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Collateral Damage   

Collateral Damage
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Original: Collateral Damage   (USA, 2002)
Laufzeit: 104 Minuten (PAL)
Studio: Universum
Regie: Andrew Davis
Darsteller: Arnold Schwarzenegger, Francesca Neri, Elias Koteas, Cliff Curtis u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS Deutsch DD5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Kommentar, Making of, Deleted Scenes u.m.
Preis: ca. 25 €
Wertung: 1 / 2 / 3 (Bild/Ton/Extras)


"Schadensbegrenzung auf Amerikanisch!"

“This Fall War hits Home!” Mit dieser Ankündigung wurde im August 2001 für den neuen Schwarzenegger Film “Collateral Damage” geworben. Nachdem sich diese Prophezeiung am 11. September in New York bewahrheitete, wurde ganz schnell überlegt, den Film völlig in der Versenkung verschwinden zu lassen. Die Geschichte um den verzweifelten Feuerwehrmann Gordy Brewer (Schwarzenegger), der seine Familie bei einen Terror-Anschlag verliert und auf einen Rachefeldzug geht, birgt halt einigen Sprengstoff. Sowohl die Terrorthematik als auch die potentielle Verunglimpfung von tapferen Feuerwehrmännern sorgte für Sorgenfalten auf den Stirnen der Studiobosse. Trotzdem schien die Idee “Arnold tritt Terroristen kräftig in den Hintern” zu ziehen. Doch entgegen dem Trailer-Eindruck bekommt der Zuschauer nur gar wenig von Arnies geliebter “Äääkktschn” zu sehen. Auf der Suche nach dem Topterroristen El Lobo (Cliff Curtis) in Kolumbien gerät Brewer ganz schnell in den Sumpf des andauernden Bürgerkriegs. Statt bösartiger Agressoren entdeckt der Feuerwehrmann nur bösartige Opfer. In diesem Kapitel werden auf die Schnelle mal Schauspiel-Größen wie John Leguizamo und John Turturro in wirklich nichtigen Nebenrollen verheizt. Da hätte wirklich mehr draus gemacht werden müssen. Zusätzlich zum Mangel an Arnie-typischen Momenten gibt der Film auch auf dramatischer Ebene zu wenig her. Themen wie die Drogen-Produktion zur Finanzierung des Terrorkriegs oder die Unterdrückung von einheimischer Bevölkerung bleiben unreflektiert. Zu stereotyp und Genre-haftig wirkt das auflösende Finale, das sich vom restlichen Film deutlich abhebt. Letzlich richtet “Collateral Damage” nicht zuviel Schaden an, bleibt aber zu uninteressant für Action/Arnie-Fans und viel zu belanglos und undifferenziert für das restliche Publikum. Sauer mag einem auch noch aufstoßen, dass durch das Finale, ein zuvor relativ schlampig ausgeführter Übverfall von US-Truppen, bei dem auch reichlich Unbeteiligte sterben, gerechtfertigt wird. Die Propaganda-Maschine lässt eben doch schön grüßen.

BILD

Collateral Damage

Das anamorphe Widescreen-Bild (1.85:1) gibt sich keine Blöße. Die Vorlage ist äußerst gut und zeigt keine Spuren von Abnutzung. Die Schärfe und der Kontrast sind in allen Bereichen sehr gut und lassen selbst die schmutzigsten Ecken von Kolumbien recht sauber aussehen. Die Farben sind ebenfalls sauber geraten und können die gedämpfte Farbpalette von grauschmutzigen Grün- und Brauntönen lebendig darstellen. Der Schwarzlevel ist tief und detailreich. Die gute Kompression verhindert Artefaktbildung und macht das Bild auch in bewegten Momenten stabil. Ein sehr guter neuer Transfer, der seinem jungen Alter gerecht wird.

TON

Collateral Damage

Der DD5.1 Soundtrack auf Deutsch und Englisch leistet ebenfalls unauffällig gute Arbeit. Mit viel atmosphärischen Background wird die Räumlichkeit auch in Dialogszenen gut vermittelt. Viele direktionale Spielereien gibt es zwar nicht, aber die wenigen Schießereien des Films kommen auch in den hinteren Effektkanälen gut rüber. Die Abmischung zwischen den Dialogen und der restlichen Soundkulisse ist recht gut gelungen und sorgt für störungsfreien Soundgenuss. Der deutsche DTS-Track ist wie üblich etwas lauter und kann im Bassbereich mehr beeindrucken. Ansonsten bleiben die Unterschiede wirklich minimal. Gut.

EXTRAS

Als vollständige Special Edition bringt “Collateral Damage” eine ordentliche Packung an Extras mit. Der Audiokommentar von Regisseur Andrew Davis konzentriert sich allerdings mehr auf die technische Seite der Produktion und bietet eher wenig interessante Informationen. Besonders die dramatische Thematik des Films wird so gut wie nicht berührt. Eine echt verpasste Chance. Das “Making of” ist ein 15-minütiges PR-Stückchen mit vielen Ausschnitten aber so gut wie keinen Informationen. Echter Murks. “Der Held in einer neuen Ära” enthält kurze Interview Clips mit Andrew Davis und Arnold Schwarzenegger mit Gedanken zum Film und zum 11.September. Trotz der wichtigen Thematik bleibt der PR-Gedanke besonders Arnie deutlich, der eigentlich so allgemeine Aussagen trifft, dass sie auf jeden seiner Filme zutreffen könnten. Das 10-minütige “Interview mit Arnold Schwarzenegger” für eine TV-Sendung bleibt auch recht oberflächlic, wirkt aber letzlich nicht so gestelzt, wie die anderen Segmente auf der DVD. Das knapp fünfminütige Video “True Action Heroes” ist allerdings ein echter Knaller. Hier gibt es unverschnittenes Videomaterial von Arnie bei einem Besuch von amerikanischen Soldaten in Bosnien. Hier zieht der östereichische Charmebolzen alle Register seines Könnens. Wirklich klasse. Die insgesamt sechs geschnittenen Szenen hatten wirklich ihren Grund, warum sie entfernt wurden. Bis auf eine Leichenwanderung nach dem Angriff auf das Lager von El Lobo sind nur unwichtige Szenenübergänge aus dem Film verschwunden. Zum Schluss darf man sich sogar noch über den deutschen (!!!!) Kinotrailer zu “Collateral Damage” freuen.

FAZIT

Kein Action-Meilenstein und auch kein kritisches Drama sind aus “Collateral Damage” geworden. Für Schwarzenegger-Komplettisten gibt es wenigstens einige Extras zu bestaunen, die aber inhaltlich auch nicht so viel her machen. Ausleihen dürfte für die meisten Leute reichen.



Kay Pinno


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