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Lauschangriff - My Mom's New Boyfriend   

Lauschangriff - My Mom
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Original: My Mom's New Boyfriend   (USA / Deutschland, 2008)
Laufzeit: 93 min
Studio: 3L
Regie: George Gallo
Darsteller: Meg Ryan, Antonio Banderas, Colin Hanks, Selma Blair
Format: 2.35: 1 (16:9)
Ton: DD 5.1 Deutsch & Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Making of, Bei den Dreharbeiten, Originaltrailer, Bildgalerie
Preis: ca. 13 €
Wertung: 3 / 2 / 4 (Bild/Ton/Extras)


"Sie haben dich geliftet, Mama!"

Tom Hanks gab 2003 unter der Regie von Steven Spielberg in der Komödie "Catch Me If You Can" einen FBI-Agenten. Nun ist sein Sohn Colin in seine Fußstapfen getreten. In "Lauschangriff - My Mom's New Boyfriend" gibt er den FBI-Agenten Henry Durand. Drei Jahre musste dieser im Rahmen einer Ermittlung von der Bildfläche verschwinden. Drei Jahre ohne Kontakt zu seiner dicken, plumpen, aber lieben Mutter, die ihn alleine großgezogen hat. Nach drei Jahren ist seine Arbeit getan und er darf endlich nach Hause zurückkehren. Doch im Garten von Mamas Häuschen liegt keine stark übergewichtete Durchschnittsamerikanerin mehr, sondern ein gertenschlankes Wesen, das irgendwie wie der Plastikklon von Meg Ryan aussieht. Nach dem ersten Schock stellt Henry fest: Das gertenschlange Wesen ist seine Mutter. Diese hat eine Fastenkur erfolgreich abgeschlossen, den Wabbelspeck an den Hüften kosmetisch entfernen lassen - und an der Börse hatte sie auch noch etwas Glück, weshalb sie sich all die kleinen Eingriffe auch finanziell erlauben konnte. Aus der dicken Mama ist ein wilder Feger geworden, der das Leben in vollen Zügen genießt. Das muss Henry erst einmal verdauen.
Wirklich kompliziert wird seine Beziehung zu seiner Mutter allerdings erst als diese sich in den hispanischen Charmeur Tommy (Antonio Banderas) verliebt. Der ist leider ein international gesuchter Kunstdieb, wie Henry nach einem Blick in eine FBI-Akte feststellt. Statt Tommy zu verhaften erhält er von seinen Vorgesetzten den Auftrag, die Gunst der Stunde zu nutzen und Tommy zu beschatten, um herauszufinden, was er gerade plant. Zur Überwachung gehört auch, in Mamas Schlafzimmer Wanzen anzubringen.

Irgendwie klingt das doch ganz amüsant, oder nicht? Doch leider ist es das nicht. Hier und da gibt es mal eine Schlüpfrigkeit, die vielleicht zum Schmunzeln annimiert, doch der Rest ist pure Langeweile. Traurig ist es gar Meg Ryan anzusehen. Ihre Rolle ist nicht amüsant, sie ist bedauernswert. Die 47-jährige Mutter, die nicht altern will - wirkt wie ein Spiegelbild der von Botox schwer gezeichneten Aktrice. Ihre Rolle ist angelehnt an Figuren, die sie einst spielte - aber ohne deren Jugendlichkeit, ohne deren Esprit. Wenn sie amüsant wirken soll, wirkt sie albern. Verlangt ihre Rolle Ruhe - erscheint sie müde.
Antonio Banderas quält sich derweil durch seine äußerst widersprüchlich angelegte Rolle, und hier und da verleiht ihr auch einen nicht zu verleugnenden Charme - doch es wollen zwischen Meg Ryan und ihm einfach keine Funken fliegen.

Colin Hanks und die sich ebenfalls an Bord befindliche Selma Blair bleiben Statisten mit Sprechrollen. Ganz und gar zerbricht der Film schließlich an seiner unausgegorenen Mischung aus Kriminalkomödie, Liebesfilm und, ja was eigentlich? Spannungsfilm? Irgendwie ist er alles. Nur nichts davon richtig.

BILD

Lauschangriff - My Mom

Das Bild im fetten Kinoformat 2,35:1 ist farblich vollkommen in Ordnung. Die gesamte Farbdramaturgie des Filmes legt einen Schwerpunkt auf dunkle Töne. Um einen angenehmen Effekt zu erzielen, überwiegen Brauntöne. Darüber hinaus spielen viele Szenen in schummrigen Licht (Spötter werden sagen, dies sei auch nötig, um Frau Ryans Botoxprobleme elegant hinfort zu leuchten). Die gewählte Farbdramaturgie schlägt sich letztlich auch auf das DVD-Bild nieder, es wirkt hier und da zu dunkel.
Unscharf ist nichts; alles in allem eine solide DVD, wenngleich sie vielleicht nicht gerade zum Bildrefenzsilberling taugen mag.

TON

Lauschangriff - My Mom

Die Abmischung der Dialoge ist sehr gut gelungen, ebenso klingen die Soundeffekte natürlich. Und das auf der Originaltonspur ebenso wie in der deutschen Synchronisation. Alles in allem bietet der Film ein angenehmes Klangbild. Der englische Ton wirkt etwas weicher, in der deutschen Synchro sind die Dialoge etwas lauter als im Original. Hier entscheidet der eigene Geschmack darüber, was angenehmer klingt. Beide Tonspuren liegen in DD 5.1 vor.

EXTRAS

Da gibt es zwei: Ein Making of und eine Beobachtung der Dreharbeiten. Immerhin bieten beide Dokumentationen über eine halbe Stunde einen Blick hinter die Kulissen. Wirklich aufschlussreich ist das alles dennoch nicht, denn letztlich haben sich bei den Dreharbeiten alle furchtbar lieb gehabt... Ein bisschen mehr Doku und etwas weniger PR hätten den beiden Extrafilmen gut getan.

FAZIT

Die Fußstapfen des Herrn Papa sind für Colin Hanks noch etwas groß. Dabei ist ihm kein Vorwurf am Scheitern des Filmes zu machen: Er schlägt sich ebenso tapfer wie Antonio Banderas, der alles gibt, um den Film zu retten. Doch Meg Ryans fürchterlich schwache darstellerische Leistung und eine Inszenierung, die sich für keine Richtung entscheiden kann, lassen den Unterhaltungswert dieses Lauschangriffs auf Null sinken.



Christian Lukas


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