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Windtalkers Director's Edition (R1)   

Windtalkers Director
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Original: Windtalkers   (USA, 2002)
Laufzeit: 153 Minuten (NTSC)
Studio: MGM
Regie: John Woo
Darsteller: Nicolas Cage, Christian Slater, Adam Beach, Roger Willie, Peter Stormare u.v.a.
Format: 2.40:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD 5.1 Englisch DS Französisch
Untertitel: Englisch, Französisch, Spanisch, Port.
Extras: 3 Kommentare, Making of, Boot Camp u.m.
Preis: ca. 30 Dollar
Wertung: 1 / 1-/ 2+ (Bild/Ton/Extras)


"Film ist ein langer Krieg!"

Zum ersten Mal hat John Woo mit “Windtalkers” in den USA die Möglichkeit gehabt, seine eigene Version eines seiner Filme zu präsentieren. An dieser Stelle wird deshalb nur auf die Veränderungen im Director’s Cut eingegangen (SPOILER WARNUNG!). Ein inhaltliches Review findet ihr im obigen Test zur R2-DVD, die die Kinoversion enthält. Insgesamt 20 Minuten hat Woo wieder in den Film hineingeschnitten und auch an einer Stelle etwas kürzer gemacht. Wer jetzt aber auf große neue Offenbarungen hofft, dürfte enttäuscht werden. Die inhaltlichen Veränderungen sind sehr subtil und enthalten oft nur längere Einstellungen oder vereinzelte zusätzliche Bemerkungen. An wirklich neuen Szenen gibt es insgesamt nur drei: 1. Nach der Schlacht auf den Solomon Inseln erhält Joe Enders im Feldlazarett das “Purple Heart” verliehen. 2. Joe ist am Vorabend des Auslaufens zur Insel Saipan mit der Krankenschwester Rita am Strand und wirkt sehr verstört. 3. Vor dem Auslaufen nach Saipan machen die Marines Gruppenfotos. Whitehorse erklärt Joe seine Beziehung zu Ben Yahzee. Enders lässt sich nicht fotografieren. Abgesehen von diesen Szenen sind alle Schlachtenszenen wieder komplett und wirken nicht mehr ganz so holperig(besonders die Eröffnung auf den Solomon-Inseln!). Dabei gibt es viel zusätzliche Gewalt in Form von Einschüssen und insgesamt längeren Einstellungen zu sehen. Etwas gekürzt wurde die Einsatzbesprechung vor dem Auslaufen der Marines. Verschwunden sind auch die unnützen Karteneinblendungen zwischen den einzelnen Schlachten. Die vielen kleinen zusätzlichen Einstellungen und Sätze lassen sich schwer zusammenfassen. Insgesamt wird die Figur von Joe Enders weitaus düsterer und wahnsinniger dargestellt. Zudem wird die aufkeimende Beziehung zwischen den Codetalkern und ihren Beschützern besser vertieft. Eine wichtige Veränderung gibt es noch am Ende. Per Voice-Over wird vermittelt, dass Enders seiner Krankenschwester doch einen Brief vor der finalen Schlacht geschrieben hat. Dies soll wohl Enders Gesinnungswandel dokumentieren, wirkt aber trotzdem ein wenig befremdlich. Insgesamt lässt sich schon festhalten, dass der Director’s Cut runder als die Kinofassung wirkt. Trotzdem bleibt auch hier ein zwiespältiges Gefühl zurück, dass auch das ausgewalzte Trommelfeuer des Schlachtenepos nicht pulverisieren kann.

