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Iron Man 3 - 3D   (BLU-RAY)

Iron Man 3 - 3D
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Original: Iron Man 3   (USA, 2013)
Laufzeit: 131 Min. (1080p)
Studio: Concorde Home Entertainment
Regie: Shane Black
Darsteller: Robert Downey Jr., Gwyneth Paltrow, Don Cheadle, Ben Kingsley, Guy Pearce, Rebecca Hall, Jon Favreau u.a.
Format: 2.40:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS-HD-MA 7.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Kommentar, geschnittene Szenen, Making of u.m.
Preis: ca. 25 €
Wertung: 2+/ 1 / 2- (Bild/Ton/Extras)


"Back with Black!"

Für die Comicschmiede Marvel hat sich der "Iron Man"-Franchise zu einer wahren Goldgrube entwickelt. Weltweit klingelten auch beim dritten Teil die Kassen und Tony Starks neustes Abenteuer konnte erstmals die Milliarden-Dollar Grenze knacken. Mit "Iron Man" konnte Marvel schließlich den Grundstein für etwas legen, das bisher einmalig in der Kinowelt ist und schließlich in dem Megaerfolg von "The Avengers" gipfelte. Marvel hat das Erzähl- und Marketing-Prinzip seiner Comics erfolgreich auf Kinofilme übertragen. Die neuen Superheldengeschichten spielen im selben Universum und beeinflussen bzw. bedingen sich gegenseitig. Wie bei den Gegenstücken aus dem Printbereich lässt können die Filme den Zuschauer so hochgradig süchtig machen. Vor allem ist es aber von Vorteil, wenn man die gesamte Geschichte im Auge hat. So funktionieren die einzelnen Marvel-Filme zwar auch für sich, aber entfalten erst in ihrer gemeinsamen Erzählkraft das volle Potential.
Mit "Iron Man 3" läutet Marvel nun nach "The Avengers" quasi die zweite Staffel an Superheldenkinofilmen ein, die schließlich wieder alle zusammen in dem zweiten "Avengers"-Film "The Age of Ultron" gipfeln sollen. Doch zunächst hat Tony Stark (Robert Downey Jr.) in "Iron Man 3" echte Persönlichkeitsprobleme: nach seiner Nahtod-Erfahrung in einem Wurmloch im Finale von "The Avengers" tickt seine innere Uhr nicht mehr im Takt. Manisch bastelt er an immer neuen Variationen seiner Anzüge, um seine Panik in den Griff zu bekommen. Freundin und Stark-Industries Chefin Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) muss sich derweil mit einer alten College-Bekanntschaft herumschlagen: Unternehmer Aldrich Killian (Guy Pearce) will Stark Industries für seine fragwürdigen Bio-Engineering Entwicklungen gewinnen. Unterdessen legt sich ein Terrorist mit dem illustren Namen The Mandarin (Ben Kingsley) erfolgreich durch Bombenattentate und dramatische Medienankündigungen mit den USA an. Als schließlich Tonys Freund und Bodyguard Happy (Jon Favreau) nach einem der Anschläge im Krankenhaus landet, nimmt das Iron Man persönlich und fordert den Mandarin heraus. Der fackelt nicht lange und äschert Tonys Heimbasis in Malibu sofort komplett ein. Ohne seine Gadgets muss sich Tony erstmal wieder auf sein Gehirn und die Hilfe eines zwölfjährigen Knirps (Ty Simpkins) verlassen, um hinter das Geheimnis der Anchläge des Mandarin zu gelangen.

Wieder einmal hat sich das Marvel Team nicht beirren lassen und die richtige Wahl getroffen: für Regie und Drehbuch wurde Jon Favreau von Action-Spezialist Shane Black abgelöst. Nicht nur dass Black für einige der größten Actionerfolge der späten 80er und 90er Jahre als Drehbuchautor verantwortlich war, sondern er arbeitete bereits mit Robert Downey Jr. in "Kiss Kiss Bang Bang" zusammen. Die Chemie stimmt schließlich auch für "Iron Man 3", der unverkennbar ein Shane Black Film geworden ist. Ähnlich wie Martin Riggs in "Lethal Weapon" stattet er Tony mit einer psychologischen Wunde aus, die er überwinden muss, um sich gänzlich neu zu finden. Black konzentriert sich ganz auf seine Figuren und deren Beziehungen zueinander, gibt ihnen Raum zwischen der krachenden Action zu atmen. Statt explosiven Dauerfeuer nimmt sich "Iron Man 3" Zeit, um seine Adrenalinsequenzen richtig zu platzieren und den Plot damit voranzutreiben. Wenn die Action schließlich loslegt, dann kracht es auch gewaltig. Die Zerstörung von Tonys Haus und der irrsinnige Skydive aus der Airforce One sind besonders in 3D (das allerdings erst nachträglich hinzugefügt wurde) eine Wucht. Dazwischen träufelt Shane Black wie üblich subtil die aktuelle Gesellschaftskritik: Medienkriege, Politikausverkauf auf Kosten der Umwelt, Terrorismus und den manipulativen Umgang damit insbesondere. Sicher ist "Iron Man 3" eher zu einem Tony Stark Film geworden, der seine Rolle nach den Ereignissen von "The Avengers" für sich neu definieren muss. Ein Schwachpunkt bleibt sicherlich, dass das tödliche Science Fiction McGuffin des Films, das dem Mandarin in die Hände gefallen ist, ein wenig nebulös in der Erklärung bleibt und sich auf den Gefahrenfaktor reduziert. Dass sich Shane Black außerdem mutig dazu entschieden hat, eine radikale Wendung des Films in bezug auf den Bösewicht durchzuziehen, stößt zwar die Hardcore-Comicnerds brachial vor den Kopf, aber ist im Kontext der Hintergrundgeschichte von "Iron Man 3" ein absoluter Hammer, der einem den Nagel der Corporate-Manipulation noch einmal durch Frontalcortex zimmert. Welcome back in Black Mr. Stark!

