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Planet der Affen (2001)   

Planet der Affen (2001)
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Original: Planet of the Apes   (USA, 2001)
Laufzeit: 116 Minuten (PAL)
Studio: Twentieth Century Fox
Regie: Tim Burton
Darsteller: Mark Wahlberg, Helena Bonham Carter, Tim Roth, Michael Clarke Duncan u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch,Englisch /DTS Deutsch
Untertitel: Englisch,Deutsch,Fr, It, Spa
Extras: Audiokommentar, Making of, Clips u.v.m.
Preis: ca. 25 €
Wertung: 2+/ 1-/ 1 (Bild/Ton/Extras)


"Ich werde meinen Affen zurückholen!"

Mit Remakes tut sich Hollywood heutzutage nicht mehr schwer. Besonders angespornt durch die digitale Revolution bieten sich besonders alte Science Fiction Stoffe an. Diese können jetzt wenigstens derart gut “verpackt” werden, das es auf den Inhalt nicht mehr wirklich ankommt. Das gerade “Der Planet der Affen” unter der Regie von Tim Burton zu einer geronnenen Studiosoße verkommen konnte, war leider nicht vorherzusehen. Obwohl die Technik und vor allem die phenomenalen Masken von Latexmeister Rick Baker (die skandalöser Weise nicht für einen Oscar nominiert waren!) dem Zuschauer eine glaubwürdige Affengesellschaft vermitteln, schafft es das Drehbuch leider nicht. Doch kurz zur Geschichte: Der Astronaut Leo Davidson (Mark Wahlberg) gerät bei einer Rettungsaktion in eine elektrische Anomalie im All und durchquert *schwupps* Raum und Zeit. Mit seiner Kapsel baut er eine Bruchlandung auf einem Planeten, der von sprechenden Affen beherrscht wird. Diese machen widerum Jagd auf “primitive” Menschen. Gemeinsam mit der äffischen “Menschenrechtlerin” Ari (Helena Bonham Carter) will sich Leo vor dem fiesen General Thade (ein echt fieser Tim Roth) retten und bricht in das verbotene Land Kalima auf. Dort soll angeblich der erste Affe geschaffen worden sein. Wie Charleton Heston im Original erlebt auch Leo hier seine böse Überraschung. Aus der hintergründigen Science Ficiton Schauermär, die als geniale Parabel auf unser Weltbild funktionierte, ist leider nur noch ein vordergründiges Spektakel geworden, das nur durch technische Reize locken kann.

BILD

Planet der Affen (2001)

Twentieth Century Fox hat ihrem trotz allem erfolgreichsten Film des letzten Jahres eine königliche Behandlung zukommen lassen. Im hübschen anamorphen 2.35:1 Bild ist alles detailreich und klar zu erkennen. Von den dunklen Weltraumszenen bis zum “urbanen Dschungel” lassen sich auch kleinste Merkmale an Häusern oder in Gesichtern erkennen. Kompressionsartefakte konnten nicht ausgemacht werden. Wie bei einem neuen Film zu erwarten enttäuscht Planet der Affen nicht und bietet Referenzqualität. Nur an einem einzigen Detail hat auch wieder ein exzellentes Bild zu knabbern. In den nebligen Szenen in Ape-City gehen wie immer bei einem DVD-Transfer Kontrast und Schärfe verloren. Dies ist allerdings in keinem Moment störend und passt zur Szenerie.

TON

Planet der Affen (2001)

Mit viel Getöse verspricht der deutsche DTS-Track wirklich nicht zu viel. Trotzdem bleibt viel Platz für die kleinen Dinge im Hochtöner. Obwohl nämlich “Planet der Affen” ein eher effektlastiges Eventfilmchen ist, bleiben die Surrounds eher für ambiente Effekte vorbehalten. Spielende Affen, Dschungelgeräusche oder Rüstungsgeklapper lassen sich angenehm von allen Seiten vernehmen. Für richtigen Krach sorgt natürlich die Absturzsequenz. Hier drückt einen der Bass schon mal in den Sessel. Effektezauber ist auch in der finalen Affenschlacht angesagt. Hier bekommt die heimische Anlage eine flotte Trainingsstunde verordnet. Der allgemeine Mix ist sehr gut gelungen und balanciert Musik, Effekte und Dialoge hervorragend. Trotz “affiger” Stimmen bleiben alle Dialoge immer gut verständlich. Beim Direktvergleich mit der Dolby Digital Spur kam der DTS Track aber hauptsächlich nur in der Absturzsequenz und im Endkampf deutlich besser weg. Sonst sind kaum Unterschiede zu bemerken.