BILD

Windtalkers Director

In den Technikabteilungen hat sich im Vergleich zu der Kinofassung nicht viel verändert. Deshalb findet ihr an dieser Stelle die identischen Feststellungen. Wichtig ist hierbei noch zu erwähnen, dass die zusätzlichen Szenen sich nicht vom Gesamtbild abheben und gut integriert wurden. Ganz im Gegensatz zum Film kann man das Bild glücklicherweise nicht als Kriegsgebiet bezeichenen. Die Vorlage ist entsprechend des jungen Alters von bester Güte und enthüllt keine Verschmutzungen oder Grieseln. Schärfe und Kontrast sind wohl ausbalanciert und sorgen für ein detailreiches Bild in jeder Situation. Selbst die üblichen Schwierigkeiten (Schmieren, Grieseln Schärfeverlust) bei verrauchten Szenen kommen hier nicht zum tragen. Die wenigen dunklen Szene werden mit einem starken Schwarzlevel stabilisiert. Die Farben kommen ebenfalls sehr stark, fast ein wenig unnatürlich heraus. Da hauptsächlich eine Mischung aus orangem Sand und Erde sowie saftigem Grün von den Grasern der Insel vorherrscht, wird auch der Zuschauer in ein unwirkliches Setting versetzt. Die Kompression bleibt konstant und sorgt für ein stabiles Bild in den vielen Kamerafahrten von Woo-Woo-Choo-Choo. Artefakte oder Bildrauschen wurden nicht festgestellt.

TON

Windtalkers Director

Wie man es von einem zünftigen Woo-Film erwarten kann, wird in “Windtalkers” natürlich richtig Gas gegeben. Bis auf die eher wenigen ruhigen Momente fliegen dem Zuschauer wirklich permanent die Kugeln um die Ohren. Gut ausgewogen gehen Musik, Effekte und Dialoge Hand in Hand ohne sich den Raum zu nehmen. Nur die etwas käsige Marschmusik bei den Kampfszenen schlägt ab und an etwas über die Stränge. Zahlreiche 360-Grad-Effekte und gezielte direktionale Momente wie die Bombing-Runs der Flieger gegen die japanischen Stellungen geben eine gute Surround-Demo ab. Neben dem Kriegskrawall in allen Ausführungen werden die ruhigen Dialogmomente auch mit einem sehr guten atmosphärischen Background begleitet. So bleibt die Soundkulisse konstant lebendig und voll geöffnet. Sehr gut.

EXTRAS

Das ultimative 3-er Disc Set der Director’s Edition enthält alle Specials, die auch schon auf der europäischen DVD zu finden sind (vgl. oben). Zusätzlich gibt es jedoch noch einen Audiokommentar mit Produzent Terence Chang und Regisseur John Woo. Beide geben einen sehr guten Einblick in die Produktion und die Entwicklung der Story. Dabei werden auch die Unterschiede zwischen der Kinofassung und dem Director’s Cut eingehend besprochen. Ebenfalls angereichert mit guten Anekdoten und persönlichen Eindrücken kann der Track vollauf begeistern. Die anderen beiden Kommentare mit Cage/Slater und Willie/Smith entsprechen der deutschen DVD und wurden über die längere Version “gestreckt”. Die zweite Scheibe beherbergt drei Features, die auf der Euro-DVD nicht zu finden sind. Die 25-minütige historische Dokumentation über die Codetalker ist allerdings eher enttäuschend. Versehen mit vielen Filmausschnitten von “Windtalkers” erfährt man nur wenig mehr über die persönliche Erfahrung der Navajo-Indianer im zweiten Weltkrieg. Zwar kommen die Kriegsveteranen zu Wort, aber ein persönlicher Eindruck wird kaum vermittelt. Zu sehen gibt es auch eine offizielle Ehrung der noch lebenden Codetalker von 2001. Dort wird ihnen die Ehrenmedaille des Kongress der Vereinigte Staaten verliehen wird. Auch das 8-minütige Feature “Tribute to Heroes” beschränkt sich auf die kurze Vorstellung von einigen Codetalkern in Bild und Schrift sowie eine Auflistung aller ausgezeichneten Codetalker. Das Feature “The Music of Windtalkers” (3 Min.) ist bloß eine größere Werbung für den Soundtrack des Films. Trotz der Ansprache des historischen Themas sind die zusätzlichen Video-Extras mehr Propaganda als ein guter Einblick in die Geschichte. Schade.

FAZIT

Von den zusätzlichen Extras dieses 3-er Disc Sets ist nur die längere Fassung des Films (+ 20 Min.) und der Audiokommentar von John Woo und Terence Chang hervorzuheben. Wer ohne diese Dreingaben leben kann, sollte ruhig zur deutschen Fassung greifen. Trotz der neuen Schnittfassung kann der Film seine Schwächen eben nur ansatzweise ausbügeln.



Kay Pinno


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