotfilm, der als Vorgabe für die Regisseure der Folgen diente. Er erläutert das künstlerische Konzept einzelner Szenen, liefert Interpretationen des Schnitts und spricht über seine Regiearbeit mit den Darstellern. Das ganze ist mal mehr und mal weniger interessant, so dass ein Kommentar dabei herausgekommen ist, der im oberen Durchschnitt liegt. Die kurze Einführung der Episode durch die Log-Lady ist ein eher verspielter Gag. Ihre kryptischen Ausführungen passen sehr gut zum seltsamen Ton der Serie. Einige sehr schöne Informationen liefern zusätzlich die Drehbuchnotizen. Hier erfährt man beispielsweise, dass eine Szene entfernt wurde, in der die Sekretärin der Polizeistation Lucy und Deputy Andy einen kopfhohen Stapel Donuts einkaufen. Außerdem wurde ein Dialog zwischen Lauras bester Freundin Donna und ihrer Mutter entfern, in dem Donna über die zusammen mit Laura geplante Trennung von ihrem Freund spricht.

    Fazit:

    Ein besseres Bild zusammen mit einem anständigen Ton sowie angenehmen Extras runden die erste DVD des Boxsets ab. Wirklich gelungen.

    19.12.2002 Stefan Dabrock.

     

      Twin Peaks - 2.-4. Folge

      Original

      Twin Peaks (USA, 1989)

      Laufzeit

      je 45 Minuten (PAL)

      Studio

      Paramount

      Regie

      David Lynch/Tina Rathbone/Tim Hunter

      Darsteller

      Kyle MacLachlan, Michael Ontkean, Joan Chen, Piper Laurie u.v.a.

      Bildformat

      1.33:1 Vollbild

      Ton

      DD5.1 Englisch DD2.0 Deutsch, Spa, It

      Untertitel

      Deutsch, Englisch, NL, Spa, It u.m.

      Extras

      Kommentar, Drehbuchnotizen u.m.

      Preis

      Boxset

      Bewertung

       2 / 2+ / 2+ (Bild/Ton(DD/DTS)/Extras)

                 “Zen oder die Kunst einen Mörder zu fassen!”

      Mit der zweiten Folge der Kultserie “Twin Peaks” passiert das, was in einem Format mit einer großen Anzahl von Charakteren passieren muss. Die Geschichte verzweigt sich auf ein Weise, dass eine Inhaltsangabe kaum noch möglich ist. Bei “TwinPeaks” kommt noch hinzu, dass es wenig sinnvoll ist, sich weiter über den Fortlauf der Geschehnisse zu verbreiten. Die Fans kennen den ohnehin und dem Rest würde man selbst durch kleine Anmerkungen bereits zuviel verraten und den Spass am Gucken nehmen. Deswegen folgt an dieser Stelle nur noch eine Vorstellung der Extras. Denn für die Ton –und Bildqualität gilt zumindest für diese drei Folgen das Gleiche, wie für die erste Folge. Sie ist gut..

      Die Zweite Folge mit dem etwas kryptischen Titel »Zen oder die Kunst einen Mörder zu fassen« wurde mit einem Audiokommentar des Kameramanns Frank Byers ausgestattet. Leider hat man Byers alleine ans Mikrophon gesetzt und so macht er das, was er am besten kann. Er verliert sich in genauste Details über seine Arbeit. Voller Enthusiasmus berichtet er über Blenden, Filmentwicklung, Lichtempfindlichkeiten und so weiter. Für die wenigen Menschen, die an einer Filmhochschule Kamera studiert haben ist das sicher hoch interessant, sehr kompetent und einfach nur gigantisch gut. Die übrigen 99,9% der Bevölkerung verstehen aber kein Wort. Ein Audiokommentar, der nur für ein sehr kleines Spartenpublikum von Wert ist.  Auch bei dieser Folge gibt es, wie bei allen Folgen eine Einführung der Log-Lady und Drehbuchanmerkungen. Die Worte der Log-Lady sind wie immer sehr kryptisch und bewusst unklar, während die Drehbuchanmerkungen ein paar hübsche Informationen liefern.

      Die dritte Folge »Ruhe in Frieden« kommentiert die Regisseurin Tina Rathborne. Auch wenn Rathborne etwas abgehakt spricht, weil sie immer überlegt, was sie sagen möchte, merkt man ihr doch die Freude an, mit der sie auf das Projekt zurückblickt. Sie liefert ihre persönliche Sicht auf das Twin-Peaks-Universum, erzählt einiges zu ihrer Art Regie zu führen und über den Umgang mit den Darstellern. Anhand einzelner Szenen erläutert sie ihren persönlichen Stil und wie sie mit der Vorgabe umgegangen ist. Das ganze ergibt einen Audiokommentar, der die persönliche Handschrift der Regisseurin trägt. So muss es sein. Für die Log-Lady und die Drehbuchanmerkungen gilt das gleiche wie bei Folge 2.

      Die vierte Folge weist den bis dahin besten Audiokommentar auf. Regisseur Tim Hunter und Drehbuchautor Robert Engels werfen sich die Bälle gegenseitig zu. Ob die beiden zusammen im Studio gesessen haben kann ich nicht genau sagen, es wirkt aber nicht so. Insofern muss vermutlich ein großes Lob an die Abteilung gegeben werden, welche die beiden Tracks zusammengeschnitten hat. Während Hunter interessante Einblicke in die Arbeit am Set liefert und auch ein paar Hintergrundinformationen sowie Anekdoten bereit hält, erzählt Engels, wie die Stoffe, die wie gerade sehen überhaupt entstanden sind. Er berichtet von den Sitzungen des Kreativteams und erzählt etwas über die Struktur der Fernsehserie. Zusammen ergeben die Ausführungen von Hunter und Engels eine geschlossene Analyse dieser Twin Peaks-Folge, welche das Thema von unterschiedlichen Seiten angeht. Ein wunderbarer Audiokommentar zu einer Fernsehserienfolge.

