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The Raid   (BLU-RAY)

The Raid
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Original: The Raid / Serbuan maut   (Indonesien / USA, 2012)
Laufzeit: 105 Min. (1080p)
Studio: Koch Media
Regie: Gareth Evans
Darsteller: Iko Uwai, Joe Taslim, Donny Alamsya u.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS-HD-MA 5.1 Deutsch, Indonesisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Audiokommentar, Musikvideo, Trailer
Preis: ca. 15 €
Wertung: 3 / 3+/ 3+ (Bild/Ton/Extras)


"Hausfriedens(knochen)bruch!"

In den letzten zehn Jahren dürfte es kaum einen Actionfilm wie "The Raid" gegeben haben. Regisseur Garteh Evans zeigt, dass der wilde Geist des legendären, modernen Actionkinos im Hongkong-Style nicht tot ist, sondern nur in der Zwischenwelt auf eine furiose Auferstehung gewartet hat. Das Setup von "The Raid" ist simpel: ein Elitetrupp von 20 Cops stürmt ein abrissreifes Hochhaus, das vornehmlich von einer Gang unter der Führung des Drogenlords Tama (Ray Sahetapy) beherrscht wird. Zunächst scheint das Irrsinns-Unternehmen gut zu gehen, doch Tama lässt das Gebäude hermetisch abriegeln und setzt per Interkom eine Belohnung auf den Tod der Cops aus. Eine unerbittliche Schlacht mit den schwer bis an die Zähne bewaffneten "Nachbarn" im Höllenhochhaus beginnt.
Gareth Evans macht keine Gefangenen und tritt das Gaspedal von der ersten Minute an komplett durch Asphalt: in einem gigantischen Bleihagel werden Mensch und Material durchlöchert und auch im Nahkampf mit allem was greifbar ist attackiert. Doch diese viszerale Eröffnungsschlacht ist bloß die Spitze des Eisbergs: nachdem die meisten Feuerwaffen leergeschossen sind, versetzt Regisseur Evans dem Motor von "The Raid" einen Nitro-Schock in Form seiner Silat-erprobten Stuntmänner, die selbst Tony Jaa vor Phantomschmerzen erzittern ließen. Brachial, kompromisslos und einem fast permanenten Dauerfeuer krachen Fäuste, Füße und Schädel aneinander, das einem schwindelig wird. Dazwischen findet "The Raid" in seinen knappen 90 Minuten aber immer wieder Zeit, um echte Suspense- und minimalistische Charakterelemente einzubauen. Ähnliche wie die Action-Overkill-Meisterwerke "Ong Bak" und "Hard Boiled" hat schließlich auch "The Raid" emotional packende Konflikte und sogar zwei überraschende Geschichten zu erzählen. Das in beiden Fällen die Auflösung überraschend unkonventionell und dazu auch noch moralisch äußerst ambivalent ausfällt, zeigt den großen Charakter des Films, der eben doch mehr zu bieten hat, als einen der längsten und radikalsten Showdowns der bisherigen Filmgeschichte.Gareth Evans aktuell in Produktion befindliche "The Raid"-Fortsetzung "Berandal" kann deshalb nicht schnell genug erscheinen.

BILD

The Raid

Ach du Schreck, was ist denn da bloß passiert? Der anamorphe Widescreentransfer (1.85:1) sieht oft aus, wie von einem schlechten DVD-Master hochgerechnet. Besonders die erste halbe Stunde des Films sieht nach matschigem Digitalsalat aus, dessen Hintergründe oft stark mit Artefakten und Rauschen zu kämpfen haben. Der schwache Schwarzlevel lässt zudem die (absichtlicht) dunklen Szenerien fast völlig ohne Detail zurück und das milchige Dunkel wirkt zudem noch etwas abgedunkelt, so dass die Kugeleinschläge fast schwarz und nicht rot sind. Im Kino sah der Film definitiv nicht so aus! Grundsätzlich zeigt die Vorlage sonst keine anaolgen Rückstände oder Verunreihnigungen, da komplett auf XDCAM Format gedreht wurde. Schärfe und Kontrast variieren zudem stark: erst ab der zweiten Häfte des Films wird das Bild zunehmend stabiler uind zeigt sich so wie es vermutlich sollte. Die düstere Farbpalette wird spolide abgebildet, aber wirkt ebenfalls recht reduziert. Hier ist leider echt etwas schief gegangen.

TON

The Raid

Auch der DTS-HD 5.1 Track ist relativ unausgewogen: die deutschen Dialoge liegen natürlich stark im Vordergrund, aber wirklich irritierend ist nicht ganz ausgewogene Soundkulisse. Besonders bei den Schießereien im ersten Teil des Films variieren die Schussgeräusche innerhalb einer Szene stark - das reicht von einem tontechnisch abgedunkelten dumpfen Knall bis zu einem schön ausgewogenen und in voller Dynamik schallenden Explosion, so dass die Künstlichkeit des Tracks extrem stark auffällt und aus der Szenen reißt. Die Musik setzt sich in der Klangkulisse dabei noch am besten durch, aber kann leider auch nicht den Soundtrack dominieren. So zerfastert die Tonspur in den Actionszenen leider allzu häufig. Ebenfalls für eine solche Action-Perle wie "The Raid" enttäuschend.

EXTRAS

Das Cover von der Blu-ray von "The Raid" verspricht nur Trailer und einen Videoclip. Tatsächlich befindet sich unter den Audio Options aber auch noch der Audiokommentar von Regisseur Gareth Evans.
Dieses herrliche Kleinod verschafft dem Zuhörer einen detaillierten Einblick in die Entstehung des Films. Evans erzählt, wie er überhaupt nach Indonesien kam und dort mit der Kampfart Silat in Kontakt kan und sich sofort verliebte. Von der Rekrutierung einzelner "Schauspieler", die er quasi von der Straße wegfischte - Star Iko Uwai war davor ein einfacher Firmen-Kurier - und bis zu Veränderungen des Drehbuchs sowie die elaborate Arbeit an den ausgefallenenen Actionszenen. Schön dabei ist, dass hier nicht ein großspuriger Hollywood-Heini sich selbst auf die Schulter klopft, sondern ein erfinderischer Self-made-Filmer einen Einblick in die knallharte und auch dreckige Arbeit der Low-Budget Actionfilmerei gibt. Sehr gut.

FAZIT

Mehr Krawall als in "The Raid" geht kaum: brachialstes Actionkino ohne Kompromisse wird hier in jeder Sekunde und ungeschnitten zelebriert. Die Blu-ray von "The Raid" aus dem Hause Koch hat leider ein schwaches Bild. Dafür ist auf der Scheibe ein Audiokommentar vorhanden, der nicht auf dem Cover gelistet ist. Eine 2-Disc Special Edition ist ebenfalls in den Läden erhältlich. Für Actionsfans ist "The Raid" ein Pflichtkauf.



Kay Pinno


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