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Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs   

Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs
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Original: LotR: The Return of the King   (USA, 2003)
Laufzeit: 192 Minuten (PAL)
Studio: Warner
Regie: Peter Jackson
Darsteller: Elijah Wood, Ian McKellen, Sean Astin, Viggo Mortensen, Christopher Lee, u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD-EX5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: 2 EPKs, National Geographic-Special u.m.
Preis: ca. 20 €
Wertung: 2 / 1-/ 3- (Bild/Ton/Extras)


"Am Ende aller Dinge!"

Trotz des riesigen Erfolgs des letzten Kapitels der “Herr der Ringe”-Trilogie waren die Meinungen über den Film doch sehr geteilt. War “Die Zwei Türme” schon eine ausgewachsene Kriegsmär so steigert sich dies in die “Rückkehr des Königs” nochmal um ein zigfaches. Nachdem Sarumans Armee in Helms Klamm gestoppt wurde, feiern die Helden um Aragorn, Legolas und Gimli im Königreich Rohan ausgiebig. Auch die beiden Hobbits Merry und Pippin sind wieder bei ihren Freunden zurück. Doch das Glück ist nur von kurzer Dauer. Der finstere wie körperlose Sauron rüstet selbst zur großen Vernichtungsschlacht gegen die Menschheit. Eine mehr als 20 mal größere Streitmacht aus Orks, Trollen, Südländern, Ostlingen und Korsaren schickt er gegen das Königreich Gondor, in dem der verzweifelte Truchsess Denethor (John Noble) machtlos und verbittert seinem Schicksal ins glühende Auge von Mordor sehen muss. Ringträger Frodo kommt währendessen mit seinen Begleitern Sam und Gollum immer tiefer in das finstere Land Mordor, um den Einen Ring im Schicksalsberg zu zerstören. Auch wenn “Die Rückkehr des Königs” in der Kinofassung nicht so holperig daherkommt wie “Die Zwei Türme” sind die Sprünge und Auslassungen trotz der schon epischen Länge doch sehr deutlich zu spüren. Schon der Anfang kann einem richtige Bauchschmerzen machen. Die aus dem zweiten Teil verschobene Erinnerungssequenz von Gollums Vergangenheit wird hier völlig emotions- und nutzlos für den Rest des Films verheizt. Auch das letzte Kapitel von Saruman (einschließlich dem Fehlen der Verwüstung des Auenlandes!) wird abrupt und undankbar zugeschlagen wie ein stinkender Klodeckel. Nein Herr Jackson, an dieser Stelle haben sie wirklich Mist gebaut! All dies hätte eben doch besser in “Die Zwei Türme” gehört. Doch auch in der Gestaltung der vorhandenen Story-Elemente ergeben sich einige Schwierigkeiten. Aragorns finaler Wandel vom Waldläufer zum verantwortungsvollen König geschieht eben einfach mal so, da er (wenigstens in der Kinofassung!) fast kaum etwas zu tun hat. Noch problematischer ist die Figur von Denethor, dessen absurdes Verhalten sich dem Zuschauer überhaupt nicht mehr erschließt, und deshalb ebenfalls völlig belanglos wird. Es bleibt zu hoffen, dass die Extended Version von “Die Rückkehr des Königs” diese und weitere Löcher (u.a. Kampf zwischen dem Hexenkönig und Gandalf, die Häuser der Heilung und Saurons Mund) stopfen wird. Ansonsten setzt der Film auf prallen Gigantismus, der technisch perfekt inszeniert ist. Auch wenn die Schlachten hier etwas heftiger ausfallen als in “Die Zwei Türme” untertreibt Jackson wieder die Fiesheit des enormen Gemetzels (immerhin gibt es aber wenigstens die “psychologische” Kriegsführung der Orks zu sehen!). Hervorragend gelungen ist jedoch das letzte Kapitel der Reise der Hobbits zum Schicksalsberg. Allein der Kampf mit der scheußlichen Kankra dürfte wohl bei vielen Zuschauern für einige Alpträume sorgen. Doch auch das Drama zwischen dem schicksalsbeladenen Mordor-Trio wird immer heftiger. Schlussendlich wandelt sich auch Gollum vom bemitleidenswerten Geschöpf zum geliebten Hassobjekt - einer Ausgeburt aller menschlichen Negativismen. Gandalf und Pippin liefern in der belagerten Stadt Minas Tirith ebenfalls eine gute Vorstellung ab. Trotzdem bleibt die Kinofassung von “Die Rückkehr des Königs” in der Tradition seiner Vorgänger: ein langes Preview auf den einzig fertigen Film in der Special Extended Version, die ca. eine Stunde an zusätzlichem Material enthalten soll.

