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Fliege 2 SE, Die   

Fliege 2 SE, Die
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Original: The Fly 2   (USA, 1989)
Laufzeit: 100 Min. (PAL)
Studio: Twentieth Century Fox
Regie: Chris Walas
Darsteller: Eric Stolz, Daphne Zuniga, Lee Richardson, John Getz, Frank C. Turner u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS Deutsch DD5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
Extras: Kommentar, Making of, geschn.Szenen u.v.m.
Preis: ca. 20 €
Wertung: 2-/ 2 / 1- (Bild/Ton/Extras)


"Fliegen Stolz!"

In Sachen Fortsetzungen legt die zweite “Fliege” eigentlich einen ganz guten Start hin. Nach dem Überraschungserfolg des ersten Teils (DVD-Test hier) wollte wohl niemand auf ein lukratives Sequel verzichten. Statt David Cronenberg übernahm diesmal der nun Oscar-prämierte Spezialeffektemeister Chris Walas die Regie. Wieder unter Fuchtel von (Mel) Brooksfilms liefert Walas eine gute Mischung aus bekannten Elementen des ersten Films und gelungenen Variationen der Mutationsthematik ab. Zu Beginn erlebt der Zuschauer die Geburt von Martin Brundle (in der “erwachsenen” Version gespielt von Eric Stolz), bei der Seth Brundles Freundin Veronica (diesmal von Saffron Henderson gespielt) stirbt. Aufgenommen wird der nun verwaiste Unschuldsengel von Konzernchef Bartok (ein herrlich verlogener Lee Richardson). Unter ständiger Beobachtung wächst der Knirps innerhalb von nur fünf Jahren zu voller menschlicher Größe heran und lernt wie im Flug. Mit dem Genie seines flatterhaften Erzeugers gesegnet, übernimmt Martin für Bartok die Forschung an den Teleportern seines Vaters, die die Techniker bisher nicht wieder zum Laufen bekommen haben. Dabei lernt er die Daten-Archiv-Tussi Beth (Daphne Zuniga) kennen und natürlich auch lieben. Doch nach dem ersten Sex beginnt sich Martins Körper langsam zu verändern: seine Fliegengene übernehmen die Kontrolle. Auch “Die Fliege 2” wartet mit ein paar sehr schönen Mutationseffekten und Splattermomenten auf. Eric Stolz liefert dazu eine hübsche Performance ab, die an Jeff Goldblum allerdings nicht heranreicht. Wurde in der ersten “Fliege” das sexuelle Erwachen eines Wissenschaftsfreak thematisiert, darf Stolz im zweiten Teil seine Teenager-Libido entdecken. Seine Beziehung und auch der Sex werden dabei aber auf ein nötiges Minimum reduziert, um im letzten Drittel den Horrorfaktor ordentlich raufzuschrauben. Die finale Pointe, die sich um das Schicksal eines ehemaligen “Haustiers” von Martin dreht, gehört dabei sicherlich zu den emotionalsten und gleichzeitig finstersten Enden eines Monsterfilms.

BILD

Fliege 2 SE, Die

Erstaunlicherweise ist der anamorphe Widescreentransfer (1.85:1) nicht ganz so brillant wie bei der ersten “Fliege”. Die Vorlage ist zwar sehr sauber und nur mit einigen winzigen Bildpunkten belegt, aber ein sehr seichtes Grundrauschen und ein teilweise schwacher Schwarzlevel lassen einige Szenen etwas unangenehm hervorstechen. Schärfe und Kontrast sind dagegen sehr gut und liefern auch bei Wideshots immer noch ein klares wie detailreiches Bild. Die Farben werden ebenfalls sehr gut abgebildet und haben dank des guten Kontrastwerts eine starke Präsenz ohne Unnatürlich zu wirken. Die Kompression arbeitet ebenfalls sauber und verhindert die zusätzliche Bildung von Artefakten.

TON

Fliege 2 SE, Die

Auch die zweite “Fliege” wird tontechnisch sehr stark durch die Dialoge bestimmt. So können die DD5.1-Tonspuren und der deutsche DTS-Track nur wenig mehr zu gruseligen Atmosphäre in Surround beitragen. Einzig die nun gut verteilte Musik von Christopher Young kann hier einen deutlichen Surroundbonus davontragen. Aber auch im Finale gewinnt der Film deutlich an Räumlichkeit, wenn das Fliegenmonster deutlich vernehmbar aus bestimmten Ecken auftaucht. Die Dialoge sind immer gut verständlich im Centerkanal untergebracht. Störende Überlappungen treten nicht auf. Ein ordentlicher Surroundsoundtrack, der seinen Anforderungen gerecht wird.