EXTRAS

Schon auf der ersten Filmscheibe befinden sich als Extras zwei Audiokommentare (1. Tim Burton / 2. Komponist Danny Elfman+Score). Tim Burton zeigt sich auf diesem Audiokommentar außerordentlich erzählfreudig, obwohl er oftmals leider nicht viel zu sagen. Abgesehen zu seinem zweigespaltenem Verhältnis zu Affen plaudert er viel über die Produktionsumstände. Seine Gedanken zur Thematik gehen (glücklicherweise?) völlig verloren oder sind nicht vorhanden. Für das konfuse Ende von “Planet der Affen” hat auch Tim Burton schlussendlich keine Erklärung. Insgesamt aber ein moderater Audiokommentar, da Burton mit dem Kommentar von “Sleepy Hollow” mit Sicherheit einen der übelsten Tracks aller Zeiten hingelegt hat. Desweitere bietet der Film die Option eines “Enhanced Viewing Mode”. Hier wird der Zuschauer während des Films per Bild im Bild Technik automatisch mit Video-Interviews und “Behind the Scenes” Aufnahmen konfrontiert. Eine gelungene Version des “Follow the white Rabbit”/ Intellimode etc. Getöse. Hier braucht nämlich niemand reaktionsschnell auf seiner Fernbedienung herumzuhämmern. Die Videosegmente kommen automatisch.

Die zweite DVD ist randvoll mit Extras zugepackt. Insgesamt gibt es fünf Sektionen auf der Scheibe zu entdecken. Die erste Sektion beschäftigt sich mit den klassischen Making of Dokumentation. Hier gibt es insgesamt sechs Videosegmente mit einer Gesamtlaufzeit von ca. 80 Minuten und zusätzlich mehrere Screentests. Die Videosegmente sind alle sehr ausführlich und beschäftigen sich mit dem Erlernen von affigen Bewegungen bei den Schauspielern, die Entstehung der Kostüme und Masken und dem eigentlich Dreh. Wer schon immer Mal wissen wollte, warum Schauspieler vier bis sechs Stunden früher zum Drehort kommen müssen, bekommt hier seine Antwort. Angucken absolut empfohlen. Die Screentests sind tatsächlich nur Kameratests mit Stand-ins, um Masken und Kostüme auszuprobieren. Im zweiten Segment befinden sich 8 Multi-Angle Features von vier Filmszenen. Hier kann zwischen zwei Kameraperspektiven hin und her geschalten werden oder beide Perspektiven gleichzeitig angeschaut werden. Zusätzlich ist ein Vergleich mit dem Skript und Produktionszeichnungen möglich. Im dritten Segment gibt es einige verlängerte Szenen aus dem Film, die aber tatsächlich gar nichts bringen. Hier hat man das Gefühl, in Ermangelung echter Deleted Szenes, ein wenig etwas zusammengepfuscht zu haben. Naja. Segment Nummer Vier bietet ein HBO-Special über “Planet der Affen” im klassischen TV-Stil, ein Musikvideo, TV-Spots, Postermotive und das Electronic Press Kit. Den Abschluss bildet Segment Fünf mit einer extensiven Bildergalerie. In insgesamt 15 Kategorien können zahlreiche Designzeichnungen bestaunt werden. Die Mühen bei Fox haben sich gelohnt. In diesem Fall ist das Extra-Programm sehr viel besser als der Hauptfilm.

FAZIT

Wer sich mit Tim Burtons Affentheater anfreunden konnte, wird an der DVD seine helle Freude haben. Beste Bild und Tonqualität lassen “Planet der Affen” zum Heimkino-Genuss werden. Für die tollen Extras sollten affenaversierte Zuschauer vielleicht aber Mal einen Gang in die Videothek machen. Hier gibt es wirklich einen interessanten Blick hinter die Kulissen. Für ca. 25€ bieten die zwei Silberlinge extrem viel Holz. Vom Kauf der limitierten Metallbox ist jedoch abzuraten, denn außer der netten Verpackung bietet sie keine weiteren Extras. Dafür ist sie dann aber fast doppelt so teuer. Dazu sagen wir: Nein Danke!



Kay Pinno


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