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Harte und der Zarte, Der   

Harte und der Zarte, Der
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Original: Loose Cannons   (USA, 1990)
Laufzeit: 90 Minuten (PAL)
Studio: Columbia Tristar
Regie: Bob Clark
Darsteller: Gene Hackman, Dan Aykroyd, Dom DeLuise, Ronny Cox u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DS Englisch, Fr, Spa DD-Mono Deutsch, It
Untertitel: Deutsch, Englisch, Fr, Spa, It, Gr, Hebr u.v.a.
Extras: Trailer für andere Filme
Preis: ca. 25 €
Wertung: 3+/ 3+/ 5- (Bild/Ton/Extras)


"Häuptling ‘Fliegende Stulle’ ist zur Stelle!"

Das Bob Clark sicherlich ein ungewöhnlicher Filmemacher ist, hat er schon mit Filmen wie “Mord an der Themse” oder Genreklassikern wie “Children shouldn’t play with dead Things”, “Black Christmas” und “Dead of Night” bewiesen. Ab den 80-er Jahren ging es für den vielversprechenden Regisseur bergab. Zwar zeichnete er sich noch für die eher unsäglichen “Porky”-Filme verantwortlich (ein kommerzieller Erfolg, da “Porky” bis zum Jahr 2000 noch der erfolgreichste kanadische Film war!), aber dann ging es stetig bergab. Ein letzter Versuch ins kommerzielle Fahrwasser zu gelangen, war 1990 der Buddy-Cop-Actioneer “Der Harte und der Zarte”. Als rauhbeiniger Cop mit Herz darf Gene Hackman mit einem ausgeflippten Dan Aykroyd arbeiten. Die seltsame Mischung aus “Beverly Hills Cop” und “Lethal Weapon” kommt selbst bei ernsteren Szenen nicht richtig zusammen. Zu überdreht chargiert hier Dan Aykroyd als durchgeknallter Ermittler Ellis Fielding. Der ehemalige Drogencop erlitt nach einer Folterung durch kolumbianische Drogenhändler eine “Multiple Personality Disorder”. Ausgelöst durch kleinste Akte von Gewalt mutiert Fielding zu Captain Kirk oder Roadrunner und flippt eben total aus. Doch die deutsche Synchronisation tut dem Film noch viel Schlimmeres an. Denn eigentlich sind Macarthur Stern (Hackmann) und Ellis Fielding einer Bande von deutschen Nazis auf der Spur. Die bösen Buben sind auf der Suche nach einem alten Stück Film, das den reichen Geschäftsmann von Metz (Robert Prosky) als heißglühenden Nazi entlarven kann. Deshalb macht sich ein deutscher Killertrupp unter der Führung des fiesen Sadisten Grimmer (Paul Koslo) auf die Suche nach den Besitzern der Filmrolle. Als die ersten Leichen auftauchen, werden Stern und Fielding mit dem Fall betraut. Bei ihren chaotischen Ermittlungen bekommen die Ballermänner bald Gesellschaft vom F.B.I. und dem israelischen Geheimdienst. Neben einer zusätzlichen Verquatschung der Synchronisation im Stile von Rainer Brandt werden in der deutschen Fassung zusätzlich jede Anspielungen auf Nazis oder Deutschland getilgt. So werden aus den Alt-Nazis flott argentinische Umstürzler. Der kompromittierende Film wird als früher Hollywood-Film des Geschäftsmann getarnt (?????!!!!!) und “Der Harte und der Zarte” jeglichen Sinnes beraubt. Zudem wurden auch alle deutschen Namen entfernt. “Stirb langsam” lässt schön grüßen! Hierbei kam wohl ein besonders witziger Verseschmied auf den Gedanken, den Obernazi in “Metzeloni” umzubenennen. Au weia! Glücklicherweise befindet sich auf der DVD ja auch die originale Tonspur, die den Film letzlich nicht völlig schwachsinnig aussehen lässt. Trotzdem bleibt “Der Harte und der Zarte” durch seine atmosphärische Unausgewogenheit sicherlich ein Kuriosum im Genre des Buddy-Cop-Films.

BILD

Harte und der Zarte, Der

Mit einem neuen anamorphen Widescreen-Transfer (2.35:1) ist “Der Harte und der Zarte” zum ersten Mal in seiner korrekten Aspect Ratio in Deutschland erschienen. Die Vorlage ist in sehr gutem Zustand und ist fast vollständig frei von Defekten oder Verunreinigungen. Schärfe und Kontrast sind weitesgehend in Ordnung, aber werden durch eine leichte Grobkörnung des Bildes ein wenig in Mitleidenschaft gezogen. So schlleicht sich auch in den Hintergrund ein sehr seichtes Bildrauschen ein. An einigen Stellen ließ sich sogar ein leichtes aber nie ablenkendes Zeilenflimmern in Schwenks feststellen. Wirklich ins Schwächeln gerät der Transfer erst bei einigen Szenen mit viel Nebel, die sehr viel grieseliger wirken als der Rest des Films. Die Farben sind satt und kräftig. Dies lässt den Film ein wenig jünger erscheinen, als er eigentlich ist. Der Schwarzlevel ist ordentlich tief und lässt keine schwächende Milchigkeit aufkommen. Die Kompression bleibt weitestgehend sauber aber kommt in den nebligen Szenen doch ins Schwanken. Trotz dieser geringen Mängel immer noch ein ordentlicher Transfer.

TON

Harte und der Zarte, Der

Warum der deutsche angeblich in Mono vorhanden sein soll, kann ich nicht nachvollziehen. Im normalen Surroundmodus kann der Film zwar insgesamt nicht viel reißen, aber da klingen alle Audiotracks bis auf den Italienischen gleich gut. Die Dialoge kommen sauber und verständlich aus dem Center-Kanal während sich die Musik und die Soundeffekte sich hauptsächlich über die Frontstage verteilen. Überlappungen finden nicht statt. Ein Hintergrundrauschen konnte auf dem deutschen Track auch nicht festgestellt werden. Ohne viel Tamtam bietet der Track eine solide Klangkulisse, die allerdings nicht die komplette Soundstage ausnutzen kann. Solide.

EXTRAS

An Extras gibt es tatsächlich nicht mal einen Kinotrailer von “Der Harte und der Zarte”. Dafür präsentiert sich der Film in seiner ungeschnittenen Fassung. Das alte Videotape hatte einige kleine Schnitte aufzuweisen.

FAZIT

Mit seinem Buddy-Cop Film hat sich Regisseur Bob Clark irgendwie zwischen die Stühle gesetzt. Zwischen hysterischer Komik und harter Krimigeschichte taumelt der Film zwischen Dan Aykroyd und Gene Hackmann hin und her ohne in beiden Bereichen richtig punkten zu können. Trotzdem wird der Film aber nicht langweilig. Bei der DVD darf man sich wenigstens über die originale Tonspur freuen, die den eigentlichen Kontext des Films wiederherstellt. Ausleih-Tipp.



Kay Pinno


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