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Elvira's Haunted Hills   

Elvira
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Original: Elvira’s Haunted Hills   (USA, 2001)
Laufzeit: 90 Minuten (PAL)
Studio: Kinowelt / Marketing
Regie: Sam Irvin
Darsteller: Cassandra Peterson, Richard O’Brian, Mary Scheer, Scott Atkinson, u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS+DD5.1 Deutsch DS Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Making of, Interviews, Bildergallerie u.v.m.
Preis: ca. 20 €
Wertung: 2 / 2-/ 2 (Bild/Ton/Extras)


"Hügel der blutigen Augen!"

Elvira (heißt in Wirklichkeit Cassandra Petersen) ist eigentlich ein Phänomen, das sich selbst schon ein wenig überlebt hat. Trotzdem besitzt die Grande Dame des Horrorfilms immer noch einen weichen und warmen Platz in vielen Herzen von Genreliebhabern. Der Grund dafür liegt nicht nur in dem gigantischen Kurvenprofil der einstigen Horrorfilm-TV-Präsentatorin, sondern in ihrer ganz eigenen skurrilen Art zwischen sexy Vamp und naiver Selbstüberschätzung. Ihr Kinodebüt in “Elvira, Mistress of the Dark” lag bei der roduktion der Fortsetzung schon knapp 13 Jahre zurück und die Zeit ist auch nicht ganz spurlos an Elvira vorübergegangen. Diesmal unter der Regie von Sam Irvin (Co-Produzent von “Gods and Monsters”) setzt das toupierte Nachtschattengewächs zu einem Rundumschlag in Sachen Vincent Price und Edgar Allan Poe Verfilmungen an. Zusammen mit ihrer Zofe strandet Elvira in den Karparten im Schloss der seltsamen Familie Hellsubus. Dort lebt der überempfindliche wie kränkelnde Hausherr Vladimere (Richard O’Brian) mit seiner nicht minder seltsam agierenden zweiten Frau und Tochter. Auch ein merkwürdiger Butler und äußerst befremdlicher Stallbursche machen das Schloss unsicher. Nach und nach ergründet Elvira das grauenvolle Geheimnis, das sich hinter den Kerkertüren des alten Gemäuers abgespielt hat. “Elvira’s Haunted Hills” nimmt sich in absolut gar keiner Sekunde ernst und steht in der hübschen Tradition von klassischen Genre-Parodien wie Mel Brooks “Frankenstein Junior”. Dennoch bewegt sich Elviras Ausflug in Filme wie “Die Verfluchten”, “Lebendig begraben” oder “Das Pendel des Todes” in eher trashigen Dimensionen, die aber zu einem großen Teil trotzdem ihren (manchmal flachen) Charme entfalten können. Dem ganzen unheilig lustigem Treiben setzt die ziemlich übertriebene deutsche Synchronisation noch die Krone auf. Spätestens bei dem pupigen Stallburschen wird der Film im Schweinsgalopp zu einer Farce, die glücklicherweise durch ein solides Ende und einen echt gelungenen Titanic-Scherz den Zuschauer beglücken kann.

BILD

Elvira

Das anamorphe Bild (1.85:1) von Elviras zweitem Abenteuer zeigt sich in guter Verfassung. Die Vorlage ist in sehr gutem Zustand und hat so gut wie keine Rückstände von Verunreihnigungen oder Bildpunkten. Trotzdem ist in einigen Szenen eine seichte Grobkörnigkeit auszumachen. Schärfe und Kontrast sind bis auf ganz wenige Außenaufnahmen recht gut. Die Farben sind ein wenig zu kräftig und scheinen deutlich über. Dieser unnatürliche Look passt allerdings gut zum Film. Der Schwarzlevel ist sehr tief, aber hat trotzdem noch genug Details zu bieten. Die Kompression kommt nicht ins Schleudern und hält das Bild stabil sowie frei von digitalen Artefakten. Gut.

TON

Elvira

Der deutsche Ton liegt sowohl als DTS als auch als DD5.1 Track vor. Ein großer Untersched zwischen beiden kann nicht festgestellt werden. Die Surroundaktivität ist sporadisch vorhanden, aber wird wie in der Herumpolter-Szene beim Eintritt in Schloss Hellsubus kaum genutzt. Die Dialoge sind laut und deutlich aus dem Centerkanal zu vernehmen, während sich die Musik auch ein wenig durch Surroundkanäle bemerkbar macht. Der englische Ton liegt leider nur im Stereoformat vor und ist ein wenig dumpfer als der deutsche Track. Zudem können bei der englischen Tonspur die deutschen Untertitel nicht ausgeblendet werden. Ob Rechteproblem oder nicht, sowas muss heutzutage einfach nicht mehr sein.

EXTRAS

Erstaunlicherweise wurde dieser kleine Titel mit einer ansehnlichen Masse an Extramaterial versehen. Das 22-minütige Making-of wird seinem Titel mehr als gerecht. Mit Cassandra Petersen und Sam Irvin gibt es einen schönen Blick hinter die Kulissen, die tatsächlich in Rumänien aufgebaut wurden. Auch die Außenaufnahmen entstanden im transsylvanischen Umland. Mit vielen netten Geschichten zum ungewöhnlichen Dreh in Osteuropa und einigen schönen Behind-the-Scenes Aufnahmen kann dieses Making-of voll punkten. Sehr gut. Ein zehnminütiges Interview mit Cassandra Petersen in Cannes ist eher ein belustigendes Home-Video mit recht dürftiger Tonqualität. Inhaltlich beschränkt sich das Gespräch eher auf eine persönliche Blödelei ohne viel Nährwert. Ganz anders ist da das 6-minütige On-Set Interview mit Richard O’Brian. Der Schauspieler spricht über seine Gedanken zum klassischen Horrorfilm. Der knapp drei minütige Clip vom Fantasy Filmfest ist dafür einfach gnadenlos überflüssig. Desweiteren gibt es vier verschiedene Bildergalerien und Trailer zu beiden Elvira-Filmen. Außerdem darf auch noch ein absolut hirnrissiges Easter Egg gefunden werden.

FAZIT

Auf die Fortsetzung des recht ausgeflippten ersten Elvira-Films hat man viel zu lange warten müssen. Warum das so ist, verrät glücklicherweise das Bonusmaterial der sehr gelungenen DVD-Umsetzung von Marketing. Auch wenn “Elvira’s Haunted Hills” nicht mehr ganz so auf die Kacke haut, bietet der Film doch einen vergnüglichen Nachmittag - die Kenntnis zahlreicher Vincent Price Filme natürlich vorausgesetzt!



Kay Pinno


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