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Duellisten, Die   

Duellisten, Die
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Original: The Duelists   (GB / USA, 1978)
Laufzeit: 103 Minuten (PAL)
Studio: Paramount
Regie: Ridley Scott
Darsteller: Harvey Keitel, David Carradine, Edward Fox, Christina Baines u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Englisch DD-Mono Deutsch, Fr, It, Spa
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, NL u.m.
Extras: Kommentar, Interview, Storyboards u.m.
Preis: ca. 25 €
Wertung: 1/ 3 /2+ (Bild/Ton/Extras)


"Erzähl mir was über die Ehre!"

Diese zwei Männer hätten nie aufeinander treffen sollen: D’Hubert (Keith Carradine) und Ferraud (Harvey Keitel) dienen als Offiziere in der Armee Napoleons und hassen sich bis aufs Blut. Den Anstoß für diese Feindschaft gab eine von D’Hubert übermittelte Botschaft. Nachdem Ferraud in einem Duell einen nahen Verwandten des Bürgermeisters von Straßburg getötet hatte, wurde er von seinem General mit einem Arrest belegt. Diese Peinlichkeit zusammen mit einer tiefen Antipathie für den Generalsboten D’Hubert bringen Ferraud zur Weißglut. Es kommt zum ersten von zahlreichen Duellen zwischen den Streithähnen. Während D’Hubert die Impertinenz von Ferraud als erledigt betrachtet, beginnt dieser ihn regelrecht zu verfolgen. Selbst in ernsten Kriegszeiten scheint die kranke Beziehung der beiden Männer nicht heilen zu können. Über 15 Jahre dauert diese Fehde an, bevor es zum alles entscheidenden Duell kommt. Der erste abendfüllende Kinofilm von Ridely Scott besticht durch eine großartige Cinematographie und Beleuchtung. Ein malerisches Bild reiht sich an das nächste. Während die Geschichte, basierend auf einer Erzählung von Joseph “Das Herz der Finsternis” Conrad, keine großen Sprünge wagt, können die ausgezeichneten Hauptdarsteller den Freiraum mit einer starken Präsenz füllen. Mit kleinen Kunstgriffen schafft auch Ridley Scott den Zuschauer immer wieder aus dem eher langsamen Trott des Films zu reißen. Besonders die realistisch ausgetragen Duelle - die Schauspieler bekamen echte Schlagwaffen in die Hand gedrückt - sorgen mit ihrer martialischen Kraft für erschreckende Momente. “Die Duellisten” ist ein zu Unrecht übersehener Scott Film, der mit seiner Mischung aus Kubricks “Wege zum Ruhm” und “Barry Lyndon” das Ziel historischer und ethischer Gesellschaftskritik nicht verfehlt.

BILD

Duellisten, Die

Für die Herstellung des anamorphen Transfers (1.78:1) wurde anscheinend das Originalmaterial sauber restauriert. Die Vorlage ist völlig aufgeräumt worden und zeigt sich in gesäuberter Klarheit ohne deutliche Spuren seines Alters zu zeigen. Die ganz seichte Grieseligkeit liegt am verwendeten Material und verleiht dem Film einen realisten Look. Trotzdem sind Schärfe und Kontrast sehr gut. Dafür kommt die Kompression an einigen dunklen Übergängen ins Schwächeln. Da wird auch der Schwarzlevel ein wenig in Mitleidenschaft gezogen. An einigen Stellen wird das Bild in dunklen Bereichen etwas milchig. Aber das sind eigentlich nur Kleinigkeiten, denn der hervorragende Gesamteindruck bleibt bestehen.

TON

Duellisten, Die

Nur für die englische Fassung wurde der originale Monosoundtrack für einen Dolby Digital 5.1 Upmix genutzt. Sauber und klar bleiben Surroundmomente auf die Frontstage beschränkt. Nur die zeitgerechte Musik schleicht sich komplett gemastert in die Surroundkanäle. Die Dialoge sind zwar leicht vermuffelt aber trotzdem immer noch verständlich im Center verankert. Der deutsche Monoton verleugnet seine Herkunft im Gegensatz dazu ganz und gar nicht. Seichtes Grundrauschen begleiten nicht nur die recht undynamische Dialogen, die eben wie eine ältere Tonband-Aufnahme wirken. Surroundaktivität gibt es natürlich nicht. Insgesamt wirkt das Klangbild zwar nicht zu unnatürlich, aber schon deutlich älter als man es vielleicht erwartet hätte.

EXTRAS

Vollgepackt mit Extras hat sich Paramount ausgerechnet für das kaum bekannte aber hochgelobte Filmdebüt von Ridely Scott viel Mühe gemacht. Der laufende Audiokommentar von Scott ist wie üblich eine Wucht. Von den einleitenden Anfängen der Produktion über das filmische Konzept zu detaillierten Bildanalysen und vielen erstaunlichen Anekdoten bringt er eine besondere Tiefe zu dem Film. Besonders für Leute, die den Film nicht kennen oder vielleicht nicht mögen, ist der Track absolut empfehlenswert. Ein echter Klassiker, der nicht nur “Filmschool 101” bietet. Ein eher rares Extra lässt sich auf einem weiteren Audiotrack finden: die isolierte gemasterte Filmmusik mit zusätzlichem Kommentar von Komponist Howard Blake. Eine echte Dreingabe für Film- und Musikliebhaber. Das multimediale Interview “Duell der Regisseure” ist eine wirklich gelungene Alternative zum klassischen Making-of. Hier sitzt Ridely Scott gemeinsam mit Kevin Reynolds an einem Tisch und unterhält sich locker mit ihm über sein Projekt. Statt aber nur zwei sprechende Köpfe zu zeigen, gibt es während des Dialogs immer wieder Filmausschnitte, Storyboards und rare Behind-the-Scenes Aufnahmen plus Original-Interviews mit anderen Beteiligten zu sehen. Zwar überschneiden sich einige wenige Informationen mit dem Audiokommentar, aber ansonsten bringt das Interview zahlreiche Themen zur Sprache, die dort nicht behandelt werden. Sehr gut. In einem fünfminütigen Storyboard-Clip kann man sich zur Filmmusik zudem einige “Ridleygramme” bildfüllend oder im direkten Vergleich zu den entsprechenden Filmszenen anschauen. Für Sammler gibt es zudem noch ein echtes Prunkstück auf der DVD zu finden. Ridley Scotts erster Kurzfilm “Der Junge und das Fahrrad” befindet sich bei den Extras. Der knapp halbstündige Schwarzweiss-Film begleitet einen Jungen, der die Schule schwänzt und mit seinem Fahrrad die Gegend einer ziemlich trostlosen englischen Industriekleinstadt erforscht. Eine Bildergalerie und der Kinotrailer geben dieser Special Edition den letzten Schliff.

FAZIT

Für Sammler ist die DVD von Ridley Scotts erstem abendfüllenden Kinofilm ein echter Glücksgriff. Das gut gemasterte Bild und die wirklich guten Extras lassen hier keine Wünsche offen. Für Scott-Fans ein definitves Muss. Empfohlen.



Kay Pinno


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