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Doom - Extended Edition   

Doom - Extended Edition
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Original: Doom   (USA, 2005)
Laufzeit: 108 Minuten (PAL)
Studio: Universal
Regie: Andrzej Bartkowiak
Darsteller: Karl Urban, Dwayne “The Rock” Johnson, Rosamund Pike, Robert Russel u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS Deutsch DD5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Making of-Featurettes, Trailer u.m.
Preis: ca. 20 €
Wertung: 2+/ 1- / 3- (Bild/Ton/Extras)


"Rohr-Krepierer!"

Wie oft James Camerons “Aliens”-Konzept dürftig kopiert worden ist und in Zukunft wohl auch noch weiter ausgenutzt werden wird, das kann man wohl kaum sagen. “Doom” ist da leider keine Ausnahme. Eine Horde etwas zu selbstsicherer und gut ausgerüsteter (Space-)Marines fällt in einem abgeschlossenen Komplex einer Horde höchst aggressiver wie intelligenter Monster zum Opfer. Nur lose auf dem erfolgreichen Ego-Shooter “Doom” basierend, führen diesmal The Rock und Karl Urban (Reiterfürst Eomer aus “Der Herr der Ringe”) ihr Kanonenfutter in die äußerst dunklen Schächte einer Forschungsstation auf dem Mars. Dort scheinen höllische Kreaturen aus einer antiken Ausgrabungsstätte, bei der man Spuren einer ausgestorbenen Zivilisation gefunden hat, emporzusteigen und sich mit einem Heißhunger auf die Lebenden zu stürzen. Im Kampf gegen die mörderischen Wesen stoßen die Marines aber auf ein schreckliches Geheimnis. Schrecklich vor allem deshalb, weil die Geschichte des “Doom”-Films dabei radikal vom Spiel abweicht und sämtliche Höllen-Implikationen vollkommen eliminiert. Dafür hält sich der Film oberflächlich viel zu gut an das Spiel: über zwei Drittel des Streifens schleichen die Marines äußerst unspannend in viel zu dunklen Gängen und Räumen herum, ohne das allzuviel passiert. Was im Spiel durch die eigene Interaktion funktioniert, löst als unbeteiligter Zuschauer nur Gähnen aus. Wenn die Action schließlich losgeht, bleibt der visuell wahrnehmbare Anteil dabei leider äußerst gering und somit auch unspektakulär. Schnelle Schnitte und Close-Ups können eben eine fehlende Inszenierung nicht kaschieren. Obwohl Universal auf der DVD zudem eine um ca. 12 Minuten verlängerte “Unrated”-Fassung präsentiert, bleiben die wenigen Schockmomente des Films trotzdem relativ harmlos. Für Fans des Spiels dürfte einzig der Anblick der BFG (= Abkürzung für “Big Fucking Gun”) und deren leider ebenfalls nur spärlicher aber äußerst eindrucksvoller Einsatz für stehende Nackenhaare sorgen. Ansonsten bleibt nur der Eindruck, dass Actionspezialist Andrzej Bartkowiak (“Exit Wounds”, “Born 2 Die”) den Film nur gemacht hat, um die wirklich gelungene 1-Person-Shooter-Sequenz zu realisieren. Die kommt zwar erst ziemlich am Schluss, aber ist sicherlich der einzig wirklich lohnenswerte Grund, sich “Doom - Der Film” anzutun.

BILD

Doom - Extended Edition

Der anamorphe Widescreentransfer (2.35:1) basiert auf einer sehr guten Vorlage, die keine analogen Rückstände wie Dreckspuren oder Spratzer aufweist. Die Schärfe ist sehr gut und lässt auch in den wenigen Wideshots keine kleinen Details schwammig aussehen. Der Kontrast ist ein wenig zu harsch gewählt, was sich besonders in den dunklen Szenen bemerkbar macht, in denen oft weder die Akteure noch der Zuschauer die Hand vor Augen erkennen kann. Sicherlich haben die Filmemacher absichtlich den Schwarzlevel deutlich angehoben, um die “dunkle” Atmosphäre des Spiels zu übernehmen. Leider ist dieser “Blind”-Effekt aber eher störend. Die restlichen Farben sind ebenfalls sehr kräftig geraten und unterstreichen den künstlichen “Game-Charakter” des Films ganz gut. Die Kompression arbeitet tadellos. Bildrauschen oder Artefakte treten nicht auf.

TON

Doom - Extended Edition

Da schon beim originalen Spiel äußerst viel Wert auf die stimmige Soundkulisse gelegt wurde, haben sich die Filmemacher ebenfalls nicht lumpen lassen und einen sehr guten DTS-Track zu den ebenfalls gelungenen DD-Tracks beigesteuert. Aggressive und basslastige Surroundaktivität gibt’s von der ersten Minute bis zur letzten Minute. In einem dunklen Raum ist dies echt ein Ohrenschmaus, der dem recht lahmen Treiben auf der Mattscheibe wenigstens etwas Würde und auch Schrecken verleiht. Das große Highlight ist natürlich auch hier die 1-Person-Shooter-Sequenz, die das Surroundkönnen der heimischen Anlage voll zur Geltung bringt. Die Dialoge sitzen fest und immer gut verständlich im Centerkanal, während sich die spärlich eingesetzte Musik solide zwischen die zahlreichen Soundeffekte quetscht.

EXTRAS

Neben zwei Trailern zu den Filmen “Jarhead” und “Serenity” befinden sich vier kleinere Dokumentationen als Extras auf der Scheibe. Das offensichtlich coolste Feature dreht sich wieder einmal um die “1-Person-Shooter-Sequenz”. Hier erklärt Spezialeffektmeister XXX in knappen sechs Minuten, mit welchen Tricks die Crew an der fünfeinhalb Minuten langen Szene gearbeitet haben. Im Anschluss daran darf man die komplette Szene auch noch einmal in voller Länge genießen. “Basic Training” (ca. 10 Min.) dreht sich um die Schusswaffenausbildung, die die Schauspieler bei erfahrenen Marines absolvieren mussten. Knarrenfetischisten kommen hier sicherlich auf ihre Kosten. Die “Rock Formation” (ca. 6 in.) enthält einen großen Spoiler und sollte deshalb nicht vor dem Film angeschaut werden. Im wesentlichen dreht es sich hier um das Design und Auftragen von Special Make-up-Effekten. Auch in “Master Monster Makers” (ca. 11 Min.) gibt’s einige Spoiler, die besser nicht vor dem Film angeschaut werden sollten. Hier plaudern die Monster-Designer des “Stan Winston Studios” und die Kreaturen-Darsteller ein wenig aus dem Nähkästchen. Wirklich nett ist aber die Tatsache, dass man die verschiedenen Viecher endlich mal bei Licht und in ihrem vollen Glanz sehen darf. Nicht nur für Creature-Fans ein Highlight.

FAZIT

“Doom” führt den Trend fragwürdiger Videospielverfilmungen leider fort. Statt dem originalen Stoff tatsächlich neue Seiten abzuringen, werden auch hier nur teure Lizenzen verschleudert, um einen schnellen Euro zu machen. Auch die längere DVD-Version kann da die Kohlen nicht aus dem (Höllen)Feuer holen. Technisch gibt’s an der Scheibe von Universal außer dem leicht zu dunklen Bild nichts auszusetzen.



Kay Pinno


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