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REVIEWS



Chucky's Baby   

Chucky
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Original: Seed of Chucky   (USA, 2004)
Laufzeit: 83 Minuten (PAL)
Studio: Constantin / Highlight
Regie: Don Mancini
Darsteller: Brad Dourif, Jennifer Tilly, Billy Boyd, Redman, John Waters u.v.a.
Format: 1.78:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS Deutsch DD5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Kommentar, Making of, Interviews u.m.
Preis: ca. 20 €
Wertung: 1 / 1-/ 1- (Bild/Ton/Extras)


"Killer-Barbies!"

Dass der Film um eine von einem Serienkiller besessene Spielzeug-Puppe tatsächlich vier Fortsetzungen und eine große Fangemeinde nach sich ziehen würde, dass hätte anno 1988 wohl niemand gedacht. An der Regie von Teil 5 der originellen Slasher-Serie sitzt nun Don Mancini, der bisher sämtliche “Chucky”-Filme auch geschrieben hat. Nach dem überraschend guten “Chucky’s Braut” von Hongkong-Export Ronny Yu folgt mit “Chucky’s Baby” eine noch irrwitzigere Achterbahnfahrt mit den beliebten Killer-Puppen, die ganz eindeutig nichts mehr mit dem Horror des Originals verbindet. “Chucky’s Baby” ist eine selbstreferentielle Splatter-Komödie, die zahlreiche Seiten- und auch Axthiebe auf das Horror- und C-bis-Z-Filmgenre austeilt. Mörderpuppe Chucky (Brad Dourif) und seine Baby-Doll Tiffany (Jennifer Tilly) haben in “Chucky’s Braut” einen Nachwuchs (ein herrlich piepsiger Pippin alias Billy Boyd) hinterlassen. Das elternlose Püppchen ist schließlich bei einem Penner auf einem Jahrmarkt gelandet, der ihn schamlos als Bauchredner-Puppe missbraucht. Geplagt von seltsamen Alpträumen tritt er aber die Flucht an, als er seine vermeintlichen Puppen-Eltern im Fernsehen sieht. In Los Angeles angekommen stellt der Sproß aber enttäuscht fest, dass es sich dabei nur um animatronische Puppen für die Verfilmung der Geschichte von Chucky und Tiffany handelt. Doch der brave Bursche hat natürlich immer noch das magische Amulett, das diese Serie und die darin befindlichen Puppen überhaupt am Leben hält. Und schwupps ist die mörderische Plastikfamilie wieder vereint. Der Schock über den seltsamen Nachwuchs haben die Eltern kaum überwunden, da wird schon ein feistes Plan zur Rückkehr ins richtige Leben geschmiedet. Filmstar Jennifer Tilly und Rapper Redman, der die dralle Lady für sein neues Video als Jungfrau Maria besetzen will, sind als Gefäße der Wiedergeburt angepeilt. Doch was wird aus Chuckys seltsamen Nachwuchs, der sich nicht entscheiden kann, ob er lieber Glen oder Glenda sein möchte und mit dem mörderischen Familienhobby auch nicht viel anfangen kann? Die Blutgrätsche zwischen spitzfindiger Splatter-Unterhaltung und seltsam derangierter Familienkomödie mit zahlreichen Genreanspielungen funktioniert bei “Chucky’s Baby”. Die erfreulich kompakte Laufzeit und der gute Vorsatz von Regisseur und Autor Don Mancini, einfach ohne Verluste so richtig einen Drauf zu machen, lassen diese Fortsetzung zu einem weiteren kleinen Partyfilm werden. Die deutsche Fassung der DVD entspricht zudem der ungeschnittenen R-rated Fassung, die für eine 16-er Freigabe schon erstaunlich splattrig ist. In den USA existiert auch eine Unrated Fassung auf DVD, die allerdings absolut nicht der Rede wert ist (siehe Schnittbericht hier!). Die deutsche Fassung kann somit uneingeschränkt empfohlen werden.

