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Futurama - Bender's Big Score   

Futurama - Bender
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Original: Futurama   (USA, 2007)
Laufzeit: 85 Minuten (PAL)
Studio: Twentieth Century Fox
Regie: Dwayne Carey-Hill
Darsteller: Billy West, Katey Sagal, John Di Maggio, Tress MacNeille u.v.a.
Format: 1.78:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Kommentar, Making of, Deleted Scenes u.v.m.
Preis: ca. 18 €
Wertung: 1-/ 1 / 1- (Bild/Ton/Extras)


"Zeit(G)reise"

Nachdem - wie für eine gute Science Fiction Serie üblich - “Futurama” von Fox im TV nach nur vier Staffeln abgesetzt wurde, schien die Zukunft irgendwie ein wenig unlustiger. Die Abenteuer des Lieferjungen Philip J. Fry, der mal eben ein Jahrtausend in einer Kryo-Kammer verpennt, um im vierten Jahrtausend mit der Mutante Leela, Roboter Bender, Krabben-Doktor Zoidberg und anderen irren Gestalten die Galaxis unsicherer zu machen als sie ohnehin schon ist, gehen nach den phänomenalen DVD-Verkäufen der Staffeln aber endlich weiter. Allerdings ein wenig anders als gewohnt. Da man nicht in ein enges TV-Ausstrahlungskorsett gezwängt wurde, haben sich die Macher dazu entschlossen, insgesamt vier Filme (!) mit der “Planet Express”-Crew zu produzieren - die in etwa einer Staffel entsprächen. Statt episodenhaftem Herumgeblödel wird eine fortlaufende und aufeinander aufbauende Geschichte erzählt. Das klingt kompliziert und ist es auch. Besonders im Auftaktfilm “Bender’s Big Score”. Hier haben sich Matt Groening und Co. die Zeitreise als besonderes Element der Verwirrung ausgesucht. Genauer gesagt wird auf Frys Hintern (!) ein winziger tätowierter Code gefunden, mit der man befähigt wird, das Raum-Zeit-Kontinuum zu manipulieren. Bender, diesmal unter der geistigen Kontrolle von drei Abzocker-Aliens, wird dazu genötigt, Raubzüge in der Vergangenheit auszuführen, um die Aliens noch reicher und mächtiger zu machen. Dies hat jedoch fatale Folgen und Fry muss mal wieder als dümmster Retter des Planeten ein- und in der Zeit zurückspringen. Ebenfalls mit fatalen Folgen! Mit “Bender’s Big Score” meldet sich das “Futurama”-Team eindrucksvoll zurück. Nicht nur dass die Abenteuer der Planet Express Crew einen neuen Höhenflug in Sachen Gagdichte und Absurdität vollziehen, es werden ebenfalls viele Ereignisse der Serie in den Film eingebunden und in ein (teilweise ganz) neues Licht gerückt. Die emotional ausgeklügelte Beziehungsdramatik zwischen Fry und Leela wird sogar derart weiterentwickelt, dass es schon fast zu herzzerreißend für die absurde Science Fiction Welt von “Futurama” scheint. Freunde kniffliger Zeitreisen-Logik kommen ebenfalls auf ihre Kosten und dürften über den zahlreichen Parallelereignissen und Paradoxen ihren Verstand beim Lumpensammler abgeben. Für einige Zuschauer dürfte das Hin- und Her zwischen den Zeiten tatsächlich sogar ein bisschen zu irrsinnig ausgefallen sein. Hier muss man einfach durchhalten und auf den Genius der Mathe-Geeks von “Futurama” vertrauen. Das relativ offene Ende kann man “Bender’s Big Score” allerdings verzeihen, da der nächste “Futurama”-Film “Beast with a Billion Backs” bereits in den Startlöchern steht.

BILD

Futurama - Bender

Erstmals wird “Futurama” in diesem Film im 16:9-Format präsentiert, das die Macher eigentlich schon gern für die Serie gehabt hätten. Die 1.78:1 Bild-Ratio gibt der Science Ficition Welt tatsächlich noch mehr Raum, um visuelle Gags und Details besser anzubringen. Die Vorlage für den Transfer ist natürlich absolut fehlerfrei und liefert ein kräftiger wie knackscharfes Bild. Die Farben sind sehr durchschlagend und zeigen wirklich ein knallbuntes Universum. Der Schwarzlevel ist ebenfalls sehr tief und unterstützt den gesamten Comic-Look sehr gut. Die Kompression gibt sich alle Mühe, bei der starken Vorlage mitzuhalten. Dies gelingt aber nicht immer. In einigen Hintergründen lässt sich doch die Kompressionsarbeit deutlich erkennen. Schon gleich zu Beginn im Planet Express Hauptquartier lassen sich leichte Rauschmuster an der Decke ausmachen. Dies fällt allerdings nur geringfügig störend auf. Insgesamt ein sehr guter Transfer.

