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Django - Der Bastard (Italowestern-Box)   

Django - Der Bastard (Italowestern-Box)
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Original: Per 100.000 Dollari t’ammazo   (Italien, 1967)
Laufzeit: 92 Minuten (PAL)
Studio: Koch Media
Regie: Giovanni Fago
Darsteller: Gianni Garko, Carlo Gaddi, Claudio Camaso u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD-Mono Deutsch, Italienisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Mondo Garko Teil 2, 2 weitere Filme u.m.
Preis: Box ca. 50 Euro
Wertung: 3+/ 3-/ 1- (Bild/Ton/Extras)


"Djangos Rückkehr"

Kein Italowestern-Held hat es auf so viele Filme gebracht wie Django, der zu einer gewissen Zeit in nahezu jedem italienischen Western aufzutauchen schien. Und weil das nicht genug war, setzten die Verleiher noch einen drauf, indem sie manche Filme einfach in Django-Western umbenannten. Diese DVD-Box enthält einen schönen Booklet-Text von Wolfgang Luley, der sich dem Thema nähert.

„Django – Der Bastard“ besitzt im Original keine Figur, die Django heißt. Aus Johnny wurde irgendwann Django. Johnny saß 10 Jahre unschuldig im Gefängnis, weil er anstelle seines Halbbruders für den Tod des Vaters verurteilt wurde. Jetzt verdient er seinen Unterhalt als Kopfgeldjäger und wenn es ihm zu anstrengend wird, besucht er eine Frau mit Sohn, die in ihn verliebt ist. Aber dann sieht er auf einem Steckbrief seinen Halbbruder, an dem er sich rächen möchte. Johnny verfolgt seinen Halbbruder, der vor kurzem eine beträchtliche Menge Gold erbeutet hat, für das er wiederum andere übers Ohr hauen musste, die ebenfalls hinter ihm her sind. Giovanni Fago hat „Django – Der Bastard“ sorgfältig inszeniert. Bereits die Eingangssequenz zeigt, dass dieser Film die eine oder andere originelle Idee parat hat. Auch wenn die Handlung an mancher Stelle ein wenig künstlich verwinkelt wirkt, verliert Fago den Konflikt der beiden Halbbrüder nicht aus den Augen. In der archaischen Auseinandersetzung zeigen sich die Qualitäten eines Italo-Western, der Figuren statt Abziehbildern besitzt. Leider wurde die romantische Idee des Helden, der sich eigentlich zur Ruhe setzen möchte, nicht so deutlich ausgearbeitet, wie bei „Django – 10.000 blutige Dollar“, so dass dessen Qualität nicht ganz erreicht wird.

BILD

Django - Der Bastard (Italowestern-Box)

Die Bildqualität der Filme ist gut. Erstaunlich scharf erstrahlen die Filme in kräftigen Farben, welche die ganze Palette der Filme abdecken, die von erdig-schmutzigen Käffern bis zu strahlend blauem Himmel reicht. Auch Dreckspuren oder Bildpunkte gibt es nur wenig. Hier und da neigen die Konturen mal zu einem leichten Flimmern. Bei Schwenks und kleinteiligen Strukturen lassen sich mit wechselnder Intensität stehende Rauschmustern ausmachen, die den Sehgenuss etwas beeinträchtigen. Dies fällt vor allem bei „Django – Der Bastard“ auf.

TON

Django - Der Bastard (Italowestern-Box)

Der Ton ist im allgemeinen etwas dumpf geraten. Hier merkt man doch ein bisschen das Alter der Mono-Spuren. In Höhen kommt es zu leichtem Schrebbelen, was sich in manchen Passagen immer wieder einschleicht. Der deutsche Ton ist leicht heller, kann aber auch nicht besonders deutlich Punkten. Trotz der schwächen, ist aber alles verständlich.

EXTRAS

Die DVD-Box enthält lobenswerter Weise auf einer Audio-CD die Soundtracks zu den beiden ersten Italo-Western mit Gioanni Garko. Laut Koch Media sei das eine weltweite Erstveröffentlichung. Das lässt sich natürlich nicht so ohne weiteres überprüfen. Fest steht aber, dass die wunderschöne Musik eine echte Rarität darstellt und das Box-Set erheblich aufwertet. Daneben enthält die Box ein zweiteiliges Interview mit Gianni Garko – Mondo Garko -, das auf der ersten sowie der zweiten DVD enthalten ist und etwa eine 53minütige Länge besitzt. Gioanni Garko erinnert sich recht lebhaft an die damalige Zeit und seine Filme. Er berichtet unter anderem über seinen Einfluss auf die Rollen, die er gespielt hat, und berichtet viel über seine damaligen Kollegen. Ein sympathisches sowie interessantes Interview, das immer wieder durch Szenen aus damaligen Italo-Western oder Werbematerialien aufgelockert wird.

Darüber hinaus enthalten die DVDs jeweils den Trailer und eine Bildergalerie.

FAZIT

Nach der begeisternden Sergio-Sollima-Box hat Koch Media erneut eine sehenswerte Italo-Western-Box herausgebracht, die zwei gute und einen schwachen Film enthält. Technisch sind die DVDs gut, auch wenn leichte Abstriche beim Bild gemacht werden müssen, da vermutlich durch Rauschfiltereinsatz Hinterlassenschaften sichtbar sind. Besonders die Audio-CD mit der wunderschönen Musik, macht aus der Box einen echten Kauftipp für Freunde des Genres.



Stefan Dabrock


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