BILD

Iron Man 3 - 3D

Blitzblank und knackscharf umschreiben den anamorphen Widescreentransfer (2.40:1) von "Iron Man 3" sehr gut. Die Vorlage des Films ist natürlich fehlerfrei und liefert keine Argumente zur Meckerei. Schärfe und Kontrast sind sehr gut und liefern besonders auch im 3D-Format einen hohen Detailgrad. Die Farbwiedergabe ist ebenfalls tadellos. Dennoch zeigen sich in der 3D Präsentation einige wenige Doppelkonturen, die aber nicht dauerhaft auftreten und deshalb auch nicht zu sehr ablenken. Insgesamt reduziert sich die Inszenierung des Films auch eher flach. Die Ausnahme bilden hier die Actionsetpieces, die wirklich grandios in 3D erscheinen. Die Zerstörung von Tony Starks Haus und die Skydive-Sequenz sowie das explosive Tankerfinale rechtfertigen den Erlebnischarakter der 3D-Präsentation. Der Schwarzlevel ist durchgängig tief und detailreich. Die Kompression bleibt unsichtbar. Fast sehr gut.

TON

Iron Man 3 - 3D

Auch auf Deutsch wird dem Zuhörer bei "Iron Man 3" auf Blu-ray mit einem hochaufgelösten DTS-HD-MA 7.1 Track belohnt. In so ziemlich jeder Szene wurde darauf geachtet, den räumlichen Charakter der darstellung auf die Tonspur zu übertragen. In den Actionszenen wird natürlich das volle Arsenal abgefeuert: auf allen Kanälen zifft und kracht es, dass es nur so eine Freude ist. Sowohl die anrauschenden Raketen als auch die Iron Man Anzüge sausen gut ortbar durch die gesamte Soundstage. Doch der Track zeichnet sich besonders in den "kleineren" Szenen durch seine hohe Surroundauflösung aus. Wenn z.B. Aldrich Killian während seiner Live-Gehirn-Demo mit Pepper Potts in die Holographie schreitet sind die Buzz-Geräusche der virtuellen Darstellung deutlich vernehmbar und bewegen sich zur Kamraperspektive mit. Großartig. Die Dialoge sind immer gut verständlich und ebebnfalls in der Soundstage verteilt. Störende Überlappungen odre Aussetzer konnten nicht festgestellt werden. "Iron Man 3" ist echtes Referenzmaterial für die Heimkino-Soundanlage.

EXTRAS

Trotz des großen Erfolgs beschränkt sich die 3D-Blu-ray von "Iron Man 3" auf wenig solide Extras. Dies liegt vornehmlich daran, dass Marvel als braver Disney-Minion vorhat, seine Fans in noch größerem Stil zur Kasse zu bitten. Schließlich arbeitet man bereits an einer "Marvel Cinematic Universe: Phase 2"-Box, die alle Marvel-Filme nach "The Avengers" und bis "Avengers 2" enthalten soll und natürlich zu einem Premiumpreis die Premium Extras enthalten wird.
Neben der Filmfassung in 2D gibt es zum Spektakel selbst einen sehr gelungenen Audiokommentar mit Regisseur Shane Black und seinem Co-Autoren Drew Pearce, der sich in zwischen auch schon als Drehbuchautor für "Sherlock Holmes 3" und "Mission Impossible 5" qualifiziert hat. Beide sprechen sehr detailliert über die Einbindung der Geschichte in das Comic-Universum nach "The Avengers" und welche alternativen Story-Entscheidungen man während des Entwicklungsprozess getroffen hat. Von Inszenierungsdetails bis zu Setanekdoten wird hier nichts ausgespart. Ein sehr gelungener klassischer Kommentar, der für alle Zuhörer etwas bietet.
Ansonsten gibt es zwei Featurettes (zusammen ca. 20 Min.), die ein wenig hinter die Kulissen der Produktion führen und sich vornehmlich mit der großen Skydive-Stuntsequenz beschäftigen. Und das war's auch schon an "Making of" Material! Immerhin gibt es noch 16 Minuten an geschnittenen und erweiterten Szenen zu sehen, die teilweise interessant sind, aber mit vollem Recht aus dem Film geflogen sind (z.B. ein Subplot mit den Raufbolden, die Tony kleinen Kumpel das Leben schwer machen). Neben dem obligatorischen Gag-Reel gibt es auch wieder einen "Marvel One Shot"-Kurzfilm (ca. 15 Min.) zu sehen, der das Schicksal von Captain Americas Freundin "Agent Carter" nach dessen Verschwinden vertieft. Diese Shorts haben weiterhin eine hohe Qualität und machen Spaß anzuschauen. Es leibt zu hoffen, dass es auch in Zukunft weitere Minisodes aus dem Marvel-Universum auf den entsprechenden Scheiben zu sehen gibt.
Neben einer überflüssigen Audi-Werbe-Featurette sind auch noch die deutschen udn englischen Kinotrailer auf der Scheibe zu finden.

FAZIT

"Iron Man 3" hat mit Actionveteran Shane Black wieder den richtigen Mann am Ruder. Auch wenn Comicfans über einige Änderungen enttäuscht sind, macht der dritte Einsatz von Tony Stark - und besonders nach "The Avengers" - seinen Namen alle Ehre.
Die Blu-ray liefert sowohl die lohnenswerte 3D- als auch 2D-Version des Films in exzellenter Ton und Bildqualität. Nur die spärlichen Extras werden dem Erfolgsfilm nicht ganz gerecht. Pflichtkauf!



Kay Pinno


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