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Django - Die Bibel ist kein Kartenspiel (Italowestern-Box)   

Django - Die Bibel ist kein Kartenspiel (Italowestern-Box)
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Original: Execution   (Italien, 1968)
Laufzeit: 89 Minuten (PAL)
Studio: Koch Media
Regie: Domenico Paoella
Darsteller: Gianni Garko, Carlo Gaddi, Claudio Camaso u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD-Mono Deutsch, Italienisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Bildergalerie, Trailer, 2 weitere Filme u.m.
Preis: Box ca. 50 Euro
Wertung: 2-/ 3-/ 1- (Bild/Ton/Extras)


"Djangos Rückkehr"

Kein Italowestern-Held hat es auf so viele Filme gebracht wie Django, der zu einer gewissen Zeit in nahezu jedem italienischen Western aufzutauchen schien. Und weil das nicht genug war, setzten die Verleiher noch einen drauf, indem sie manche Filme einfach in Django-Western umbenannten. Diese DVD-Box enthält einen schönen Booklet-Text von Wolfgang Luley, der sich dem Thema nähert.

„Django – Die Bibel ist kein Kartenspiel“ ist das Resultat einer Verleihumtitelung. In der Originalfassung taucht kein Django auf. Es geht um einen unbescholtenen Bürger, der in der deutschen Fassung Django heißt. Dieser wird mit einem Goldgräber verwechselt. Verschiedene Banden oder Einzelpersonen setzten nun alles daran, von Django zu erfahren, wo das Gold ist. Da der nichts weiß, nützen auch Folterungen zunächst nichts. Django kann einer Bande von Mexikanern entkommen und wird nun von allen Parteien auf der Suche nach dem Gold gejagt. Was auch immer Regisseur Domenico Paolella gedreht hat, der Schnitt hat den vorhandenen Film-Torso endgültig ruiniert. In völlig wirrer weise vermittelt das Werk eigentlich nur, dass alle Beteiligten irgendwie hinter dem Gold her sind. Dabei lassen sie jedoch jede zielgerichtete Handlung vermissen, reiten irgendwie durch die Gegend – ein Gefühl für räumliche Zusammenhänge wird nicht vermittelt – und schießen gelegentlich aufeinander. Die Figuren des Films haben letztlich keine Beziehung zueinander, so dass jenseits der Goldjagd auch überhaupt nichts erzählt wird. Der Versuch, irgendwann eine Bruder-Geschichte einzuführen, scheitert kläglich aufgrund der Drehbuchunfähigkeit, daraus einen echten Konflikt jenseits roher Gewalt zu machen. „Django – Die Bibel ist kein Kartenspiel“ ist einer der Gründe, aus denen die Genre-Gattung Italo-Western in Verruf geriet.

BILD

Django - Die Bibel ist kein Kartenspiel (Italowestern-Box)

Die Bildqualität der Filme ist gut. Erstaunlich scharf erstrahlen die Filme in kräftigen Farben, welche die ganze Palette der Filme abdecken, die von erdig-schmutzigen Käffern bis zu strahlend blauem Himmel reicht. Auch Dreckspuren oder Bildpunkte gibt es nur wenig. Hier und da neigen die Konturen mal zu einem leichten Flimmern. Bei Schwenks und kleinteiligen Strukturen lassen sich mit wechselnder Intensität stehende Rauschmustern ausmachen, die den Sehgenuss etwas beeinträchtigen. Dies fällt vor allem bei „Django – Der Bastard“ auf.

TON

Django - Die Bibel ist kein Kartenspiel (Italowestern-Box)

Der Ton ist im allgemeinen etwas dumpf geraten. Hier merkt man doch ein bisschen das Alter der Mono-Spuren. In Höhen kommt es zu leichtem Schrebbelen, was sich in manchen Passagen immer wieder einschleicht. Der deutsche Ton ist leicht heller, kann aber auch nicht besonders deutlich Punkten. Trotz der schwächen, ist aber alles verständlich.

EXTRAS

Die DVD-Box enthält lobenswerter Weise auf einer Audio-CD die Soundtracks zu den beiden ersten Italo-Western mit Gioanni Garko. Laut Koch Media sei das eine weltweite Erstveröffentlichung. Das lässt sich natürlich nicht so ohne weiteres überprüfen. Fest steht aber, dass die wunderschöne Musik eine echte Rarität darstellt und das Box-Set erheblich aufwertet. Daneben enthält die Box ein zweiteiliges Interview mit Gianni Garko – Mondo Garko -, das auf der ersten sowie der zweiten DVD enthalten ist und etwa eine 53minütige Länge besitzt. Gioanni Garko erinnert sich recht lebhaft an die damalige Zeit und seine Filme. Er berichtet unter anderem über seinen Einfluss auf die Rollen, die er gespielt hat, und berichtet viel über seine damaligen Kollegen. Ein sympathisches sowie interessantes Interview, das immer wieder durch Szenen aus damaligen Italo-Western oder Werbematerialien aufgelockert wird.

Darüber hinaus enthalten die DVDs jeweils den Trailer und eine Bildergalerie.

FAZIT

Nach der begeisternden Sergio-Sollima-Box hat Koch Media erneut eine sehenswerte Italo-Western-Box herausgebracht, die zwei gute und einen schwachen Film enthält. Technisch sind die DVDs gut, auch wenn leichte Abstriche beim Bild gemacht werden müssen, da vermutlich durch Rauschfiltereinsatz Hinterlassenschaften sichtbar sind. Besonders die Audio-CD mit der wunderschönen Musik, macht aus der Box einen echten Kauftipp für Freunde des Genres.



Stefan Dabrock


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