TON

Futurama - Bender

Der deutsche und englische DD5.1 Track kann schon fast als Referenztrack für die eigene Heimkinoanlage genutzt werden. Dynamisch wird hier der gesamte Soundbereich bedient. Während die Dialoge sicher im Centerkanal sitzen, wird die Welt von “Futurama” in den Surroundkanälen lebendig. Selbst kleinere Soundeffekte lassen sich gut orten. Und wenn zum Ende hin die große Weltraumschlacht tobt, zischt, zappt und explodiert es aus allen Richtungen. Die Musik ist ebenfalls über die gesamte Soundstage verteilt und fügt sich homogen in die restliche Klangkulisse ein. Störende Überlappungen konnten nicht festgestellt werden. Sehr gut.

EXTRAS

Wahrlich vollgepackt mit Extras bleiben für “Futurama”-Fans hier keine Wünsche offen. Der Audiokommentar mit Matt Groening und seinen Kohorten (u.a. natürlich Regisseur Dwayne Carey-Hill und Voice-Actor John DiMaggio) ist ausnahmsweise nicht ganz so versponnen, wie man dies von den Episoden der TV-Staffel her kennt. Hier wird ein wenig konzentrierter über das vermeintliche Ableben von “Futurama” und den Neubeginn diskutiert. Dazu werden wirklich viele Details verraten, die einem beim ersten Anschauen des Films sicherlich entgehen würden. Dennoch wird auch auf diesem KOmmentar immer noch ordentlich herumgeblödelt. Insgesamt ein recht solider Track, der tatsächlich einmal mehr hinter die Kulissen führt als bloß albern zu sein.
Hinter “Futurama ist zurück” verbirgt sich ein Comic-Read-Through der “Futurama”-Besetzung auf der Comic-Con in San Diego. Hier wird quasi erzählt, was zwischen dem Ende der vierten Staffel und dem Beginn von “Bender’s Big Score” passiert - ein gnadenloser Riff auf die Absetzung der Serie und den erfolgreichen Fan-Protest. Leider werden hier nur die gesamten Comicbuchseiten eingeblendet, statt die einzelnen Panels formatfüllend zu vergrößern. Somit kann man die Bilddetails teilweise nur erahnen. Trotzdem recht nett, da auch die Reaktionen der anwesenden Fans zu hören sind.
Fans wollten es und hier haben sie endlich bekommen: eine volle Episode von “Alle lieben die Hypnose-Kröte”. Wer keine Ahnung hat, was sich dahinter verbirgt, wird eine lebensverändernde Erfahrung durchmachen. Alle Macht der Hypnose-Kröte.
Es gibt zwei “geschnittene Szenen”, die in Storyboard-Form präsentiert werden. Keine ist wirklich relevant, aber dennoch sind sie nett anzuschauen. Eine zeigt Bender in einem Casino in Monte Carlo und Szene Nr. 2 zeigt wieder einmal die bösen Machenschaften der Robotermafia.
Für die ultimativen “Futurama”-Geeks gibt es noch “Leck mich an meinem blanken Metall...”. Hier sitzt das “Futurama”-Team mit einer Mathematik-Doktorin, die ihre Abschlussarbeit tatsächlich über Mathematik in “Futurama” geschrieben hat, zusammen, um die numerischen und mathematischen Geheimnisse in der Serie und im Film zu ergründen. Dies ist wirklich ein höchst interessanter und spaßiger Vortrag (26 Min.), der selbst Kennern der Materie einige neue Hintergrundinformationen (u.a. auch zu den Aliensprachen der Serie) liefert.
Als Dreingabe sind auch noch eine Vorschau auf “Beast with a Billion Backs”, das fünfminütige Comic-Con Promo zu “Bender’s Big Score” und den Futurama-Promo-Clip zu Al Gores “Eine unbequeme Wahrheit” (mit optionalem Kommentar von Matt Groening und Al Gore) zu sehen.
Als Sahnehäubchen sind auch noch der komplette erste Drehbuchentwurf sowie verschiedene Charakterzeichnungen und 3-D-Modelle in einer Galerie zu bewundern.

FAZIT

“Futurama” ist zurück! Bunter, greller und abgefahrener denn je. Einziger Minuspunkt bleibt nur die relativ schwache und unheimlich verwirrende Zeitreisen-Thematik, bei der selbst die Macher zugeben, ordentlich durcheinander gekommen zu sein. Vollgepackt mit großartigen Extras und einer exzellenten Präsentation in Bild und Ton ist diese Scheibe ein absoluter Pflichtkauf. Alle Macht der Hypnose-Kröte!



Kay Pinno


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