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Greifer, Der   

Greifer, Der
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Original: L’Alpagueur   (Frankreich, 1976)
Laufzeit: 96 Minuten (PAL)
Studio: e-m-s
Regie: Philippe Labro
Darsteller: Jean Paul Belmondo, Bruno Cremer, Jean Negroni, Patrick Fierry u.v.a.
Format: 1.66:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD-2.0 Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch (nur bei französischem Ton)
Extras: Trailer, Bildergalerie
Preis: ca. 13 €
Wertung: 3- / 3 / 5+ (Bild/Ton/Extras)


"Großwild-Jagd!"

Roger Pilard (Belmondo) hat hat schon alle Tiere vor der Flinte gehabt. Doch Löwen, Tiger und andere Raubkatzen sind für den ehemaligen Großwild-Jäger Schnee von gestern. Auf seiner hochdotierten Abschuss-Liste stehen inzwischen Drogen-Dealer, korrupte Beamte und sonstige kriminelle Schweine. Von seinen Gegnern, die seine Identität nicht kennen, wird er nur ehrfürchtig “Der Greifer” genannt. Im Geheimauftrag der Regierung putzt er seine Beute immer auf äußerst clevere Weise weg. Sein aktuellstes Ziel ist Frankreichs Topverbrecher Nr.1: “Der Falke”. Der brutale Räuber killt bei seinen Überfällen jeden, der sein Gesicht gesehen hat. Nur ein Mittäter entkam ihm durch Zufall. Doch der junge Costa Valdez (Patrick Fierry) schmort inzwischen im Gefängnis und schweigt. Doch der Greifer ist schon zur Stelle und lässt sich einknasten, um dem grünen Jungen ein wenig auf den Zahn zu fühlen. Davon bekommt auch eine Unterwelt-Organisation etwas mit, die den Greifer entgültig aus dem Verkehr ziehen will. Wieder einmal werden bei Belmondo quasi zwei Filme zu einem gemeinsamen Trip verarbeitet. Die Jagd nach dem Falken bildet nur den Rahmen für Pilards Knastbesuch und dessen tödliche Folgen, die zu einer kaltblutigen Abrechnung mit einem Syndikatschef führt. Wenn die Geschichte schließlich wieder auf den Falken umschwengt, wird eine konsequente Auflösung des Films leider über Bord geworfen. So dreist wurde ein Plot selten für ein Finale kurzgeschlossen. Ungereimt bleibt für den Zuschauer ebenfalls, wie Pilard das Hauptquartier der Gangsterbande findet. Im Film kommt er einfach dort an und rechnet ab - sehr zu Ungunsten der anwesenden Kriminellen. Bruno Cremer, der später auch als “Kommissar Maigret” groß rauskommen sollte, liefert eine glaubwürdige und verstörend ruhige Vorstellung des Soziopathen “Falke”. Leider verpufft das große Potential dieser Figur in dem schlappe Ende.

BILD

Greifer, Der

Die Vorlage für den anamorphen Transfer (1.66:1) sieht wirklich gut aus. Nur einige Bildpunkte und Spratzer stören den ansonsten fehlerfreien Filmgenuss. Das Bildrauschen wurde reichlich reduziert, aber konnte nicht ganz unterdrückt werden. Die Schärfe ist trotz des Rauschens noch gut, aber könnte etwas besser sein. Der realistische 70-er Jahre Look des Films kommt durch die natürlichen Farben gut zur Geltung. Durch den Filtereinsatz neigen die Farben in Schwenks und Bewegungen aber zum deutlichen Nachziehen, was ein wenig irritierend wirkt. Der Schwarzlevel tendiert ein wenig ins Milchige, aber bietet immer noch ausreichenden Kontrast. Die Kompression arbeitet weitestgehend sauber und kann das Aufkommen von digitalen Artefakten oder Schwenkrucklern vermeiden. Insgesamt ein solider Transfer.

TON

Greifer, Der

Tonal tut sich in der Belmondo Edition nur wenig: Der deutsche und französische Monoton wurde in DD2.0 auf die Scheibe gespielt. Beide Spuren sind sehr sauber und so gut wie rauschfrei. Der Ton bleibt natürlich auf die Frontstage beschränkt. Die Dialoge sind klar verständlich und heben sich in der deutschen Tonspur deutlich von der restlichen Klangkulisse. Die grandiose Musik von Michel Colombier, die sehr stark an Ennio Morricone erinnert, strahlt sogar noch eine gewisse Dynamik aus. Besonders das “Greifer”-Thema fällt hierbei positiv auf. Die französische Tonspur ist leider mit festen deutschen Untertiteln versehen, die auch nicht nachträglich ausgeblendet werden können. Der französische Ton ist räumlich etwas dynmischer und wirkt insgesamt natürlicher als die deutsche Tonspur.

EXTRAS

Als einziges Bonusmaterial ist eine Bildergalerie und der knallige deutsche Kinotrailer zu “Der Greifer” auf der Scheibe vorhanden. Besonders die dauerhafte verhallte Wiederholung des Titels bleibt einem hier schmunzelnd im Gedächtnis.

FAZIT

Weniger Action- und Stunt-orientiert hat “Der Greifer” nur ein Ziel: Belmondo als coolste Sau im Verbrecherstall zu etablieren. Ein weiterer gelungener Eintrag in Frankreichs Polizeifilm-Akte, die aber ein paar Makel aufweist. Die DVD bietet durchschnittliche Qualität und kaum Extras.



Kay Pinno


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