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Graveyard of Honor - Box   

Graveyard of Honor - Box
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Original: Graveyard of Honor   (Japan, 1975 / 200)
Laufzeit: 95 Minuten (PAL) / 131 Minuten (PAL)
Studio: Rapid Eye
Regie: Kinji Fukasaku / Takashi Miike
Darsteller: Tetsuya Watari, Tatsuo Umemiya, Yumi Takigawa u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9) / 1.8
Ton: DD5.1 Deutsch (Remake) DD2.0 Japanisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Making of, Interview, Filmographien u.m.
Preis: ca. 25 €
Wertung: (3+/3/5+) / (3+/2-/4+) (Bild/Ton/Extras)


"Der Irre vom Yakuzahof!"

1975 hat der Japaner Kinji Fukasaku einen Yakusa-Film gedreht, der mit dokumentarischem Stil die Geschichte eines doppelten Außenseiters erzählt. Während die japanischen Gangster eine Gesellschaft außerhalb der Gesellschaft gebildet haben, ist die Hauptfigur aus Fukasakus “Graveyard of Honor” selbst innerhalb der Yakusa-Gesellschaft ein Eigenbrödler, der sich nicht in die Regeln einfügen kann. Der epische Reigen reicht von der Endphase des Zweiten Weltkriegs bis in die 60er Jahre hinein. Im unübersichtlichen Geflecht der Macht, entwickeln sich die Yakuza zu einer festen Größe in Japan. Ihr kriminelles Tun folgt dabei einem Ehrenkodex. Fukasakus Hauptfigur hat demgegenüber eigene Interessen. Ohne seine Gangster-Brüder zu informieren, nimmt er sich schon mal konkurrierende Banden zur Brust. Als er gar seinen eigenen Paten angreift wird er für 10 Jahre aus Tokios Unterwelt verbannt. Fukasakus “Graveyard of Honor” liefert neben einer präzisen Analyse der gesellschaftlichen Verhältnisse, die den Nährboden für das Erstarken der organisierten Kriminalität bildete, das tragische Portrait eines Menschen, der zu ewigem Scheitern verurteilt ist. Sein anarchisches Gemüt, das nur der Laune des Augenblicks verpflichtet ist, verhindert einen Aufstieg in den kriminellen Kreisen. Als Einzelgänger wandert er durch sein Leben, das letztlich das absurde Machtgeflecht der japanischen Gesellschaft wieder spiegelt. Trauer und Wut vermengen sich in Fukasakus Film zu einer brutalen Melange, bei der es nur noch Verlierer gibt. Takshi Miike nimmt die Geschichte aus Fukasakus Film weitgehend auf. Bei ihm trägt die Handlung jedoch viel stärker Züge der klassischen Geschichte vom Aufstieg und Fall eines Gangsters. Während sich in Fukasakus Welt ein Yakuza, dem der Ehrenkodex nichts bedeutet, noch nicht durchsetzen kann, ist das bei Miike anders. Mit respektlosem Blick lässt der Regisseur seine Titelfigur alle Regeln mit Füßen treten und zunächst damit durchkommen. Als Sinnbild für eine Verrottung der Gesellschaft erklimmt sie die Spitze, um in einem wüsten Amoklauf alles mit in den Untergang zu ziehen. Er wirkt wahrhaftig wie ein Irrer, dem alles gleichgültig ist. Miikes Blick ist ein hoffnungsloser, der mit drastischen Mitteln eine depressive Vision zeichnet.

BILD

Graveyard of Honor - Box

Kinji Fukasakus “Graveyard of Honor” präsentiert sich mit einem aufgeräumten Bild, dass kaum Fehler oder Dreckspuren aufweist. Selbst die Schärfe ist für einen Film aus dem Jahr 1975 sehr ordentlich. Während die Farbwiedergabe grundsätzlich kräftig ausfällt, laufen die einzelnen Bildelemente teilweise ineinander, so dass ein etwas matschiger Eindruck entsteht. Das geht zu Lasten der Detailschärfe. Takashi Miikes “Graveyard of Honor” kann ebenfalls durch ein aufgeräumtes Bild überzeugen. Die Schärfe pendelt sich demgegenüber im Mittelfeld ein. Vor allem die Konturen wirken etwas ausgewaschen. Rauschmuster tauchen nur sehr selten auf. Dafür ist der Kontrast nicht optimal, so dass die Detailschärfe leidet.

TON

Graveyard of Honor - Box

Kinji Fukasakus “Graveyard of Honor” besitzt eine grundsolide 2.0-Tonspur, welche die Dialoge in verständlicher Form wiedergibt, sofern man japanisch kann. Die leichte Übersteuerung in den Höhen kann den Hörkomfort nicht nachhaltig beeinträchtigen. Takashi Miikes “Graveyard of Honor” besitzt einen brauchbaren japanischen Originalton im 2.0-Format. Auch hier sind die Dialoge klar und verständlich. Darüber hinaus ist ein 5.1-Upmix in deutscher Sprache vorhanden. Auf diese Weise gelingt es, ein paar Suroundeffekte ins heimische Wohnzimmer zu bringen. Wer sich dafür begeistern kann, der ist mit der deutschen Tonspur gut aufgehoben, da sie ein qualitativ brauchbarer Upmix ist. Selbstverständlich kann man davon keine Wunder erwarten.

EXTRAS

Kinji Fukasakus “Graveyard of Honor” besitzt nur einen japanischen Trailer und eine Filmographie des Regisseurs.

Demgegenüber enthält die DVD mit Takashi Miikes “Graveyard of Honor” eine unkommentierte B-Roll von den Dreharbeiten, die Making Of genannt wird. Da sie Untertitel enthält kann man immerhin den Regieanweisungen Miikes folgen. Darüber hinaus gibt es ein etwa 11minütiges Interview mit Miike, dass eine solide Einführung für diejenigen bietet, die mit Miike nicht so vertraut sind.

FAZIT

Die Doppel-DVD, welche unter dem Titel “Yakuza-Box Vol.1” im Handel erhältlich ist, überzeugt vor allem durch die beiden Filme. Jeder ist auf seine Weise und dank des jeweils sehr eigenen Stils sehenswert. Technisch hält sich die Edition im gehobenen Mittelfeld auf.



Stefan Dabrock


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