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Crazies, The   

Crazies, The
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Original: The Crazies   (USA, 1972)
Laufzeit: 98 Minuten (PAL)
Studio: e-m-s
Regie: George A. Romero
Darsteller: Lane Carroll, Will MacMillan, Harold Wayne Jones, Lynn Lowry, Richard Liberty u.v.a.
Format: 1.66:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD-Mono Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Trailer, Bildergalerie
Preis: ca. 12 €
Wertung: 3-/ 4-/ 5+ (Bild/Ton/Extras)


"Apocalypse Now!"

Nach seinem Geniestreich “Night of the living Dead” von 1968 brauchte George A. Romero fast zehn Jahre bevor er mit dem urbanen Vampirmythos “Martin” wieder Aufsehen erregte. Dazwischen entstanden neben Werbefilmen und ein paar TV-Sportdokumentationen (u.a. “O.J. Simpson - Juice on the Loose”) drei recht unterschiedliche Kinofilme. Mit “The Crazies” kreierte er 1973 den sicherlich interessantesten Beitrag zu seiner frühen Filmographie. Atmosphärisch und thematisch schon ganz nah an seinem späteren Welterfolg “Dawn of the Dead” erzählt der Film von den tragischen Folgen eines Flugzeugabsturzes, bei dem ein experimenteller Virus des US-Militärs freigesetzt wird. In der ländlich abgelegenen Gegend um Evans City fangen die Menschen plötzlich an verrückt zu werden. Zunächst unbemerkt breitet sich das Phänomen rasch aus. Doch das Militär ist schon zur Stelle und schottet die Gegend um Evans City mit brutaler Gewalt ab. Wer versucht, den “Helfern” zu entkommen wird erschossen. “The Crazies” verfolgt gleichzeitig eine Gruppe von Flüchtlingen (u.a. Richard “Dr. Frankenstein” Liberty aus “Day of the Dead”), die den weiß-bekittelten Gasmaskenträgern des Militärs entkommen wollen, während in der Kommandozentrale der für den Virus verantwortliche Dr. Watts (Richard France gibt hier schon einen Vorgeschmack auf seine Rolle als Wissenschaftsexeperte in “Dawn of the Dead”) hilflos mitansehen muss, wie der bürokratischen Armeeführung die Rettungsaktion immer weiter entgleitet. Apokalyptisch und düster schildert Romero die ausgewachsene Ohnmacht gegenüber dem künstlichen und dem “alltäglichen” Wahnsinn sowie einem militärischen Polizeistaat, der vollständig die Kontrolle übernimmt. Starke Motive bestimmen auch diesen Romero-Film: eine liebevoll lächelnde Oma ersticht mit Stricknadeln einen der aggressiven Weißkittel, während zwei Kinder beim Verstecken-Spiel ihren wahnsinnig gewordenen Vater beobachten, wie er alles kurz und klein schlägt. Dazwischen gibt’s immer wieder unheimliche Sequenzen, in denen die Soldaten ohne zu zögern auf die zivile Bevölkerung schießen oder einfach nur mal ein bisschen plündern. Ja, das ist Amerika: “Home of the Free!”.

BILD

Crazies, The

Die Vorlage des anamorphen Transfers (1.66:1) ist in einem guten Zustand und hat nur wenige ganz leichte Verunreinigungen aufzuweisen, die gelegentlich im Hintergrund auftauchen. Für einen über 30 Jahre alten Film liefert der Transfer eine erstaunlich gute Schärfe und Kontrast, der auch den Wideshots gut mithält. Die farebn sind entsprechend des alten Filmmaterials ein wenig blass, aber vermitteln gut die pastellenen Farbtöne des Films. Einziger Nachteil ist der recht schwache Schwarzlevel des Films, der wenig Detailreichtum besitzt und recht milchig ist. Die Kompression arbeitet hingegen sauber. Artefakte oder Hintergrundrauschen treten nicht auf. Leider hat der Transfer aber einen geringen Maskierungsfehler, der im oberen linken Bereich für ein leichtes aber doch ablenkendes Flackern sorgt.

TON

Crazies, The

Der deutsche Monoton wurde weitestgehend aufgeräumt, aber besitzt trotzdem noch ein leicht hissendes Grundrauschen, dass aber nur in ruhigen Momenten wahrzunehmen ist. An einigen Stellen sind aber auch noch ein paar leichte Knackser übriggeblieben. Ansonsten ein brauchbarer Monotrack mit gut verständlichen Dialogen, aber auch entsprechend wenig Dynamik. Der englische Track klingt ein wenig sauberer als der Deutsche, wenngleich die Dialoge hier durch den direkten Sound manchmal ein wenig schwerer verständlich sind. Der Sound stellt sich ebenfalls nicht so muffig dar, wie man es sonst von alten Monotracks gewohnt ist. Die spärliche Musik kann aber trotzdem keine Dynamik entfalten.

EXTRAS

Als Extras gibt’s zwei schöne originale US-Kinotrailer für “The Crazies” sowie eine mit Musik unterlegte Bildergalerie, die Aushangfotos und weitere Bilder zeigt. Leider wurden die Extras der US-Scheibe (Audiokommentar mit Romero, Interview mit Sex-Sternchen Lynn Lowry) nicht eingekauft.

FAZIT

Romeros “The Crazies” ist ein hübscher 70-er Jahre Paranoia-Film, der in seinem apokalyptischen Tenor und Sozialpessimismus kaum zu toppen ist. Nicht nur als Quasi-Vorspiel zu “Dawn of the Dead” ist dieser frühe Romero-Film deshalb eine Wiederentdeckung wert. Die Scheibe von e-m-s ist technisch leider keine Offenbarung, aber auch alles andere als schlecht. Der geringe Preis spricht trotzdem für eine Empfehlung.



Kay Pinno


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