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Goldene Stadt, Die   

Goldene Stadt, Die
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Original: Die goldene Stadt   (BRD, 1942)
Laufzeit: 104 Minuten (PAL)
Studio: e-m-s
Regie: Veit Harlan
Darsteller: Kristina Söderbaum, Rudolf Prack, Eugen Klöpfer, Paul Klinger u.v.a.
Format: 1.33:1 Vollbild (4:3)
Ton: DD-Mono Deutsch
Untertitel: -
Extras: Biographien
Preis: ca. 15 €
Wertung: 4 / 3-/ 6 (Bild/Ton/Extras)


"Ein Melodram auf ideologischen Abwegen!"

Das Lexikon des internationalen Films hält zu Veit Harlans 1942 – ein Zeit, als in Deutschland hauptsächlich Propaganda-Filme für die NS-Ideologie hergestellt wurden – gedrehtem Film “Die goldene Stadt” fest: “Die Tochter eines deutschen Moldau-Bauern, durch das großstädtische Treiben in Prag verunsichert, vergisst ihren Verlobten und lässt sich mit einem leichtfertigen tschechischen Vetter ein. Sie kehrt schwanger in die Heimat zurück, wird vom Vater verstoßen und sucht den Tod im Moor. Harlan drehte nach dem Bühnenstück “Der Gigant” von Richard Billinger ein optisch hervorragendes Melodram, in dem trübe Blut- und Boden-Ideologie und die Diskriminierung “slawischer Untermenschen” eine unselige Verbindung eingingen. Auch die nach 1945 in den bundesdeutschen Kinos angebotene Gekürzte Fassung konnte die NS-Tendenz nicht verleugnen.” In dieser kürzeren Fassung, die von den übelsten verhetzenden Szenen befreit wurde, ist Veit Harlans Werk jetzt auf DVD erschienen. Eine vollständige Version wäre auch kaum veröffentlichbar, da sie beschlagnahmt würde. Es gehört schon ein wenig Mut dazu “Die goldene Stadt” und auch “Der große König” (siehe Rezension) herauszubringen. Aber im Zusammenhang mit einer Auseinandersetzung über die deutsche Filmgeschichte – gerade auch während des Dritten Reiches – sind die Filme Harlans unerlässlich und so darf man e-m-s Dafür danken, dass drei von Ihnen nun auf modernem Medium verfügbar sind. Während einer Sichtung des Melodrams “Die goldene Stadt” offenbart sich, wie schwierig eine angemessene Betrachtung Harlans ist. Zum einen schildert der Film ganz unverhohlen eine Geschichte, die sich die NS-Ideologie von der Kraft des Landes und dem schädlichen Einfluss der Stadt zu eigen macht. Selbst wenn aus heutiger Sicht eine Verherrlichung der ländlichen Region gepaart mit einer Stadtkritik, die dort das leichte Leben ohne Moral verortet, nicht automatisch problematisch ist, so darf auf keinen Fall vergessen werden, dass während der damaligen Zeit im Zusammenhang mit anderen Propaganda-Instrumenten ein Klima geschaffen wurde, das eine Interpretation eindeutig in diese Richtung lenkte. Es ist also weder nötig, noch sinnvoll “Die goldene Stadt” von ideologischen Tendenzen frei zu sprechen. Gleichzeitig stellt der Film aber – und das ist auch gerade das Wesen der Propaganda – ein optisch und inszenatorisch eindrucksvolles Melodram dar. Harlan ist ohne Zweifel ein ausgesprochen fähiger Regisseur gewesen. Geschickt streut er bereits zu Beginn Konflikte ein, wenn sich die Tochter des Bauern mit ihrem Vater streitet. Genau wie sie ist man deswegen zunächst auf ihrer Seite, als sie ohne das Wissen der Familie nach Prag fährt. Wie sie macht man während des Films aber einen Lernprozess durch, indem man erkennen muss, dass der Ausbruch in den Moloch Stadt üble Folgen hat. Während die Tochter am Ende stirbt, kann man als Zuschauer jedoch erleichtert nach Hause gehen und die gelernte Lektion beherzigen. Vor allem das Schlussbild, das den Grabstein der Tochter in einem in voller Frucht stehenden Weizenfeld zeigt, das zuvor ein Moor gewesen ist, bietet eine beeindruckende Suggestionskraft, die ihresgleichen sucht. Wenn man bereit ist, den ideologischen Unterbau einmal beiseite zu lassen, muss man anerkennen, dass “Die goldene Stadt” ein ausgezeichnetes Melodram ist, ein sehenswertes Produkt aus einer dunklen Zeit, mit dem man sich auseinandersetzen muss.

BILD

Goldene Stadt, Die

“Die goldene Stadt” ist einer der ersten deutschen Farbfilme überhaupt. Ein wenig ausgeblichen ist das auf DVD präsentierte Ergebnis natürlich, aber dennoch kann man e-m-s nur bescheinigen, ganze Arbeit geleistet zu haben. Die Farben erstrahlen recht ordentlich und bieten zum Beispiel während des gezeigten Festes ein wunderschönes, buntes Panorama. So muss das sein. Die übrige Qualität des Bildes ist natürlich nicht so gut. Die ramponierte Vorlage weist auch nach digitaler Bearbeitung noch viele Kratzer und einige Dreckspuren auf. Auch stehende und andere Rauschmuster sind zu finden. Da hat die Bearbeitung ihre Spuren hinterlassen. Dafür liefert die DVD eine wirklich ordentliche Schärfe, über die man sich angesichts des Filmalters nicht beschweren kann. Alles in allem ist die Bildqualität – berücksichtigt man die Begleitumstände – ordentlich geraten.

TON

Goldene Stadt, Die

Der deutsche Mono-Ton erschallt weitgehend klar aus den Lautsprechern, wobei man natürlich keine heutigen Maßstäbe ansetzen darf. Bei Szenen mit größerem Trubel schwimmen die einzelnen Tonfetzen ineinander, so dass man nicht mehr alles verstehen kann. Außerdem schnarrt er ein wenig in den Höhen. Aber besser geht es einfach nicht und da es keine wirklich großen Probleme gibt, Rauschen kaum vorhanden ist, kann man das zu Beanstandende vernachlässigen.

EXTRAS

Wie bei “Verwehte Spuren” gibt es nur ein paar Texttafeln zu ausgewählten Darstellern beziehungsweise zu Veit Harlan. Das ist schade.

FAZIT

Ein weiteres Sammlerstück, das filmhistorisch von großem Interesse ist. In ordentlicher Qualität wurde “Die goldene Stadt” auf DVD veröffentlicht, so dass man bedenkenlos zugreifen kann.



Stefan Dabrock


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