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Malavita   (BLU-RAY)

Malavita
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Original: Malavita   (USA, Frankreich, 2013)
Laufzeit: 111 Min. (1080p)
Studio: Universum
Regie: Luc Besson
Darsteller: Robert de Niro, Michelle Pfeiffer, Tommy Lee Jones, Dianna Agron, John D'Leo u.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS-HD-MA 5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Interviews, B-Roll, Trailer
Preis: ca. 15 €
Wertung: 2 / 2+/ 3 (Bild/Ton/Extras)


"Eine Familienangelegenheit"

Auf dem Papier sah die Idee wohl toll aus: Frankreichs Actionspezialist Luc Besson wollte mit "Malavita" seine eigene Hommage an das Mafia-Kino auf die Leinwand bringen und konnte dafür sogar Robert de Niro und Michelle Pfeiffer ins Boot holen. Zusammen mit ihren beiden Kindern wird die Familie des Ex-Mafiosi Fred (de Niro) aus Brooklyn vom Zeugenschutzprogramm in ein kleines Nest in der französischen Normandie verfrachtet. Neben dem generellen Kulturschock zwischen (Italo-)Amerika und Frankreich hat Freds Familie leider auch einen ganz eigenen speziellen Umgang mit dem normalen Alltag, der eben kriminell anders ist: Tochter Belle (Dianna Agron) prügelt sich mit ihren fiesen Mitschülerinnen und baggert einen Junglehrer an, während Sohn Warren (John D'Leo) kurzerhand zum Schul-Paten aufsteigt. Mutter Maggie (Pfeiffer) fackelt dafür Supermärkte mit schnippischer Belegschaft ab, während Fred versucht, sein Aggressionspotential und den Frust über das Leben auf der Flucht unter Kontrolle zu bekommen. Das alles treibt ihren Aufpasser Stansfield (Tommy Lee Jones) in den Wahnsinn, denn der ahnt schon, dass die Mafiabosse vom wilden Treiben der Undercover-Familie etwas mitbekommen werden.
Trotz der schicken Besetzung und der netten Idee, französisch-amerikanische Klischees komplett auf's Korn zu nehmen, gelingt es Luc Besson mit "Malavita" nicht, aus den einzelnen Spaß-Momenten ein großes, amüsantes Mafia-Portrait zu entwerfen. Zu episodenhaft und unrelevant bleiben die einzelnen Erzählstränge für die gesamte Geschichte, in der die Figuren eben auch überhaupt keine Entwicklung durchmachen (Ein Punkt übrigens, den Robert de Niros Fred im letzten Satz des Films ad absurdum führt und die Schwächen des Films nur noch offener darlegt!).
Zwar bringt das explosive Finale, ganz Besson üblich, wieder eine etwas finstere wie ernstere Note in die bis dahin nur seicht schwarze Komödie, aber kann nicht davon ablenken, dass für die nötige Katharsis von Freds Familie einfach der dramatische Unterboden fehlt. Schließlich verlaufen die einzelnen Geschichten der Familienmitglieder eben belanglos im Sand. Trotzdem bietet "Malavita" immerhin keine Langeweile und liefert immerhin einen wundervollen Moment, wie ihn sich nur ein französischer Filmfan ausdenken kann: für den örtlichen Filmclub muss Fred als amerikanischer Gast aus New York eine Diskussionsrunde über "Goodfellas" bestreiten! Da dürfte nicht nur Marty Scorsese ein breites Grinsen im Gesicht bekommen.

BILD

Malavita

Der anamorphe Widescreentransfer (2.35:1) basiert auf einer guten Vorlage, die keinerlei Rückstände oder Verunreinigungen aufweist. Schärfe und Kontrast sind durchgängig gut und ein solides Filmkorn verleiht dem Transfer einen natürlichen Look. Die Farben sind kräftig, aber nicht übernbatürlich grell. Der Schwarzlevel ist tief und sehr detailreich. Die Kompression bleibt unsichtbar. Gut.

TON

Malavita

Der DTS-HD-MA 5.1 Mix hat es wirklich in sich und liefert eine sehr lebendige Soundkulisse. Die Musik verteilt sich homogen in der gesamten Soundstage, während die Dialoge sicher im Frontstage-Bereich wandern dürfen. Besonders das Finale, in dem natürlich eifrig geschossen wird, reizt dann seine direktionalen Effekte gut aus. Aussetzer oder Überlappungen konnten nicht festgestellt werden. Ein wirklich guter Audiotrack.

EXTRAS

Die Extras auf der Scheibe sind leider kriminell wenig: ein paar Interviews mit der Besetzung und den Filmemachern liefern mehr PR-Steilvorlagen und Inhaltsangaben als tatsächlich interessante Fakten. Dazu gibt es dann noch ein paar unkommentierte Aufnahmen vom Set sowie den Kinotrailer zu sehen. Alles nicht spektakulär aber immerhin etwas.

FAZIT

Luc Besson huldigt mit "Malavita" dem großen Robert de Niro und dem klassischen Mafia-Genre einschließlich Martin Scorsese. Handwerklich und schauspielerisch gut gemacht, fehlt dieser halbseidenen "Familienkomödie" aber der rechte Biss und letztlich die nötige Pointe. Die Blu-ray von "Malavita" kann sich sehen aber vor allem hören lassen. Die Extras gehören hier aber eher in die PR-Abteilung.



Kay Pinno


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