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Black Serenade   

Black Serenade
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Original: Tuno Negro   (Spanien, 2000)
Laufzeit: 103 Minuten (PAL)
Studio: Anolis / e-m-s
Regie: Vincente J. Martin, Pedro L. Barbero
Darsteller: Silke, Jorge Sanz, Fele Martinez u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Spanisch DD2.0 Deutsch
Untertitel: Deutsch
Extras: Making of, Interviews, Trailer u.m.
Preis: ca. 20 €
Wertung: 3 / 2- / 3+ (Bild/Ton/Extras)


"Scream studiert!"

“Black Serenade” ist ein klassischer Ableger des Slasher-Kinos, der sich einige Elemente aus Wes Cravens “Scream” zu eigen macht, ohne die Selbstreflexivität ähnlich ausgestellt zu betreiben. Die Geschichte verlegt den Ort der Handlung an eine Universität, anstelle einer Schule (“Scream 2” lässt grüßen). Eines Nachts kommt eine neue hochbegabte Studentin auf dem Campus der Alma Mater Salamanca an und wird bereits durch einen morbiden Killer-Scherz auf die zukünftigen Ereignisse eingestimmt. Im Internet lernt sie einen Unbekannten kennen, der sich maskiert und aggressive Sprüche über den Chat verbreitet. Als schließlich Filmdateien auftauchen, die Salamanca zeigen, kommen erste Vermutungen auf, dass der Fremde möglicherweise nicht nur ein harmloser Spinner ist. Es dauert schließlich nicht lange, bis der erste Mord passiert. Der Killer kreist das Umfeld der hochbegabten Studentin immer weiter ein, wobei auffällt, dass er nur solche Studierende tötet, die unzureichende Ergebnisse vorzuweisen haben. Hier möchte offensichtlich einer das Land von schmarotzenden Faulpelzen befreien. Während die Heldin zusammen mit ihren Freunden versucht, dem Psychopathen das Handwerk zu legen, beschäftigt sie sich für ihre Abschlussarbeit mit einem geheimnisvollen, Freskenverzierten Raum in der Kathedrale von Salamanca. Um diesen Ort rankt sich eine Legende, die irgendwie mit den Morden zu tun haben scheint. Die Regisseure Vincente J. Martin und Pedro l. Barbero nehmen ganz unverhohlen Anleihen bei “Scream”. Dabei beschränken sie sich nicht nur auf eine Übernahme des Umfeldes, sondern sie kopieren gleich einzelne Szene bis in den Dialog hinein. So gibt es auch in “Black Serenade” die Szene der in Freundschaft verbundenen Studenten (bei “Scream” waren es Schüler), welche sich vor dem Lerngebäude über den Mörder austauschen, inklusive des Dialogs, indem darauf hingewiesen wird, dass eine Frau als Täter ausgeschlossen werden kann. Etwas später im Verlauf der Handlung übernimmt Martin das Motiv der Witzbolde, die gekleidet wie der Killer durch die Universität rennen, um ihre Mitstudierenden zu erschrecken. In einer Sexszene erweisen sich die Spanier zudem als Fans von Paul Verhoevens “Basic Instinct”. Dass “Black Serenade” trotz solcher Anleihen nicht flau daherkommt, hat er neben der ordentlichen Spannungsinszenierung vor allem zwei Dingen zu verdanken. Zum einen strahlt die Stadt Salamanca eine atmosphärische Dichte aus, für die vermutlich jeder Filmemacher zum Mörder werden könnte, zum anderen verknüpft Martin seine Zitate mit einer durchaus originell gestaltete Legende, so dass tatsächlich ein neuer, frischer Blick auf das Slasher-Genre geworfen wird. Der Killer entpuppt sich als eine Art religiös hochstilisierter Übermensch, der das Recht für sich in Anspruch nimmt, über unwertes Leben zu entscheiden. So machen Genre-Filme Spass.

BILD

Black Serenade

Die Vorlage des spanischen Horror-Films hat so ihre Probleme. Immer mal wieder tauchen Verschleißschäden, Dreckspuren und Bildpunkte auf. Besonders deutlich sind diese in der Pathologie-Szene zu erkennen. Während die Farbwiedergabe und der Kontrast gut ausfallen, hat die DVD sonst einige Schwächen zu offenbaren. So nimmt die stets sichtbare Körnigkeit in manchen Teilen des Films ein größeres Ausmaß an. Darüber hinaus bewegen sich die Pixel in diesen Szenen, so dass die Bildschärfe beeinträchtig wird. In Schwenks zieht das Bild leicht nach und es neigt zu geringer Doppelkontur. Andere Szenen fallen demgegenüber nahezu gestochen scharf aus und weisen ein Bild auf, das nicht in Bewegung ist.

TON

Black Serenade

Die Tonqualität der beiden 5.1-Spuren sowie des deutschen 2.0-Tracks unterscheiden sich kaum. Damit ist bereits gesagt, dass die 5.1-Abmischung ihre Möglichkeiten nicht ausschöpfen kann. Die Verteilung auf die Lautsprecher sowie die Dynamik fallen etwas flach aus. Der deutsche 5.1-Track kann in Bezug auf die Sattheit des Sounds gegenüber dem spanischen Original Punkte sammeln. Ansonsten ist der Ton in gelungener, rauschfreier Qualität auf die DVD gebannt.

EXTRAS

Die DVD wartet mit drei Interviews auf. Die Gesprächspartner sind der Regisseur Vincente J. Martinez (ca. 20 Min.) und die beiden Darsteller Silke (ca. 20 Min.) sowie Patxi Freytez (ca. 11 Min.). Während die beiden Darsteller-Interviews interessante Einblicke in ihre Karrieren vermitteln, ein paar persönliche Aspekte beinhalten sowie den Film “Black Serenade” selbst behandeln, leidet das Gespräch mit Martinez vor allem unter der unverständlichen Entscheidung, seine spanisch gesprochenen Antworten nicht zu untertiteln. Statt dessen erhält der sprachlich unkundige nach jeder seiner Antworten eine Zusammenfassung durch die Interviewerin präsentiert. Diese fällt natürlich deutlich kürzer aus, als das was Martinez zu sagen hat. So macht das Interview keinen Spass mehr. Das etwa 27minütige Making Of liefert kleine Einblicke in die Spezialeffekte, die Modellbauten des Films (z.B. die Kathedrale) sowie extra angefertigte Malereien. Darüber hinaus besteht es lediglich aus belanglosen PR-Werbeparolen in der Form, dass alles ganz hervorragend gelaufen ist, der Film spannend und gut ist, etc. Daneben kann man sich einen Trailer des Films, einen Teaser und zwei TV-Spots ansehen.

FAZIT

Für einen aktuellen Film weist die DVD Schwächen auf, die nicht nötig gewesen wären. Das ist schade, zumal “Black Serenade” gute Genre-Kost zu bieten hat. Immerhin gibt es teilweise gutes Bonus-Material.



Stefan Dabrock


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