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Guardians of the Galaxy 3D   (BLU-RAY)

Guardians of the Galaxy 3D
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Original: Guardians of the Galaxy   (USA, 2014)
Laufzeit: 121 Min. (1080p)
Studio: Marvel Studios
Regie: James Gunn
Darsteller: Chris Pratt, Zoe Zaldana, Dave Bautista, Vin Diesel, Bradley Cooper, Lee Pace, Michael Rooker u.a.
Format: 2:40:1 / 1.78:1 Widescreen (16
Ton: DTS-HD-MA 7.1 Englisch DTS-HD-MA 5.1 Deutsch DTS It DD5.1 Tr
Untertitel: Deutsch, Englisch, It, Tr
Extras: Kommentar, geschnittene Szenen, Blooper, Featurettes u.m.
Preis: ca.25 €
Wertung: 1 / 1 / 2- (Bild/Ton/Extras)


"Heavy Metal Space Avengers"

Seien wir mal ehrlich: von den "Guardians of the Galaxy" dürfte hierzulande vor James Gunns unfassbarer Filmumsetzung kaum etwas gehört haben. Als Comic seit 2008 neu aufgelegt (ebenfalls basierend auf einer alten Comicreihe von 1969) handelt "Guardians of the Galaxy" von einer wild zusammengewürfelten Space-Crew von Missfits, die sich in einem interstalleren Krieg zusammenraufen, um für die Gute Sache und das Überleben der galaktischen Gesellschaft zu kämpfen.
Eingebettet in Marvels gigantisches Superhelden Universum sind die "Guardians of the Galaxy" waschechtes Old School Science Fiction Material, das selbst "Flash Gordon" Tränen in die Augen treiben würde.
Das Potential einer großen Space-Oper in einem dichten wie detailreichen Universum zu erschaffen war James Gunn von Anfang an klar und bereits der erste Teaser zu "Guardians of the Galaxy" war eine klare Kampfansage gegen jegliche Erwartungshaltung, die man von einem Marvel-Film haben könnte. Und das Ergebnis enttäuscht nicht, sondern sprengt mit seiner anarchisches Kreativwucht alles in Stücke - vom Zwerchfell bis zur Netzhaut.

Als 10-jähriger Knirps wird Peter Jason Quill (Chris Pratt) direkt nach dem Tod seiner Mutter von einem Ufo ins All entführt und wächst fortan bei dem Weltraumpiraten Yondu (Michael Rooker) auf. Keine 20 Jahre später hat sich der Nachwuchs-Spacebandit gemausert und arbeitet unter dem Namen "Starlord" auf eigene Rechnung. Doch sein jüngster Auftrag bringt ihm nicht nur Ärger mit seinem alten Boss Yondu und dessen Piratentrupp ein, der prompt ein Kopfgeld auf ihn aussetzt: auch ein intergalaktischer Schlächter namens Ronan (eben noch Elbenkönig im "Hobbit" Lee Pace) ist hinter dem von Starlord geklauten "Orb" her. Auf der Flucht landet Quill allerdings im Space-Knast der Xandarianer, einem Völkchen auf das es der finstere Ronan ebenfalls abgesehen hat. Um aus der polizeilich betreuten Zwangs-WG mit interstellaren Superschurken zu fliehen muss sich Quill allerdings zunächst mit einigen von ihnen verbünden. Zusammen mit dem kybernetisch modifizierten Rocket Racoon (Bradley Cooper) - einem cleveren Waschbären mit einem Hang zu großkalibriger Artellerie und krudem Humor, seiner Schoßplanze Groot (Vin Diesel), der abtrünnigen, grünen Gamora (Zoe "Uhura" Zaldana probiert's doch als grünes Alien) und dem ständig auf Rache sinnenden Drax (Wrestler Dave Bautista gibt alles!) tritt Starlord die Flucht nach vorne ins Chaos an. Schließlich lastet plötzlich das Schicksal der gesamten Galaxis auf den Schultern dieser fünf Weltraum-Knackis.

