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Hollow Man 2   

Hollow Man 2
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Original: Hollow Man 2   (USA, 2006)
Laufzeit: 88 Minuten (PAL)
Studio: Sony Pictures
Regie: Claudio Faeh
Darsteller: Peter Facinelli, Laura Regan, Christian Slater u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Tr
Extras: Making of, Storyboard-Vergleich u.m.
Preis: ca. 20 €
Wertung: 1-/ 2 / 1- (Bild/Ton/Extras)


"Unsichtbare Gefahr!"

Nachdem Paul Verhoeven mit seinem äußerst durchwachsenen “Hollow Man” seinen Abschied von Hollywood nahm, um in Europa mal wieder richtig einen Drauf zu machen, hat sich Sony aus welchem seltsamen Grund auch immer zu einer Fortsetzung hinreißen lassen. Die erblickt aber natürlich nur das Licht der digitalen Welt. Zu Recht muss man leider feststellen, wobei dies eigentlich noch schmerzlicher als beim ersten Teil verbucht werden muss. Hatte Verhoevens Film um einen unsichtbaren Wissenschaftler schon die Anlage, die finsteren Seiten einer “unsichtbaren” Persönlichkeit auszuloten und die geistige Korruption, die mit einem solchen Zustand einhergeht, zu betrachten, geht “Hollow Man 2” inhaltlich sogar noch konsequent weiter. Nachdem also im ersten Teil das wissenschaftliche Personal komplett verschlissen wurde, muss der zuständige Konzern erstmal umstrukturieren. Um einen Neustart des Projekts zu finanzieren, wird erstmal fleißig mit CIA und NSA kooperiert, um den ultimativen Terrorschutz unsichtbar an den Start zu bringen. Doch auch diesmal läuft etwas bei den Experimenten schief. Als auf einer Party einer der zuständigen Wissenschaftler einen äußerst unangenehmen wie tödlichen “Unfall” erleidet, wird Jungspunt-Ermittler Frank Turner (Peter Facinelli) auf den Plan gerufen. Nachdem er am Tatort erstmal ordentlich von der “Nationalen Sicherheit” abgekanzelt wird, bekommt er doch noch einen Job: er soll die Kollegin des Ermordeten (Laura Regan) überwachen. Schneller als der ahnungslose Turner aber “unsichtbare Gefahr” denken kann, hängt ihm und seinem Schützling der hohle Heini schon am Hacken. Ebenso wie die übereifrigen Staatsdiener. Als logische Konsequenz macht Turner einen auf Dr. Kimble und begibt sich auf die ermittelnde Flucht nach vorn. Leider machen die blassen Mimen Facinelli und Regan keine gute Figur, was den Film wirklich enorm herunterzieht. Zudem wimmelt der Plot von vielen dämlichen wie unlogischen Handlungsweisen, bei denen man vor Schmerz aufstöhnen möchte (und auch sollte!!!). Und darin sind die obligatorisch platten Anbaggerversuche des Cops und der offensichtlich dafür ausgelegten Tech-Tussi nicht mal mitgerechnet. Dafür serviert der Film schlussendlich eine bitterböse Hintergrundgeschichte, die es wirklich in sich hat.
***ACHTUNG SPOILER***
Der Konzernchef will schließlich lieber seinen politischen Freunden als dem Staat mit dem Unsichtbaren in die Hände spielen. Deshalb wird für die offiziellen Auftraggeber der Tod des Subjekts fingiert. In Wirklichkeit geht der Unsichtbare nun aber für die Republikaner auf Killertour, um politische Gegner auszuschalten. Die mentale Instabilität, die das Unsichtbarkeitsserum auslöst, lässt ihn schließlich zu einem unkontrollierten Serienkiller mutieren. Das bringt die Verschwörer in peinlichen Zugzwang, weshalb die Wissenschaftlerin als Köder für den unsichtbaren Killer ausgelegt wird.
***SPOILER ENDE***
Dazu gibt’s einen netten “Gastauftritt” von Paul Verhoeven, der das Sequel sogar mitproduzierte, was vielleicht auch die gute Backstory erklärt. Ebenfalls gruselig gelungen ist eine sehr schön schaurige Hommage an Cronenbergs “Die Fliege”. Wer also seine Erwartungen herunterschraubt, kann auch mit “Hollow Man 2” noch einen ganz vergnüglich trashigen Nachmittag erleben.