      Fazit:

      Das Boxset offenbart immer größere Stärken. Wenn die Qualität so weiter geht muss man sagen, dass dies eine vorbildliche Edition ist.

      06.01.2003 Stefan Dabrock.

       

        Twin Peaks - 5.-7. Folge

        Original

        Twin Peaks (USA, 1989)

        Laufzeit

        je 45 Minuten (PAL)

        Studio

        Paramount

        Regie

        Leslie Glatter/Calabe Deschanel/Mark Frost

        Darsteller

        Kyle MacLachlan, Michael Ontkean, Joan Chen, Piper Laurie u.v.a.

        Bildformat

        1.33:1 Vollbild

        Ton

        DD5.1 Englisch DD2.0 Deutsch, Spa, It

        Untertitel

        Deutsch, Englisch, NL, Spa, It u.m.

        Extras

        Kommentar, Drehbuchnotizen u.m.

        Preis

        Boxset

        Bewertung

         2 / 2+ / 2+ (Bild/Ton(DD/DTS)/Extras)

           “Coopers Träume, Zeit des Erkennens, Der letzte Abend!”

        Zu den Audiokommentaren der letzten drei Folgen des vorliegenden Box-Sets mit der ersten Staffel “Twin Peaks” lässt sich nur noch wenig anmerken. Das liegt nicht daran, dass die Qualität abgesunken wäre, sondern vielmehr das Niveau der Folgen 3 und 4 gehalten wird. Alle Beteiligten, ob das nur Regisseure oder Drehbuchautoren sind, vermitteln ihre profunden Kenntnisse über die Serie im allgemeinen und einzelne Details der Folgen im speziellen auf ebenso anschauliche wie unterhaltsame Weise. Eine besondere Rolle spielt zum Abschluss noch der Audiokommentar des Ausstatters Richard Hoover, der zur abschließenden Folge 7 zu hören ist. Hoover bringt nicht nur interessante Informationen zu einem Bereich, der bislang kaum in Erscheinung getreten ist, sondern führt die einzelnen Aspekte einer Serie bestehend aus Handlung, Design, Kameraarbeit, Schauspielerleistung, etc. zusammen. Hoovers Ausführung sind damit ein Versuch, dem künstlerischen Gesamtkonzept auf die Spur zu kommen. Dadurch wird sein Track einer der wichtigsten Audiokommentare des gesamten Box-Sets..

        Die Bonus-DVD besitzt eine Mischung aus kurzen, witzigen Beiträgen und einigen Interviews. So ist ein etwa 12minütiges Interview mit Mark Frost vertreten, der ein wenig darüber plaudert, wie es zu der Serie kam und was die Konzeption dahinter war. Alles in allem ein nettes, kleines Interview, das man sich gut ansehen kann. Daneben gibt es eine 20minütige Featurrette über David Lynch. Hier erzählen im wesentlichen einige Darsteller der Serie, darunter Kyle Machlachlan (Special Agent Dale Cooper), ihre Erfahrungen mit dem Regisseur David Lynch. Hier bekommt man als Zuschauer einen interessanten Einblick in die Arbeitsweise Lynchs, welche zum Teil der Art seiner Filme nicht unähnlich ist. Ein amüsanter kleiner Film gibt Unterricht in der Sprechweise, die im bekannten Red Room gepflegt wird. Darüber hinaus enthält die DVD eine Interview mit der Besitzerin des Diners, in dem ein Teil der Serie spielt. Sie berichtet über den unglaublichen Ansturm, den es nach der Ausstrahlung der Serie auf ihr Lokal gab. Da offenbaren sich die Auswirkung echter Kultprodukte. Zu guter Letzt gibt es unter der Überschrift Postkarten der Darsteller zu den wichtigsten Schauspielern kleine Filmbeiträge, in denen sie irgendetwas für sie charakteristischen erzählen. Das reicht von schamanischen Erfahrungen im Amazonas-Gebiet bis zu Reaktionen des Publikums auf die jeweilige Rolle. Ein bunter Reigen also.

        Fazit:

        Mit “Twin Peaks” ist Paramount eine vorbildliche Aufbereitung einer Fernsehserie gelungen. Das bizarre Kultformat wurde in guter Bild- und Tonqualität auf DVD übertragen, so dass nur wenig Wünsche übrig bleiben. Einzelne kleine Abstriche fallen da kaum ins Gewicht, zumal sie nie in der Lage sind das Gesamtbild nachhaltig zu trüben. Mit Audiokommentaren zu jeder Folge wird sowohl den beinharten Fans als auch denjenigen, die nur interessierte Gucker sind, eine Menge an interessanten Details geboten. Es gelingt den verschiedenen Kommentatoren die Vielfalt an Aspekten, die es im Rahmen eines solchen Serien-Produktes gibt, zu beleuchten und komplexe Zusammenhänge aufzuzeigen. Dass der Kommentar des Kameramanns Frank Byers weniger gelungen ist, ist zwar schade, aber im Rahmen einer solchen Fülle an Bonus-Material kann man sich letztlich auch ein bisschen Spezial-Informationen leisten. Die abschließende Bonus-DVD bietet zusätzliches Material, das zwar nicht brillant aber durchaus brauchbar ist.

        24.01.2003 Stefan Dabrock.

         

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