Um eines gleich vorweg zu nehmen: Ja, die eigentliche Hauptstory von "Guardians of the Galaxy" könnte gar nicht schablonenhafter sein! Ein lupenrein böser Alien-Anführer, der einfach weil er's kann eine Welt vernichten will und von willfährigen Helden wider Willen aufgehalten werden muss? Da hätte wohl selbst Ming the Merciless herzlichst gelacht! Doch was macht "Guardians of the Galaxy" zur erstaunlichen Sensation? Zunächst pfeift der Troma-Absolvent James Gunn als Regisseur auf vermeintliche Konventionen und inszeniert "Guardians of the Galaxy" im ganz großen Stil als Space Oper des 21. Jahrhunderts und bedient sich dabei visuell ganz klar bei Klassikern wie "Heavy Metal", "The Last Starfighter" (AKA "Starfight") oder eben auch "Flash Gordon"! Zusammen mit einer eigenwilligen Musik- und Soundtrackuntermalung sowie einer wirklich großartigen 3D-Inszenierung bietet "Guardians of the Galaxy" visuell alles auf, was einen Science Fiction Fan schwach werden lässt. Trotz einer hoch detaillierten wie dichtgepackten Welt voller Aliens, Raumschiffe und schrägen Gadgets hat der Zuschauer aber nie das Gefühl einer Reizüberflutung ausgesetzt zu sein.
Die wichtigste Komponente sind allerdings die Charaktere: jeder der fünf Anti-Helden wächst einem derart schnell ans Herz und mit der richtigen Portion an wirklich gutem Humor treffen die "Guardians of the Galaxy" jedesmal ins Schwarze. Als Sahnehäubchen gibt es obendrein noch derart schicke Space-Action fast im Minutentakt zu sehen, dass einem der Mund offen stehen bleibt, zumal die Massenzerstörung im Film niemals ohne emotionalen Anker von statten geht. Die Verluste auf der guten Seite tuen dann schon weh. Dass James Gunn damit schließlich auch noch die emotionale Schiene des Films komplett korrekt abfrühstückt und sich in einem Fall damit sogar besonders "hölzern" geben darf, um einen scheinbar platten Running Gag zur explosivsten Tränengranate des Films aufzumonstern, fordert allerhöchsten Respekt und ein geneigtes Haupt. Viel besser kann großes Unterhaltungskino kaum werden.

BILD

Guardians of the Galaxy 3D

"Guardians of the Galaxy" besitzt schlichtweg den bisher besten 3D-Transfer eines Films auf dem Medium Blu-ray! Schärfe, Kontrast, Farbwerte, Schwarzlevel aber vor allem die wirklich immens gute 3D-Präsentation, die durchweg stabil, flüssig, komplett ohne Ghosting und mit einer dauerhaften Tiefe beeindruckt, lassen nichts anderes als die Bestnote zu. "Guardians of the Galaxy" ist DAS 3D-Referenzmaterial für das Heimkino! Damit wäre eigentlich schon alles gesagt, aber es gibt auch einen Haken. Nur auf der 3D Blu-ray hat man sich dazu entschlossen, hin und wieder das Format zu wechseln, um bestimmte Szenen imposanter wirken zu lassen. So hatte Christopher Nolan schon für die Blu-ray von "The Dark Knight" die im IMAX-Format gedrehten Sequenzen des Films im Format-füllenden 1.78:1 auf die Scheibe pressen lassen, während der Rest des Films im Widescreen-Format 2.40:1 vorlag. Im Gegensatz zu "The Dark Knight", wo es nur ca. 5 lange Szenen im Vollformat zu sehen gab, schaltet "Guardians of the Galaxy" fast ständig zwischen den Formaten hin und her. Aufgrund der stark erhöhten Frequenz des Formatswechsel ist trotz der Imposanz der "vergrößerten Szenen" die Ablenkung auf Dauer zu groß und anstrengend für die Augen. Ähnlich wie bei "Avatar" hätte man sich für die 3D-Präsentation durchgängig für bildfüllendere Format von 1.78:1 entscheiden sollen. Die Standard Blu-ray in 2D besitzt dagegen durchgängig das Format 2.40:1 ohne Wechsel.

