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Vincent Price on DVD

Vincent Price on DVD

Wenn er seine Augenbrauen vor Entsetzen kräuselte und im Wahnsinn die Hände vor das markant leidende Gesicht riss, war die magische Grenze zwischen Realität und Fiktion schon längst überschritten: Vincent Leonard Price jr. war das amerikanische Gegenstück zum englischen Gothic Horror-Duo Peter Cushing und Christopher Lee. Doch allein mit dieser Beschreibung würde man der Persönlichkeit Vincent Price sicherlich nicht gerecht. Neben der aktiven Teilnahme in weit über 100 Spielfilmen war Price ein leidenschaftlicher Gourmet, der sogar einige hervorragende Kochbücher veröffentlichte. Desweiteren taucht er als Sprecher in Michael Jacksons “Thriller” auf und durfte auch bei Alice Cooper und Iron Maiden als Gaststar agieren. Filmisch seit den späten 30-er Jahren aktiv erfährt Price erst größeres Aufsehen zwischen 1959/60. “Die Fliege” und ihr Sequel als auch die reißerischen William Castle Filme “House on Haunted Hill” und “The Tingler” gipfeln schließlich für Price in der Rolle als Roderick Usher in Roger Cormans Poe-Verfilmung “Die Verfluchten” (“Fall of the House of Usher”). Sein Status als Horror-Ikone ist gefestigt.

Neben seinen geliebten Genre-Auftritten gibt Price sich auch seiner komischen Seite hin. In den hervorragenden Grusel-Komödien “Der Rabe” oder “Ruhe Sanft GmbH” (aka “Comedy of Terrors”!!!) gibt Price den leicht schrulligen Einfallspinsel, der am Ende doch zuletzt lacht - auch wenn er dabei schließlich sein Leben aushaucht! Die prägenden Fiesheiten aus Price-Filmen bleiben für mich die Eiserne Jungfrau aus “Das Pendel des Todes” und die Schraube aus “Die Rückkehr des Dr. Phibes”. Letztere sorgte für unzählige schlaflose Nächte im Kinderbett und dürfte auch heute noch so manchen Erwachsenen am Rad drehen lassen. Doch nicht nur den Schrecken lehrte mich Mr. Price. Im “Theater des Grauens” entfachte Edward Lionheart mein Herz für Shakespeare. Das Bild des staubigen Verseschmieds aus England wich der Erkenntnis, dass Billy Boy Shakespeare doch weit mehr auf dem Kasten hatte als nur gestelzte Phrasen zu dreschen. Im Alter von 82 Jahren verstarb Vincent Prince 1992 an den Folgen von Lungenkrebs in Los Angeles. Niemals mit großen Film-Preisen ausgezeichnet bleibt dem “König des Grand Guignol” aber die filmische Unsterblichkeit, um die ihn ein Dr. Phibes sicherlich beneiden würde - nämlich der sichere Platz im Herzen eines jeden Filmfan.


Wer sich noch eingehender mit Vincent Price beschäftigen möchte, dem sei das ausgezeichnete Buch “Die Kontinuität des Bösen - Vincent Price in seinen Filmen” von Robert Zion wärmstens ans Herz gelegt. Für schlappe 30 Euro bekommt ihr den großen Rundumschlag in Sachen Price geboten.

Die ersten DVDs zum Thema Vincent Price stammen erstmal aus Deutschland. In England und Amerika sind allerdings schon einige andere große Werke des Gruselmeisters auf DVD erhältlich. In regelmäßigen Abständen soll die Rubrik erweitert und vielleicht auch mit ausländischen DVD-Reviews erweitert werden.

Eine schlechte Nachricht gibt’s aber schon vorab: MGM hat es leider versäumt, den Audiokommentar von Roger Corman zu “Die Verfluchten” von ihrer eigenen US-DVD zu portieren. Die deutsche DVD bietet leider nur den Kinotrailer als Extra. Wirklich schade!

05.11.2003

Kay Pinno.

“Ich spiele keine Monster! Ich spiele Männer, die von ihrem Schicksal überwältigt nach Rache dürsten!”

Vincent Price.
Die Fliege (1958)Grab des Grauens, DasHexenjäger, DerPendel des Todes, DasRabe, DerTheater des GrauensVerfluchten, DieFolterkammer des Hexenjägers, Die


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