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Hellraiser 8 - Hellworld   

Hellraiser 8 - Hellworld
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Original: Hellraiser Hellworld   (USA, 2004)
Laufzeit: 92 Minuten (PAL)
Studio: Universum / Falcom
Regie: Rick Bota
Darsteller: Katheryn Winnick, Lance Henrikson, Henry Cavill, Khary Payton, Doug Bradley u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Kommentar, Making of, Trailer
Preis: ca. 20 €
Wertung: 2-/ 3 / 3+ (Bild/Ton/Extras)


"Party @ Hölle.com!"

Nach dem doch eher desaströsen “Hellraiser Deader” besinnt sich Regisseur und Kameramann Rick Bota wohl doch auf seine guten Wurzeln aus der “Tales from the Crypt”-Zeit. Niemand sollte sich übrigens bei Teil 8 der “Hellraiser”-Serie von dem vermeintlichen Videospiel- und Online-Zusammenhang, der in Genrefilmen bisher nie zu etwas Gutem gereicht hat, abschrecken lassen. Das seltsame und nicht wirklich erklärte Multiplayer-Spiel “Hellworld” dient im Film nur dazu, eine Bande von relativ ahnungslosen Teenagern (oder sind es doch eher Twens?!) zu einer abgelegenen Party-Höh(l)le zu lotsen, in der eine geheime “Hellraiser”-Orgie einschließlich Swinger-Maskerade gefeiert werden soll. Interessant wird diese subkutane Kulturveranstaltung, weil der mysteriöse Gastgeber niemand anders als Lance Henriksen ist. Der outet sich gleich als großer Cenobiten-Fan und protzt vor seinen jungen Gästen mit seinen erstaunlichen Memorabilia - einschließlich natürlich der Le Marchand Konfiguration. Aus dem coolen Spaß wird jedoch schnell blutiger Ernst als die Party eine befremdliche Eigendynamik entwickelt: zwischen den Gästen scheinen die Cenobiten herumzuschleichen, aber niemand scheint darauf zu reagieren. Als nach den ersten Todesopfern die Polizei vor dem Haus auftaucht, scheint die Rettung zum greifen nah. Doch wieder scheint niemand die Hilferufe der “Tweenager” wahrzunehmen. Gefangen im Höllenhaus der Cenobiten müssen sich die noch Überlebenden plötzlich einer tödlichen Erkenntnis stellen: Gibt’s die Hölle auf Erden außerhalb der Mattscheibe tatsächlich? Rick Bota liefert hier übliche Genre-Kost auf dem Niveau einer durchschnittlichen “Tales from the Crypt”-Episode ab, die mit einem wirklich gelungenen Twist zum Ende des Films aufwarten kann. Zudem werden reichlich viele Selbstreferenzen im Stil von “Scream” aufgefahren, was den Film gerade in Hinblick auf sein doch dramatisches Finale amüsant macht. Leider wird das knappe TV-Episoden-Material dabei auf eine Länge gestreckt, die den Slasherplot in der Mitte des Films deutlich dünn werden lässt. Neben Teil V gehört diese Folge aber trotzdem zu den guckbareren Hellraiser-Nachgeburten.

BILD

Hellraiser 8 - Hellworld

Bildtechnisch ist die Scheibe von der gleichen Qualität wie Teil 7: dem anamorphen Widescreen-Transfer (1.85:1) liegt eine sehr gute Vorlage zu Grunde. Es gibt keine analogen Verunreinigungen zu beanstanden. Schärfe und Kontrast sind durchweg sehr gut und sorgen für ein sehr detailreiches und klares Bild. Die Farben sind kräftig, aber trotzdem nicht zu aufdringlich, was dem Film einen sehr realen Look verleiht. Der Schwarzlevel ist sehr tief aber trotzdem detailreich. In einigen Szenen wird das Schwarz aber deutlich milchiger und ein wenig grieselig. Bildelemente werden aber nicht verschluckt. Die Kompression bleibt sauber und liefert ein stabiles Bild. Artefakte oder Hintergrundrauschen treten nicht auf. Insgesamt bleibt der Transfer noch gut.

TON

Hellraiser 8 - Hellworld

Tontechnisch bieten der deutsche und englische DD5.1 Track auch hier wieder gute Hausmannskost für die Ohren. Das gesamte Soundfeld wird ordentlich aber nicht übermäßig bedient. So bleibt der Film häufig stark auf die Frontstage konzentriert. Bis auf hektische Überblendungen und wabernden “Traumsounds” bekommen die Ohren durch den Film aber auch nicht viel geboten. Einzig die größeren Partyszenen bieten ein wenig mehr ambiente Sounds. Ansonsten sitzen die Dialoge gut verständlich und fest im Centerkanal. Störende Überlappungen bei der spärlich eingesetzten Musik gibt’s nicht zu beklagen. Solide.

EXTRAS

Auf dem Audiokommentar zu “Hellraiser Hellworld” sind wieder Regisseur Rick Bota und der immer zuverlässige Make-Up-Mann Gary Tunnicliffe zu hören. Dazu gesellen sich noch Drehbuchautor Joel Soisson und Produzent Nick Phillips. Ohne Pause und mit viel Humor plaudern die vier Jungs über die schwierige Entwicklung des Projekts und die sehr knapp budgetierte Produktion in Rumänien. Dazu haben sie zahlreiche Anekdoten vom Dreh und von der Storyentwicklung des Films auf Lager. Hier beweist sich wieder mal, dass ein Audiokommentar unterhaltsamer als der eigentliche Film sein kann. Eine sehr nette Reise in die Welt der Low-Budget-Filmerei.

Das 13-minütige “Making of” ist wieder eine nette Sammlung von Interviewschnipseln mit Regisseur Bota und den Darstellern Kathery Winnick und Khary Payton, die einige Highlights ihrer Erfahrung aus der Produktion mit den Zuschauern teilen. Dazu gibt’s noch passende Behind-the-Scenes Clips vom Dreh, die die lustigen aber auch sehr kalten Bedingungen beim Dreh in Rumänien zeigen. Rick Bota gibt sich hier wieder sehr locker und verrät auch, wie er Lance Henriksen zufällig vor Ort in einer Kneipe getroffen hat und ihn für den Film gewinnen konnte. Abschließend kann die Scheibe noch mit einem Trailer aufwarten.

FAZIT

Zwar deutlich besser als “Hellraiser Deader” zeigt auch “Hellraiser Hellworld”, dass Pinhead leider immer weiter die Luft ausgeht. Dennoch hat der achte “Hellraiser”-Film ein paar Qualitäten, die ihn dennoch halbwegs goutierbar werden lassen. Die Scheibe von Universum bietet dazu eine durschnittliche Qualität und wenige obligatorische Extras. Für Genrefans in Experimentier-Laune ist der Gang in die Videothek deshalb sicher ausreichend.



Kay Pinno


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