EXTRAS

Auf der ersten Filmscheibe des Doppeldisc-Sets befindet sich parallel zum Hauptfilm ein Audiokommentar mit Regisseur Chris Walas und dem bekannten Filmhistoriker Bob Burns. Im freundlichen Plauderton betrachten die beiden den Film wie zwei Kumpels auf einer Videoparty - zahlreiche flapsige Bemerkungen inklusive. Walas konzentriert sich bei seinen eher spärlichen Ausführungen auf einige technische Details (Drehorte/Unsetzung von Effekten und Aufnahmen) und berichtet von dem Erlebnis, das erste Mal Regie geführt zu haben. Bob Burns fungiert dabei als Interviewer, der allerdings auch nicht viele interessante Fragen stellt (“Wo war das?” / “Ist das ein Set?”), weil er die meisten Geschichten eben selbst schon kennt. Insgesamt ein äußerst durchschnittlicher Kommentar, den man sich aber in Anbetracht der Dokumentationen (s.u.) auch getrost knicken kann. Ebenfalls auf der ersten Scheibe befinden sich noch eine geschnittene Szene und ein alternatives Ende (beide in anamorphen Widescreen!). Die geschnittene Szene zeigt einen netten “Fliegenkotz”-Gag, während das alternative “Happy Ending” auf dem Hausboot von Daphne Zunigas Charakter glücklicherweise nicht in den Film gelangt ist. Auch die Kinotrailer zu sämtlichen Vorgänger-“Fliegen” sind noch vorhanden.

Auf der zweiten Scheibe befinden sich wieder ein paar ausführliche Dokumentationen. Die 48-minütige “Metamorphose: Rückblick auf ‘Die Fliege 2’ ” besteht fast nur aus Interviewsegmenten mit Regisseur Chris Walas und Produzent Steven-Charles Jaffe sowie einigen tollen Behind-the-Scenes-Aufnahmen. Trotzdem kann dieses “Making of” inhaltlich voll überzeugen. Walas und Jaffe lassen kaum einen Aspekt der Produktion unberührt und haben auch einige netten Anekdoten vom Dreh zu erzählen. Wer diese Doku gesehen hat, der kann sich den Audiokommentar tatsächlich sparen. “Fliegenfänger” (ca. 58 Min.) beschäftigt sich mit dem kompletten filmischen Phänomen von der ersten bis zur letzten “Fliege”, die das Licht der Kinoleinwand erblickten. Mit Leonard “Mr. Spock” Nimoy als Erzähler geht der Zuschauer auf eine Reise durch alle “Fliege”-Filme und teilweise auch ein wenig hinter die Kulissen. Selbst für eingefleischte Genrefans ist dieser Rundumblick eine wirklich gelungene Sache, bei der speziell Chris Walas noch einmal Kommentare zu seinen “Fliegen” abgibt. Die originale EPK zum Kinostart (ca. 6 Min.) ist natürlich reines PR-Material aber zeigt wenigstens ein paar Statements der Schauspieler (u.a. Eric Stolz und Lee Richardson). Die “CWI-Video-Produktions-Tagebuch” zeigt knapp 18 Minuten an wirklich tollen Proben und Testaufnahmen für verschiedene Spezialeffekte, die auch im Vergleich zur finalen Filmversion gezeigt werden. In “Komposition der Oberklasse” (ca. 13 Min.) darf Filmmusik-Komponist Christopher Young sehr versiert aus dem Nähkästchen plaudern. Bei der Analyse seiner Musik erklärt er ohne große Fachsprache worauf es bei der Zusammenstellung eines wirklich guten Horror-Soundtracks ankommt. Sehr gut. Für drei Szenen gibt es auch einen “Storyboard-zu-Film-Vergleich”, der glücklicherweise mit einem Audiokommentar mit Chris Walas versehen ist. Der Regisseur geht hier dankbarerweise auf die unterschiedliche Funktion und Handhabung der Storyboards bei der finalen Filmerstellung ein. Weiterhin gibt’s noch drei Bildergalerien und die zwei Trailer zu “Die Fliege 2” zu sehen.

FAZIT

Auch die Special Edition von “Die Fliege 2” kann mit sehr gelungenem Extramaterial voll überzeugen. Der “nur” durchschnittliche Bildtransfer ist deshalb völlig zu verschmerzen. Der sofortige Abflug zum DVD-Händler eures Vertrauens ist für diese Doppelscheibe also ebenfalls dringend empfohlen.



Kay Pinno


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