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Eternal Blood   

Eternal Blood
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Original: Sangre Eterna   (Chile, 2002)
Laufzeit: 100 Minuten (PAL)
Studio: I-on New Media
Regie: Joirge Olguin
Darsteller: Juan Pablo Ogalde, Blanca Lewin, Patricia Lopez, Carlos Borquez u.v.a. Bildformat 1.33:1 Widescreen (4:3)
Format: 1.33:1 Vollbild (4:3)
Ton: DD5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Deleted Scenes, Making of, Trailer u.m.
Preis: ca. 18 €
Wertung: 3-/ 3+/ 3- (Bild/Ton/Extras)


"Blutiges Rollenspiel!"

Vampirmythos und Rollenspiele passen ausgezeichnet zusammen. Für Anhänger okkulter Phantasien bietet sich die optimale Möglichkeit in eine andere Realität einzutauchen, in der das Blut noch grell rot ist und Nonnen sowie Priester mit Pumpguns Jagd auf Vampire machen. Natürlich haben die Rollenspieler eine Identität als Vampir angenommen, denn das ist aufregender. Die junge Carmilla kommt durch eine Seminararbeit in Kontakt mit einer Gruppe Rollenspieler. Sie ist gleich fasziniert. Bereitwillig macht sie mit und beginnt eine Zweitidentität im Rollenspiel. Gemeinsam mit den neuen Freunden besucht sie eine schräge Party in einem abbruchreifen Haus. Auf der Veranstaltung rastet M, ein junger Mann aus ihrer Gruppe, plötzlich aus. Es kommt zu einer Prügelei, die sich niemand erklären kann. M glaubt nämlich, dass die Partyveranstalter eine Gruppe echter Vampire sind, welche es sich auf der Erde gemütlich gemacht haben. Mit allen Mitteln will er ihnen die Maske herunterreißen. Bereits am Anfang setzt Joirge Olguin den Ton für seinen Film. Eine absurd anmutende Schießerei auf offener Straße entpuppt sich schließlich als Phantasie der Rollenspielteilnehmer. Genauso gut könnte es aber auch umgekehrt sein. Mit diesem altbewährten Prinzip erzählt Olguin seine Geschichte, die vor allem durch ihre absurde Atmosphäre gewinnt. Wenn in Ms Phantasie (oder ist es doch die Realität?) einzelne Geschehnisse aus dem Ruder laufen und sich zu düsteren Vampirattacken ausweiten, vermittelt “Eternal Blood” auf faszinierende Weise die Folgen einer Identitätskrise. Psychische Deformationen verbinden sich mit mythologischen Phantasien zu einem vielschichtigen Gesamtbild, das teilweise delirierende Qualitäten besitzt.

BILD

Eternal Blood

Das Bild leitet zwar nicht an Dreckspuren oder Bildfehlern, aber richtig überzeugend ist es nicht. Das liegt vor allem an der nur mäßigen Bildschärfe, welche den Sehgenuss trübt. Auch werden in den dunklen Szenen einige Details verschluckt, so dass man teilweise einen etwas schwachen Überblick bekommt. Der Schwarzlevel hingegen ist tief.





TON

Eternal Blood

Die beiden 5.1-Spuren sind in Ordnung, vermögen aber keinen wirklichen Raumklang zu erzeugen. Als Frontstage-Spuren funktionieren Sie recht gut. Die Dialoge sind klar verständlich. Darüber hinaus bieten sie keine besonderen Stärken.





EXTRAS

Die DVD enthält Deleted Scenes und einer alternative Schlussszene. Leider liegt das Material nur in spanischer Sprache ohne Untertitel vor, so dass die meisten Bürger Deutschlands mit den Szenen nur wenig anfangen können, da Spanisch bei weitem nicht so verbreitet ist wie Englisch. Lediglich die alternative Schlussszene kommt weitgehend ohne Dialog aus, so dass man ihr ein wenig abgewinnen kann. Das etwa 27minütige Making Of besteht zunächst aus wenig interessanten Nacherzählungen des Films. Im letzten Drittel erfährt man schließlich ein wenig über die Spezialeffekte und die Stunts, so dass hier ein gewisser Informationsgehalt vorliegt. Darüber hinaus enthält die DVD drei Musikvideos zum Film, den Trailer, einen Teaser und Setfotos.

FAZIT

“Eternal Blood” fügt der filmischen Spielart, Realität und Phantasie zu vermischen, ein weiteres, effektvolles Kapitel hinzu. Leider hat das Bonus-Material deutliche Schwächen.



Stefan Dabrock


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