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Lucy   (BLU-RAY)

Lucy
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Original: Lucy   (USA, 2014)
Laufzeit: 86 Min. (1080p)
Studio: Universal
Regie: Luc Besson
Darsteller: Scarlett Johansson, Morgan Freeman, Min-sik Choi, Amr Waked u.a.
Format: 2:40:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS-HD-MA 5.1 Englisch DTS Deutsch, It, Spa, Jp, Hind
Untertitel: Deutsch, Englisch, It, Spa, J, HIND, P, DK, FIN, I, N, S, ARAB
Extras: Making of
Preis: ca. 15 €
Wertung: 2 / 3+/ 3+ (Bild/Ton/Extras)


"Super-Junkie "

Pech für Studentin Lucy (Scarlett Johansson): eben noch mit einem bescheuerten Discocowboy Party gefeiert, entpuppt sich die Hanswurst als fieser Drogenkurier, der Lucy einen Metallkoffer an die Hand kettet. Den soll sie bei einem Mr. Jang (Koreas Superstar Min-sik Choi aus "Shiri", "Old Boy" und "I saw the Devil"!) abliefern, der sofort umissverständlich seine Rolle als Psychopath blutig untermauert.
Im Handumdrehen wird Lucy der Bauch aufgeschlitzt und mit einem Päckchen einer neuen Droge beladen, die sie und drei weitere "Freiwillige" nach Europa schmuggeln sollen. Zu dumm nur, dass Lucys Päckchen anfängt zu lecken und die Droge massiv intern bei ihr freisetzt. Die Überdosis führt bei ihr zu einer Kettenreaktion, die ihr Gehrinpotential, von dem der Mensch gerade mal 10-15 Prozent nutzt, nach und nach komplett freischaltet und ihr übersinnliche Kräfte verleiht. Auf der Suche nach Antworten für ihre Situation stößt sie auf Professor Norman (Morgan Freeman), der eine umfassende Theorie zu der Entwicklung des menschlichen Potentials parat hat. Und da ist natürlich auch noch Mr. Jang, der unbedingt seine Drogen wiederhaben möchte.

Was als kuriose WTF-Situation für Lucy beginnt, verliert leider nach der Drogenaufnahme komplett an Drive, da Lucy sofort zu einem schmerzfreien Superweib mutiert, dem nichts und niemand etwas anhaben kann. Das sie dabei anscheinend auch komplett ihre Emotionen verliert wird zwar gesagt aber im Film nicht wirklich thematisiert. Genausowenig wie die Kollision der zerebralen und der emotionalen Ebene. Außerdem spielt der Thriller-Plot eigentlich fast keine Rolle mehr, da Lucy einfach nur noch radikal und schmerzfrei an allen Fronten aufräumt. Da ist der Ballershowdown an der Sorbonne geradezu lächerlich Selbstzweckhaft und komplett spannungsfrei.
Letztlich wird "Lucy" im Finale tatsächlich zu Luc Bessons weiblicher Live Action-Verfilmung von "Akira", allerdings weitaus undramatischer und mit einer derart unverschämten wie impertinenten Coda, die leider gar nichts aussagt, geschweige denn zu irgendwetwas Stellung bezieht. Das schmerzt umso mehr, denn die im Film angesprochennen Themen von menschlicher Entwicklung und Wahrnehmung (seines) Universums sind tatsächlich faszinierend.

BILD

Lucy

Die Vorlage des anamorphen Widescreentransfers (2.40:1) ist fehlerfrei und zeigt einen glasklaren Tansfer, der nur von eingefügten Dokuementaraufnahmen in der Qualität ein wenig abweicht. In einzelnen Szenen ist eine leichte Körnigkeit festzustellen, die dem Bild allerdings organische Substanz verleiht Schärfe und Kontrast sind durchgängig gut und homogen. Die Farben sind kräftig und stabil ohne dabei künstlich überbetont zu sein. Der Schwarzlevel ist tief und sehr detailreich. Die Kompression bleibt unsichtbar. Ein insgesamt guter Transfer.

TON

Lucy

Der englische DTS-HD-MA 5.1 Track ist ordentlich dynamisch aber tatsächlich stark auf den Soundtrack von Eric Serra ausgelegt, der leider weitaus unprominenter ausgefallen ist, als dies sonst der Fall ist. Die Dialoge sitzen sicher im Center, während die restliche, vergleichsweise relativ reduzierte Soundkulisse sich unscheinbar in die Surroundkanäle aufteilt. Insgesamt betont der Track sehr stark die Dialogspur und die Musik. Störende Überlappungen oder Aussetzer konnten nicht festgestellt werden. Dieses Verhalten trifft auch auf den deutschen DTS-Track zu. Ein großes Effekte-Feuerwerk bleibt hier aus.

EXTRAS

Ein kompaktes "Making of" (ca. 16 Min.) führt ein wenig hinter die Kulissen und zeigt ein paar spannende Setaufnahmen. Die enthaltenen Interviewschnipsel sind eher belanglos. Besson erzählt aber auch über den Umstand, wie er auf das Thema Gehirnkapazitäten gestoßen ist. Solide.

Die zweite Featurette auf der Scheibe beschäftigt sich mit der tatsächlichen Wissenschaft hinter der Filmgeschichte und den Möglichkeiten, wie die Nutzung des menschlichen Gehirnpotentials verbessert werden kann. Tatsächlich interessant.

FAZIT

Luc Bessons "Lucy" ist wieder hochgepowertes Frauen-Fetisch-Kino des nimmermüden Franzosen, der diesmal Scarlett Johansson abfeiert. Obwohl "Lucy" ein wirklich spannendes wie episches Terrain beackert, schafft Besson die Blutgrätsche zwischen seinem üblichen Actionthriller, einer metaphysischen Fragestellung nach Gott und dem Potential seiner Schöpfung sowie einem verwirrten Mädchen nicht. Dennoch spielt der Film fleißig mit seinen visuellen Mitteln. Die Blu-ray von Universal geht technisch in Ordnung und hat zwei solide Featurettes an Bord.



Kay Pinno


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