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Zum Glück bleibt es in der Familie   

Zum Glück bleibt es in der Familie
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Original: On ne choisit pas sa famille   (Frankreich, 2011)
Laufzeit: ca. 103 Min. (PAL)
Studio: Planet Media HE
Regie: Christian Clavier
Darsteller: Christian Clavier, Jean Reno, Muriel Robin, Héléna Noguerra
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD 5.1 Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Making of, Infos, Zuschauer fragen Filmemacher
Preis: ca. 13 Euro
Wertung: 2-/ 2-/ 2 (Bild/Ton/Extras)


"Für Freunde des französischen Humors"

Man muss französische Komödien schon mögen, um an "Zum Glück bleibt es in der Familie" wirklich Spaß haben zu können. Französischer Humor ist, nun ja, manchmal eben etwas brachialer als deutscher Humor, er ist nicht immer mit der feinen Nadel gestrickt. Und dass der Verleiher damit wirbt, vor der Kamera seien Christian Clavier und Jean Reno, die Hauptdarsteller der Erfolsgkomödie "Die Besucher" endlich wiedervereint... Eieieie... Das ist nicht die Art von Werbung, die jeden DVD-Freund gleich in Euphorie ausbrechen lässt. Klar, der Film hat seine Freunde. Aber wahrlich nicht nur...

Ist aber eigentlich alles egal, schließlich geht es nicht um "Die Besucher 3", sondern eine eher kleine Produktion, in der Christian Clavier nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern die er auch inszeniert hat. Daher ist dies in erster Linie eine Christian-Clavier-Show, in der Reno sich eher zurückhaltend gibt und die Bühne ganz seinem Regisseur und Partner überlässt.

Dabei beginnt die Geschichte mit zwei Frauen: Alex und Kim sind ein lesbisches Paar in Paris. Die Anwältin und die Tonmeisterin entschließen sich zur Adoption eines kleinen Mädchens in Thailand. Kim wurde bei Dreharbeiten in Thailand Zeugin eines Unfalls, bei dem der Großvater des Kindes ums Leben kam. Seither ist es um Kim geschehen. Sie will das kleine Mädchen zu sich nach Frankreich holen, aber dabei gibt es ein Problem: Nur verheiratete Paare, bestehend aus Mann und Frau, dürfen ein Kind adoptieren. In ihrer Not bittet Alex ihren Bruder César (Clavier) in Thailand Kims Mann zu spielen. In Thailand jedoch erwartet César und Kim zunächst der baskische Arzt Luix (Reno). Er soll testen, ob Kim und César als Eltern wirklich in Frage kommen. Und das ist das Problem: Autohausbesitzer César ist ein egozentrischer Junggeselle, dessen Feingefühl sich mit dem einer niedergehenden Lawine vergleichen lässt...

Herausgekommen ist ein harmloser Familienfilm, der niemanden wirklich weh tut, auch wenn Clavier immer wieder gerne mal die Humor-Brechstange auspackt. Das Endergebnis ist eine nette Gag-Revue, die man sich nicht angucken muss, die man sich aber angucken kann.

BILD

Zum Glück bleibt es in der Familie

Der Transfer lässt keine Wünsch offen, sofern man nicht gerade "Matrix - Reloaded" erwartet, sondern sich darauf einstellt, dass dies eine französische Komödie ist, in der Menschen miteinander interagieren und keine große Effektschlacht durchgezogen wird. Eine ordentliche Kontrastierung sorgen dafür, dass sich der Blick nie unwichtigen Geschehnissen zuwendet, sondern stehts dem Geschehen folgt. Das ist Routine, mehr braucht das Bild aber auch nicht.

TON

Zum Glück bleibt es in der Familie

Der Ton reißt nun keine Bäume aus, letztlich aber braucht er das auch nicht (siehe Bild). Die Soundkulisse entfaltet sich ordentlich homogen ohne spezielle Bereiche übermäßig zu betonen. Die Dialoge stehen im Mittelpunkt. Die Stimmen sind sehr schön ausgepegelt. Was soll man zu einem Film wie diesem sonst noch sagen?


EXTRAS

Es gibt Infos zum Thema Adoption und gleichgeschlechtliche Lebenspartner, ein Making of (das recht originell Szenen aus dem Film den Kommentaren vor allem Christian Claviers gegenüber stellt, sodass man einen guten Eindruck von den Dreharbeiten in Thailand bekommt), außerdem bieten die Extras ein sehr schönes Frage-Antwort-Spielchen: Nach der Premiere des Filmes standen Clavier und Reno den Zuschauer eben Frage und Antwort. Statt den üblichen "Wir hatten uns alle ganz lieb"-Statements herunterzuleiern - mussten die beiden echte Antworten geben. Das bleibt zwar immer nett, ist aber eben auch nett anzuschauen.

FAZIT

"Zum Glück bleibt es in der Familie" ist keinesfalls die Neuerfindung des Croissants, aber weil er eine nette Botschaft aussendet und ohne Hänger seinen Weg ins Ziel findet, darf man einen Blick riskieren. Ein Meisterwerk sieht anders aus, Langeweile aber auch. Nett...



Christian Lukas


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