TON

Guardians of the Galaxy 3D

Tontechnisch lässt "Guardians of the Galaxy" natürlich auch nichts anbrennen: egal ob DTS-HD in 7.1 (Englisch) oder 5.1 (Deutsch) - die Soundstage wird durchgängig komplett aggressiv bedient. Alle Surroundkanäle arbeiten hier unter Vollast und lassen die Welt um Starlord und seine Mannen lebendig werden. Sowohl ambiente als auch gezielt direktionale Effekte werden voll ausgekostet und liefern ein durchgängig starkes 360-Grad Hörerlebnis. Die Abmischung ist dabei sehr homogen und dynamisch und verbindet Effekte, Dialoge und Musik sehr gut miteinander. Auch der Tiefbasseinsatz ist nicht von schlechten Eltern und unterstreicht an den entsprechenden Stellen die richtige Dröhnung! Störende Überlappungen oder Aussetzer konnten nicht festgestellt werden. Absolut exzellente Action-Tracks!

EXTRAS

Wie bereits bei den anderen Titeln aus der jüngeren Marvel-Vergangenheit bleiben auch bei einem Megablockbuster wie "Guardians of the Galaxy" auf Blu-ray die Extras spärlich! Der einfache Grund: Marvel wird Komplettsets der einzelnen Phasen veröffentlichen. Dafür wird Bonusmaterial einfach mal zurückgehalten - aber immerhin nicht alles.
Den Film begleitet auf der ebenfalls beiliegenden 2D Blu-ray ein sehr gelungener Audiokommentar mit Regisseur James Gunn, der sehr ausführlich über den Entwicklungsprozess von "Guardians of the Galaxy" spricht und auch ein paar Lücken, die der Film absichtlich nicht direkt erzählt, mit Hintergrundwissen füllt. Dazu kommen noch ein paar sehr schöne persönliche Geschichten zu seinen Akteuren und der Zusammenarbeit mit Marvel, die Gunn immer mit viel Enthusiasmus und Überzeugung vorträgt. Diesen Track sollte man sich wirklich nicht entgehen lassen.


Weiterhin gibt es ein kompaktes aber sehr schönes "Making of" (ca. 20 Min.) zu sehen, das keine üblicher EPK-Fluff ist, sondern ein wirklich netter, aber kurzer Blick hinter die Kulissen des gigantischen Spektakels.
Eine weitere Featurette (ca.8 Min.) beschäftigt sich mit den digitalen Charakteren des Films (Rocket & Groot) und wie viel Aufwand für deren Realisierung (Design, Dreharbeiten, Synchronisation) betrieben wurde.
Ein kurzer Promotionclip für den zweiten "Avengers"-Film mit ein paar Behind-The-Scenes Aufnahmen ist ebenfalls vorhanden, aber unspektakulärer als man vermuten könnte.
Das Gag-Reel (ca. 5 Min.) hat dafür wirklich ein paar hübsche Lacher zu bieten.
Die geschnittenen Szenen haben tatsächlich ein paar Brückenszenen zu bieten, die im Film nicht vermisst werden. Dafür wird dort aber geklärt, wie die Verbrecher im Knast an Gamora herankommen und etwas mehr Hintergrundinformation über die "Schwestern" Nebula und Gamora geboten.

Damit sind die Extras auch schon erschöpft - mehr Bonusmaterial darf dann auf der "Phase II"-Box von Marvel erwartet werden.

FAZIT

James Gunn ("Slither", "Super") landet mit "Guardians of the Galaxy" den sensationellsten Überraschungshit des letzten Jahres. Die im Marvel Universum angesiedelte Space-Oper legt die Qualitätslatte so unfassbar hoch, dass Marvel dies kaum noch toppen kann.
Die Blu-ray steht dem in fast nichts nach: Bild- und Tonqualität sind im Referenzbereich und die 3D Präsentation ist trotz ständigem Formatwechsels (s.o.) Demomaterial vom allerfeinsten. Mehr technische Brillanz geht nicht. Die Extras sind spärlich, aber dafür sehr gut, schließlich spart Marvel ja Material für seine Phase I + II Komplettboxen! "Guardians of the Galaxy" ist ein absolutes Must-Have in 3D!!



Kay Pinno


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