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Halloween - Resurrection   

Halloween - Resurrection
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Original: Halloween Resurrection   (USA, 2002)
Laufzeit: 86 Minuten (PAL)
Studio: Highlight
Regie: Rick Rosenthal
Darsteller: Jamie Lee Curtis, Busta Rhymes, Bianca Kajlich, Sean Patrick Thomas u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS Deutsch DD5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Audiokommentar, Making of, Deleted Scenes
Preis: ca. 25 €
Wertung: 1 / 1 / 2 (Bild/Ton/Extras)


"Der Boogie-Man klingelt nicht!"

Mit “Halloween Resurrection” wetzt Regisseur Rick Rosenthal die Scharte des zweiten Teils der Serie aus, den er ebenfalls zu verantworten hat und der aufgrund seiner simplen Psychologisierung des Michael Myers häufig als Verrat am Genre bezeichnet wird. Im Gegensatz dazu zeigt Rosenthal, dass die mittlerweile achte Manifestation des Killers in der Lage ist, sowohl die Würde des Genres zu erhalten, als auch der bekannten Geschichte neues Leben einzuhauchen. Eine Prä-Sequenz, welche etwas mühselig erklärt, dass Myers im vorangegangenen Film doch nicht gestorben ist, liefert die spannende, endgültig letzte Auseinandersetzung zwischen Laurie Strode und Myers. Das gipfelt in der Staffelstabübergabe des Mörders an einen in psychiatrischer Behandlung befindlichen Fan, der fortan die Rolle des Killers übernimmt. Das darin enthaltene Erlösungsmotiv trifft auf die Verehrung der Fans. Dadurch gelingt “Halloween Resurrection” sowohl eine dichte Beschreibung der Existenz des absolut Bösen, das im Mörder aufgehoben ist, wie auch eine Reflektion des seriellen Charakters der “Halloween”-Saga. In philosophischer Manier reift die Erkenntnis, dass das Böse lediglich den Träger wechseln kann, aber nicht verschwindet. Dementsprechend gefährlich ist die Live-Internetshow, welche ein windiger Geschäftemacher im verfallenen Haus des Michael Myers veranstaltet. Mehrere College-Studenten wurden ausgewählt, um dort eine Nacht lang mit Webcams ausgestattet das Phänomen des legendären Killers zu untersuchen. Bereits ein Techniker spürt das Risiko am eigenen Leib, als er während der Vorbereitungen im Haus, in “Peeping Tom”-Manier durch das Stativ einer laufenden Kamera getötet wird. Wunderbar flechtet Rosenthal den stets spürbaren Voyeurismus der “Halloween”-Serie in das perfekt inszenierte Geschehen ein. Der Mörder ist davon gleichermaßen beseelt, wie auch die Fans vor den Computer-Bildschirmen. Dass die technische Möglichkeit des Datenhighways später Leben rettet, gehört zur Doppelsicht des Films, da Rosenthal den Dingen keine unzweifelhafte Bedeutung gönnt.

BILD

Halloween - Resurrection

Die Bildqualität des Streifens ist ausgezeichnet. Die Vorlage trumpft ohne Dreckspuren und Bildpunkte in feiner Qualität auf. Das gestochen scharfe Bild beweist auch in dunklen Aufnahen einen hohen Detailreichtum, so dass auch Kleinigkeiten noch zu sehen sind. Die Farbwidergabe mit ihren verschiedenen Schwarz- und Blautönen ist satt und gibt die Atmosphäre des Films kongenial wieder. Der Schwarzlevel ist sehr gut. Bildrauschen existiert nicht.

TON

Halloween - Resurrection

Die Tonqualität gehört zu den gehobenen Standards. Ständig schleicht sich das eine oder andere Geräusch wirkungsvoll von der Seite an. So überträgt sich die Horror-Filmatmosphäre perfekt ins heimische Wohnzimmer. Wie meistens wirken die Dialoge in der deutschen Synchronisation etwas stärker aus dem Filmraum herausgelöst, während sie sich in der englischen Sprachfassung stärker ins Geschen integrieren. Die Abmischung zwischen Dialogen und Atmosphäregeräuschen ist so, wie sie sein sollte. Die Musik trägt in dynamischer Weise zu einem räumlichen Erlebnis bei.

EXTRAS

Das Bonusmaterial ist recht umfangreich. Zunächst lockt die Scheibe mit einem Audiokommentar des Regisseurs Rick Rosenthal und des Cutters Robert A. Feretti. Beide geben interessante Einblicke hinter die Kulissen des Halloween-Drehs oder plaudern über ihren Herangehensweise an das Projekt. Die Thematik des Films spielt dabei ebenfalls eine große Rolle. Auf einer Bonus-DVD befindet sich verschiedenstes Material durchwachsener Qualität. Das 20minütige Making-Of erweist sich als reine PR-Produktion, die im wesentlichen das wiederkäut, was der Zuschauer ohnehin schon weiß, wenn er sich den Film angesehen hat. Lohnenswert sind hingegen die Deleted Scenes, wobei vor allem die deutlich längere Fassung der Interviews der Collge-Studenten großartig ist. Der zum Teil bissige Humor des Films kommt hier noch deutlicher zum Tragen. Die drei Alternativen Enden sind ebenfalls ganz interessant. Wenig Neues liefern die Interviews mit den Darstellern und der Crew, da man das Meiste bereits aus dem Making Of kennt. Der Blick hinter die Kulissen erweist sich als klassische B-Roll, die ganz nett ist. Drei der besten Features befinden sich im so genannten Halloween-Special. Hier findet man zu fünf Szenen einen Storyboard-Filmvergleich, den man sich auf unterschiedliche Weise ansehen kann (Board-Film-Splitscreen; nur Board; nur Film). Sehr interessant sind auch die Ausführungen des Productiondesigners, der eine Führung durch das Myers-Haus anbietet, und einige der restlichen Sets erläutert. Das Herzstück bildet jedoch das Webcam-Special. Hier hat Regisseur Rick Rosenthal den ganzen Film aus den gedrehten Point-of-View-Videokamerabildern der Darsteller sowie den im Haus eingebauten Webcams zusammen geschnitten. Das auf Film gedrehte Material fehlt völlig. Das Experiment liefert einen völlig neuen Blick auf viele der Filmszenen und bietet zusätzlich eine Menge Material, das im Film gar nicht enthalten ist: Sehr gut. Zusätzlich kann man sich dieses Feature noch mit einem Audiokommentar von Rick Rosenthal ansehen, der über die Grenzen und Möglichkeiten der Videotechnik spricht und einzelne Drehentscheidungen kommentiert. Ebenfalls sehr sehenswert.

FAZIT

Wer glaubte, das nach "Halloween: H20" aus der Serie die Luft raus sei, muss sich eines besseren belehren lassen. Dank eines innovativen Drehbuchs fügt Rick Rosenthal dem Halloween-Kosmos eine Fülle neuer Themen und Ideen hinzu: Großartig! Auch die Umsetzung auf DVD ist bestens gelungen. Sehr lobenswert ist, dass Highlight die Extras der amerikanischen DVD vollständig eingekauft hat.



Stefan Dabrock


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