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Jede Menge Ärger   

Jede Menge Ärger
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Original: Big Trouble   (USA, 2002)
Laufzeit: 82 Minuten (PAL)
Studio: Buena Vista
Regie: Barry Sonnenfeld
Darsteller: Tim Allen, Rene Russo, Dennis Farina, Jason Lee, Stanley Tucci, Tom Sizemore u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Englisch, It
Untertitel: Deutsch, Englisch, It, Spa, Kro
Extras: Kommentar, 5-Minuten Film
Preis: ca. 20 €
Wertung: 2+/ 2 / 3 (Bild/Ton/Extras)


"Ich hasse Miami!"

Warum ausgerechnet ein Film wie “Jede Menge Ärger” nicht mehr den Sprung in die deutschen Kinos geschafft hat, bleibt irgendwie rätselhaft. Sicher bleibt allerdings eine gewisse “Bomben in Flugzeugen”-Paranoia, die dem Film ein Bein gestellt hat. Trotzdem bleibt es natürlich Bigotterie auf höchstem Niveau. Denn obwohl eine atomare Kofferbombe eine prominente Rolle in “Jede Menge Ärger” übernimmt, bleibt der Film eine wunderbare Ensemble-Komödie. Mit Hilfe skurilsten Figuren legt sich Regisseur Barry Sonnenfeld (“Men in Black”, “Schnappt Shorty”) richtig ins Zeug und liefert die konzentrierte Essenz seines Schaffens ab: merkwürdige Leute in noch viel merkwürdigeren Situationen benehmen sich eben äußerst merkwürdig. Dank einer gnadenlos guten Besetzung kommt der Zuschauer deshalb nicht mehr aus dem Lachen heraus. Eliot Arnold (Tim Allen) hat echte Probleme: seinen Job als spitzfindiger Kolumnist einer Zeitung musste er gegen die Maloche in einer lahmen Werbeagentur eintauschen. Seine Frau ist weg und sein Sohn Matt (Ben Foster) ist ein pubertierendes Minenfeld aus dummen Ideen und Streichen. Als die Knalltüte mit einem Freund bei seiner Mitschülerin Jenny Herk (Zooey Deschanel) einbricht, um für ein Pausenhofspiel zu punkten, kommt er zwei Killern (ein goldiger Dennis Farina & Jack Kehler) in die Quere. Die haben es nämlich auf Mr. Herk (Stanley Tucci als Xena- und Fußfetischist!!!) abgesehen. Dieses Attentat macht den nebenberuflichen Waffenhändler panisch. Zur Sicherheit will er sich deshalb bei ein paar durchgeknallten Russen die oben schon erwähnte Kofferbombe besorgen. Doch Herk hat die Rechnung ohne zwei Ultradeppen (großartig dämlich Tom Sizemore und Johnny “Jackass” Knoxville) und den sanften Puggy (Jason Lee) gemacht. Mittendrin versuchen Eliot und Mrs. Herk (Rene Russo) dem Chaos folgen zu können und das Schlimmste zu verhindern. Durch einen intelligenten Erzählstil (Tim Allen übernimmt gleichzeitig eine übergeordnete Erzählerposition) verbindet Barry Sonnenfeld die zunächst unabhängigen Episoden, um sie am Ende frontal aufeinanderprallen zu lassen. Mit einigen herrlich absurden Einfällen wie einem “Martha Stuart”-Running Gag und einer Drogen-versprühenden Giftkröte wird der Unsinn auf die Spitze getrieben. “Jede Menge Ärger” ist dadurch eine äußerst gelungene Kurzweil, die sich niemand entgehen lassen sollte. Ein echter Geheimtipp, der unverdient das Schicksal eines Direct-to-Video Starts erleiden muss.

BILD

Jede Menge Ärger

Der anamorphe Widescreen-Transfer (1.85:1) bereitet glücklicherweise nicht jede Menge Ärger. Die Vorlage ist frei Dreckspuren oder analogen Filmdefekten. Schärfe und Kontrast sind sehr gut, auch wenn dies in Wideshots etwas nachlässt. Die Farben sind äußerst kräftig und fast ein wenig überbetont, was den etwas künstlichen Look des Films hervorragend unterstützt. Der Schwarzlevel ist äußerst tief, aber trotzdem detailreich. Leider enthüllen einige dunkle Bereiche allerdings kleine Schwächen in der Kompression. Besonders zu Beginn des Films und dem Überfall auf das Haus der Herks lässt sich ein seichtes Blockrauschen nur in den schwarzen Stellen feststellen. Ansonsten bleibt das Bild rauschfrei. Ein ordentlicher Transfer, der nur geringfügig in der Kompression schwächelt.

TON

Jede Menge Ärger

Der Ton liegt im Dolby Digital 5.1 Format auf Deutsch, Englisch und Italienisch vor. Obwohl “Jede Menge Ärger” nicht viel Raum für direktionale Spielereien hergibt, werden die Effektkanäle sehr gut für ein räumliches Ambiente genutzt. Seichte Hintergrundgeräusche oder Stimmen verteilen sich hübsch reduziert auf den hinteren Bereichen. So bleibt die Soundstage immer offen und der Zuhörer wird nie außen vor gelassen. Die Musik verteilt sich ebenfalls gut über alle Kanäle ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Die Dialoge sind fest im Center stationiert und immer verständlich. Ohne große Überraschungen oder Fehler bietet die Scheibe einen äußerst soliden Surroundton, der sich auf die Feinheiten bei der Atmosphäre konzentriert.

EXTRAS

Auf seine wunderbar schnodderig gelassene Art bestreitet Barry Sonnenfeld auf der DVD seinen Audiokommentar. Obwohl er sich manchmal wiederholt oder bestimmte Szenen einfach nur nachbeschreibt, bleibt der Kommentar trotzdem amüsant, da er sich wirklich so anhört, als würde Sonnenfeld selbst aus seinem Film stammen. Mit Hinweisen zur Buchvorlage und einigen herrlichen Anekdoten (Tom Sizemore wollte unbedingt mitmachen und musste Sonnenfeld versprechen, ihm zu gehorchen und ihn nicht zu vermöbeln!) ist der Track wahrlich keine Zeitverschwendung. Eine Bewusstseinserweiterung erhält man allerdings auch nicht. Das zweite drollige Feature auf der Scheibe besteht aus einer 5-minütigen Zusammenfassung des Films, die in Wirklichkeit aber sieben Minuten läuft. Der Trailer zum Film wie das sicherlich lustige Outtake-Material ist leider nicht auf der Scheibe enthalten.

FAZIT

Diese Komödie von Barry Sonnenfeld ist ein echter Geheimtipp. Eigentlich hätte der Film auch in die Kinos gehört. Auf DVD bringt der Film sogar noch einen lustigen Regie-Kommentar mit. Bedenkenlos kaufbar und dringend empfohlen.



Kay Pinno


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