BILD

Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs

Au weia! Wie bekommt man satte 192 Minuten Film in Pal auf nur eine DVD-Scheibe ohne Qualitätsverlust? Die Antwort ist simpel: gar nicht! So sehr sich die Techniker Mühe gegeben haben, sind die Zeichen der Platznot nicht zu übersehen. Zusätzlich wurden auch nur knapp acht Gigabyte der Scheibe (9 GB sind möglich) ausgenutzt. Die Vorlage zum anamorphen Transfer (2.35:1) selbst bietet keinen Grund zur Klage. Sauber und fehlerfrei sind keine analogen Verschleißspuren festzustellen. Um der erhöhten Kompression Herr zu werden wurden deutlich Rauschfilter eingesetzt, die aber ein dauerhaftes Grundrauschen in den Hintergründen nicht verhindern kann. An einigen Stellen lassen sich auch seichte Nachzieheffekte feststellen. Die Schärfe des Bildes schwankt aus diesem Grund in verschieden Szenen ohne das Bild aber vollständig zu “verschleiern”. Der Kontrast ist aufgrund der besonderes Farbgebung des Films sehr harsch ausgefallen, wodurch besonders in Minas Tirith die weißen Gebäude zu grell und überscheinend wirken. Insgesamt ist die Farbkorrektur für den Film nicht wirklich gelungen. Während der Feierlichkeiten in Rohan sind die Farben viel zu stark und der Schwarzlevel insgesamt etwas zu tief geraten. Dieses Phänomen tritt vereinzelt auch an anderen Stellen auf. Insgesamt wirken die Farben in diesem Film etwas zu künstlich, was zum Teil sicherlich gewollt ist, aber in der Form ein wenig stört.

TON

Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs

Der Dolby Digital-Ex Track lässt es wie bei den Vorgängerfilmen so richtig krachen. Der Bass und die Surroundaktivität wird voll aufgedreht und liefern ein bombastisches Heimkinoerlebnis. Die durchdringende Musik von Howard Shore hat gegenüber den Soundeffekten teilweise sogar den großeren Bass-Anteil, da in der Musik auch das Wumpern der Kriegstrommeln mit simuliert wird. Spätestens wenn die Kriegselefanten auftauchen ist aber Schluss mit Lustig und das Wohnzimmer wird endgültig zur Erdbeben-Zone. Auch an direktionalen Effekten wird nicht gegeizt. Besonders beim Auftreten der fliegenden Ringgeister wird die volle 360-Grad-Kulisse genutzt. Trotz all dieser positiven Eigenschaften kommen dadurch an einigen Stellen (besonders in der Originalfassung!) die Dialoge im Center deutlich zu kurz. Hier hätten die Dialoge deutlich besser an die phänomenale restliche Soundkulisse angepasst werden müssen. Trotzdem sehr gut.

EXTRAS

Nicht nur aufgrund des früheren Erscheinungstermin (Mai statt wie bei den anderen Teilen im August!) der Kinofassung von “Die Rückkehr des Königs” schleicht sich das Gefühl einer Schnellschuss-Reaktion von Warner ein. Waren die beiden vorigen Erscheinungen der Kinofassungen der “Herr der Ringe”-Filme eine ausgeklügelte PR-Veranstaltung für die Nachfolger, scheint das PR-Interesse plötzlich erlöschen. Nicht mal eine wie sonst übliche Vorschau auf die verlängerte Version des Films hat sich diesmal auf die zweite Extra-DVD geschlichen. Dafür gibt es zwei recht gut verpackte “Making of” Segmente. Die “Visionen eines Regisseurs” (ca. 23 Minuten) sind nochmal ein knapper Rückblick auf das komplette Unterfangen, “Der Herr der Ringe” auf die große Leinwand zu bringen. Neben gnadenlosem Schulterklopfen gibt es hier endlich ein paar kurze Ausschnitte aus Peter Jacksons Werbevideo für die Verfilmung zu sehen, die er den Studios vorgelegt hat. Ansonsten gibt’s hier nichts neues zu erfahren. Das 27-minütige “Making of” ist zur Hälfte eine Wiederholung von “Die Visionen eines Regisseurs”. Auch hier geht es hauptsächlich um die gesamte Trilogie. Über die tatsächliche Arbeit an “Die Rückkehr des Königs” wird kaum ein Wort verloren. Äußerst enttäuschend. Außerdem dürfen auch die obligatorischen Mini-Features von lordoftherings.net (6 Stück insgesamt) nicht fehlen, die einige kleine Details über die Produktion enthüllen. Eine Besonderheit ist das einstündige National Geographic Special zu “Die Rückkehr des Königs”. Hier werden mit vielen Ausschnitten aus allen Filmen (u.a. gibt es auch Teilszenen aus “Die Rückkehr des Königs” zu sehen, die nicht in der Kinofassung enthalten sind: Merry bewirbt sich bei König Theoden, das Trinkspiel zwischen Gimli und Legolas, Gandalfs Begegnung mit dem Hexenkönig) thematische Parallelen zu historischen Figuren und Ereignissen gezogen, um die Geschichte des “Herr der Ringe” ein wenig mit Authentizität anzufüttern. Sehr interessant. Außer verschiedenen Trailern wurde nicht mal das Musikvideo zu Annie Lennox Oscar prämierten Song “Into the West” auf die Scheibe gepackt. Dafür gibt es mal wieder eine Vorschau auf das dreuende Computerspiel von Electronic Arts - wer’s braucht.

FAZIT

Ausgerechnet bei dem erfolgreichsten Eintrag in der “Herr der Ringe”-Serie hat Warner anscheinend das Interesse an einem ordentlichen Release der Kinofassung verloren. Das soll nicht heißen, dass die Scheibe eine schlechte Qualität besitzt. Doch das Fehlen einer Vorschau auf die längere Fassung des Films sowie das Musikvideo zu Annie Lennox “Into the West” werden hier schmerzlichst vermisst.



Kay Pinno


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