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Freeze Frame   

Freeze Frame
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Original: Freeze Frame   (GB / Irland, 2003)
Laufzeit: 95 Minuten (PAL)
Studio: Koch Media
Regie: John Simpson
Darsteller: Lee Evans, Sean McGinley, Ian McNeice, Colin Salmon u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS Deutsch DD 5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Making of, Trailer u.m.
Preis: ca. 18 €
Wertung: 1 / 2-/ 4+ (Bild/Ton/Extras)


"Bigger Brother!"

Wie lässt sich zweifelsfrei beweisen, was man zu einem bestimmten Zeitpunkt wo gemacht hat? Für Sean Veil, der zu Unrecht einer Mordserie angeklagt wurde und nur durch einen Verfahrensfehler wieder frei kam, liegt die Antwort in totaler Videoüberwachung. Seit 10 Jahren hat er seine riesige Wohnung in einem alten Industriegebäude zu dem Traum eines jeden deutschen Innenministers ausgebaut. Alles wird 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche und 52 Wochen im Jahr gefilmt. Wenn Sean Veil seine Wohnung einmal verlässt, schnallt er sich eine Self-Cam um, die ihn von vorne filmt. Seit 10 Jahren archiviert er akribisch diese Bänder, um im Falle einer erneuten Falschanklage nicht in die Verlegenheit zu kommen, das Gegenteil nicht beweisen zu können. Als ein neues Todesopfer auftaucht, das die Ermittler von damals wieder mit Sean in Verbindung bringen, sind plötzlich die entscheidenden Bandaufnahmen der fraglichen Zeit verschwunden. Seans Sicherheitsnetz scheint zusammen zu brechen. „Freeze Frame“ funktioniert nur in ganz seltenen Momenten als Spannungsthriller, wenn zwei Menschen in direkter Bedrohung einander nahe sind. In der Regel versucht der Film seinen Reiz aus dem Duell zwischen den Ermittlern Polizei und Kriminalpsychologe auf der einen Seite sowie Sean Veil auf der anderen Seite zu ziehen. Sobald die Ermittler neue Fakten präsentieren, schafft es Veil seinerseits Alibis per Videoaufzeichnung aus dem Hut zu zaubern. In seiner Notsituation greift er dabei schon mal zu Manipulationen, da die echten Bänder gestohlen wurden. So entwickelt sich „Freeze Frame“ zunehmend zu einem intellektuellen Aufeinanderprall zwischen Wirklichkeitskonstruktion durch Ermittlungsindizien und Wirklichkeitskonstruktion durch Aufzeichnung des Geschehens. Dadurch entsteht eine faszinierende Melange aus verschiedenen Wirklichkeiten, welche das Thema der Realitätskonstruktion diskutiert. Dabei arbeitet der Film aber nicht im luftleeren Raum, sondern bringt mittels totaler Videobeobachtung das Schreckgespenst des Überwachungsstaats ins Spiel. In dem Maße, in dem Videoaufzeichnungen als Beweise zur Normalität werden, steigt die Gefahr der Manipulation, um politisch geeignete Zwecke zu erfüllen. Denn das, was wir sehen, ist längst nicht wahr, obwohl es immer wieder durch Vertreter einer Big-Brother-Mentalität behauptet wird. „Freeze Frame“ brandmarkt solche Phantasien von Anfang an als Irrweg. Sean Veils Existenz ist seit 10 Jahren die Existenz eines gestörten Geistes, weil er auf die Überwachung setzt. Sein Dasein erfüllt sich in der mechanischen Kälte digitaler Reproduktion dessen, was er Leben nennt. Dabei ist Veil jedoch nur ein Opfer staatlicher Missgriffe, welche durch die Konkurrenzgesellschaft gefördert werden. Denn die Fehler bei der Ermittlungsarbeit vor 10 Jahren sind durch persönlichen Ehrgeiz einzelner entstanden. „Freeze Frame“ streift auf seinem Weg viele Themen, die sich zu einem vielschichtigen Werk verdichten, dem es nur an einem fehlt, an emotionaler Qualität.

BILD

Freeze Frame

Wer Dreckspuren und Bildfehler sucht, soll sich eine andere DVD kaufen. Bei „Freeze Frame“ findet er sie nicht. Auch die Schärfe ist durchgehend ausgezeichnet. Die reduzierte, metallische Farbpalette wurde sehr gut auf die DVD übertragen. Auch der Kontrast sorgt für ein weitgehend detailreiches Bild, das vielleicht hier und da etwas zu dunkel geraten ist. Rauschen sucht man ebenfalls vergeblich.



TON

Freeze Frame

Die Tonspuren liefern nur eine äußerst begrenzte räumliche Atmosphäre, wie es bei einem sehr ruhigen Film auch nicht anders zu erwarten ist. Die Dialoge sind stets klar und verständlich und auch die verschiedenen Toneffekte erklingen in reiner Qualität, so dass es hinsichtlich des Tons keine Kritikpunkte gibt.






EXTRAS

Hinter dem Making Of verbirgt sich ein etwa fünfminütiger Beitrag, der hauptsächlich aus B-Roll-Material besteht, hinter das dann die fertige Szene aus dem Spielfilm geschnitten wurde. Ganz nett aber auch nicht wirklich wichtig. Daneben enthält die DVD zwei Trailer sowie Texttafelbiographien. Sehr schick ist die Verpackung geworden, eine aufklappbare matte Steel-Box mit Coverbild.

FAZIT

„Freeze Frame“ bietet mehr ein intellektuelles Vergnügen, als dass er wie ein guter Spielfilm auf emotionaler Ebene funktionieren würde. Im Rahmen seiner Möglichkeiten wartet das Werk mit einigen interessanten Bildern auf. Technisch ist die DVD sehr gut.



Stefan Dabrock


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