BILD

Chucky

Der anamorphe Transfer (1.78:1) wurde im High Definition Verfahren gescannt. Auch wenn die Disc selbst noch nicht die höhere Auflösung darstellen kann ist das Ergebnis spektakulär. Das Bild der Vorlage ist absolut sauber und staubfrei. Kristallklar und rasiermesserscharf sind die Konturen und Details im Bild. Die Farben sind ebenfalls extrem kräftig, aber nicht überscheinend. Der Schwarzlevel ist sehr tief, aber absolut detailreich. Die Kompression arbeitet ebenfalls sauber. Artefakte oder Hintergrundrauschen treten nicht auf. Ein wirklich gnadenlos guter Transfer.

TON

Chucky

Neben den üblichen DD5.1 Tracks wurde auch wieder mal ein deutscher DTS-Track spendiert. Große Unterschiede zu den DD-Tracks fallen aber nicht auf. Wieder einmal bietet DTS höchstens ein wenig mehr Bass als die Konkurrenten. Ansonsten gibt’s Surroundaktivität vom Feinsten zu hören. Das zeigt sich schon in der ersten Point-of-View-Szene des Films. Selbst die feinen Umgebungsgeräusche werden sauber über das gesamte Soundfeld der Surroundanlage dargestellt. Dazu gibt’s auch zahlreiche gezielt direktionale Effekte wie fliegende Gegenstände (ja, auch Messer) und Kamera-Dreheffekte, die soundtechnisch unterstützt werden. Die Dialoge sitzen fest und gut verständlich im Center. Musik und Soundeffekte sind ebenfalls gut und ohne Überlappungen ausbalanciert. Ein extrem guter der Track, der sowohl die kleinen als auch die große Soundeffekte betont.

EXTRAS

Den Film begleitet ein laufender Audiokommentar mit Regisseur Don Mancini und Jennifer Tilly. Beide plaudern sehr engagiert und ohne Pause über das gesamte “Chucky”-Phänomen und besonders über die Produktionsumstände von “Seed of Chucky”, der aus Kostengründen in Rumänien und mit englischen Schauspielern gedreht wurde. Dabei werden sowohl die künstlerischen Entscheidungen als auch die zahlreichen Set-Anekdoten amüsant diskutiert. Tilly und Mancini verbreiten bei ihrer Besprechung viel Spaß und lassen keinen Zweifel daran, dass sie wissen, was für einen Film sie da gemacht haben. Ein solider Kommentar mit hohem Spaßfaktor. Das 19-minütige “Making of” ist gelungener Blick hinter die Kulissen, der sich stark mit den aufwendigen Puppeneffekten beschäftigt. Zudem kommen hier neben den menschlichen Akteuren auch die Puppen selbst zu Wort. Äußerst amüsant. “Interview mit den Chucky Stars” ist ein vierminütiges TV-Special, in dem Jennifer Tilly, Tiffany und Chucky einen Werbeauftritt für den Film haben. Ebenfalls witzig und kurz (ca. 3 Min.) ist das “Hell-iday”-Familenalbum. Hier sitzt die mörderische Puppenfamilie zusammen und zeigt dem Publikum ein paar tödliche Urlaubsbilder, die entsprechend kommentiert werden. In einem EASTER EGG verbirgt sich zudem noch eine geschnittene Szene und ein lustiges Video vom Dreh in Rumänien mit Jennifer Tilly. Ein Kinotrailer und Biografien der Schauspieler sind auch abrufbar.

FAZIT

Der fünfte Eintrag der “Chucky”-Serie behält den schrägen Kurs von “Chucky’s Braut” bei und setzt in Sachen Komik nochmal so richtig eins drauf. Der amüsante Partyspaß kann auf DVD auch qualitativ begeistern. Bild, Ton und Extras sind erste Sahne. Also zugreifen und die Puppen tanzen lassen.



Kay Pinno


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