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Extremities   

Extremities
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Original: Extremities   (USA, 1986)
Laufzeit: 89 Minuten (PAL)
Studio: MGM
Regie: Robert M. Young
Darsteller: Farrah Fawcett, James Munro, Diana Scarwid u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD-Mono Deutsch, Englisch, Spa u.a.
Untertitel: Deutsch, Englisch, It, Fr, Spa u.a.
Extras: Trailer
Preis: ca. 15 €
Wertung: 4 / 3-/ 5+ (Bild/Ton/Extras)


"Drama der Angst!"

Nicht selten wird in der öffentlichen Diskussion das Thema Vergewaltigung tabuisiert und eine Auseinandersetzung im Medium Film als spekulativ vorverurteilt. Auch wenn es ohne Zweifel richtig ist, dass viele Filme das Thema in schamloser Weise für Orgien der Gewalt ausnutzen, wäre ein Darstellungsverbot nichts anderes als der Versuch, das Thema wegzuschließen und tot zu schweigen. Damit wäre letztlich der Verharmlosung Tür und Tor geöffnet. Robert M. Young beteiligt sich in ”Extremities” nicht an Verharmlosung und auch nicht an spekulativen Ausbeutungsstrategien. Farah Fawcett spielt eine Frau, die sich zunächst erfolgreich einer versuchten Vergewaltigung erwehren kann. Der Mann lässt sie jedoch nicht in Ruhe, sondern verfolgt sie bis zu ihrem Haus und überfällt sie schließlich dort. Er beginnt ein erniedrigendes Psychospiel, um sein Opfer in Machtdemonstrationen zu quälen. Zwischen den Beiden entwickelt sich schließlich ein Kampf auf Leben und Tod, da die Frau sich nicht in ihr Schicksal ergeben will. Die Stärke Robert M. Youngs besteht darin, dass er entgegen vieler schlechter Varianten anderer Filme immer auf Seiten der Frau bleibt. Während in schlechteren Produkten durch die Kameraarbeit eine ausbeuterische Überlegenheitsinszenierung vorherrscht, lässt Young solchen deplazierten Gefühlen keinen Raum. Die Angst in den Augen der Frau wird zugleich zum Martyrium für den Zuschauer. In keinem Moment wird sie zur Begutachtung ausgestellt, oder wie es der katholische Filmdienst beschrieb: “…Die drastische, nervenaufreibende Darstellung von Angst und Schrecken, Demütigung und Rachegedanken wird zum Extremfall einer Vergewaltigung gebündelt. Ein intensiv gespieltes und inszeniertes Drama, das Aspekte eines allzu häufig verharmlosten oder gar tabuisierten Problems beleuchtet” (Lexikon des int. Films).

BILD

Extremities

In Sachen Bildqualität hat die DVD mit einigen Problemen zu kämpfen. Immer wieder tauchen Bildpunkte auf oder beinträchtigen Dreckspuren das Bild. Da hat man auch bei Filmen aus der Zeit Mitte der 80er Jahre schon besseres gesehen. Häufig ist das Bild in Bewegung, tummeln sich Rauschmuster auf der Mattscheibe aus. Die Schärfe leidet zwar darunter bietet aber noch ordentliche Werte. In einigen Szenen fällt Zeilenflimmern auf, was manchmal dazu führt, das sich im Hintergrund befindliche Gebäude hoch und runter zu bewegen scheinen. Der milchig-matschige Eindruck wird durch den Kontrast sowie den Schwarz-Level nicht unterstützt. Hier erfährt die DVD eine willkommene Stärkung.

TON

Extremities

Der Ton liegt unter anderem im englischen Originalmonoformat vor sowie einer ebenfalls in Mono gehaltnen deutschen Variante. Dabei fällt auf, dass sich das Rauschen in beiden Fassungen in Grenzen hält, so dass die Verständlichkeit der Dialoge von dieser Seite nicht torpediert wird. Bisweilen sind die Dialoge im englischen Original im Vergleich zur Musik zu leise abgemischt, so dass man sie ohne Untertitel nicht verstehen kann. Bei der deutschen Synchronisation tritt das Problem nicht auf.


EXTRAS

Als Bonus gibt es nur den Trailer.

FAZIT

Robert M. Young hat mir “Extremities” ein intensives Drama gedreht, das auf jeden Fall einen Blick wert ist. Leider hat sich MGM bei diesem Titel, den man offenbar als nicht so profitabel einschätzt, nur wenig Mühe gegeben. Das ist bitter.



Stefan Dabrock


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