BILD

Hollow Man 2

Der anamorphe Widescreentransfer (2.35:1) ist absolut gestochen scharf und basiert entsprechend auf einer brillanten Vorlage. Verunreinigungen oder Bildpunkte sind hier nicht existent. Der Kontrast ist sehr gut ausgewogen und bleibt auch in den vielen dunklen Szenen nicht zu stark oder matschig. Die eher desaturierte Farbpalette ist sehr kräftig, was sich besonders in der Anfangssequenz auf der noch farblich “bunten” Party zeigt. Ansonsten spielt der Film eher in düster bleichen Szenerien. Der Schwarzlevel ist sehr tief aber trotzdem detailreich. Bildelemente werden in den dunkleren Szenen nicht verschluckt. Die Kompression läuft tadellos und zeigt weder Artefakte noch Hintergrundrauschen. Sehr gut.

TON

Hollow Man 2

Der Sound in DD5.1 ist ebenfalls ziemlich gut gelungen und kann mit einigen schönen ambienten Effekten aufwarten. Die Ortung des Unsichtbaren über die Soundkulissen funktioniert hervorragend. Auch die Stimmen werden dafür auch in die Surroundkanäle verlegt. Die Musik verteilt sich ebenfalls gut über die gesamte Soundstage, ohne das störende Überlappungen auftreten. Die Dialoge sind vornehmlich im Centerkanal positioniert, aber scheren gelegentlich auch deutlich in die Surroundkanäle. Der Text bleibt dabei immer gut verständlich. Ein solider Track, der seine Surroundmöglichkeiten ordentlich nutzt.

EXTRAS

“Hinter den Kulissen von Hollow Man 2” (ca. 17 Min.) ist eine wirklich sehr gelungene Making of Featurette, die nicht dem üblichem Promo-Fluff entspricht. Nach einer kurzen Einführung in das unsichtbare Thema des Films - mit Bezug auf den ersten Teil - widmet sich die Doku sehr stark der Realisierung der Spezialeffekte. Die stammen aber diesmal größtenteils nicht aus dem Computer sondern für hauptsächlich praktisch am Set mit den erstaunlich einfachsten Mitteln angefertigt. Dazu gibt’s auch einige schöne Kommentare der Schauspieler über diese besondere Form der Arbeit. Sehr schick ist zum Schluss auch die Fragerunde an die Beteiligten, was sie eigentlich machen würden, wenn sie unsichtbar wären. Besonders ehrlich - und passend zu seiner Rolle - äußerst sich dabei Christian Slater. Ein echter Schmunzler.
Bei den “Special Effects Entwicklungsstufen” (ca. 7 Min.) darf man bei sieben Szenen die Zwischenschritte der “Invisible”-Computeranimation verschiedener Effekte betrachten. Dabei werden zunächst die einzelnen Plates bis zur finalen Version gezeigt, um abschließend einen Splitscreen-Vergleich aller Stufen zu zeigen.
Der “Storyboard-zu-Film-Vergleich” (ca. 5 Min.) ist auch eine recht gelungene Sache: im Splitscreen-Verfahren sind nicht nur Film und Storyboards der kompletten Anfangssequenz auf der Party zu sehen, sondern ebenfalls in einem Fenster Regisseur Claudio Faeh, der parallel dazu seine Storyboardentwicklung erläutert. Sehr schön. Eine Bildergalerie zeigt noch weitere Storyboards vom Finale des Films.
Ein Trailer zum Film ist nicht vorhanden.

FAZIT

Für dieses Sequel stand Paul Verhoeven nur noch als Produzent zur Verfügung. Trotz einer soliden Hintergrundgeschichte stößt einem die unsichtbare Hatz dank schwacher Hauptdarsteller und zahlreichen Ungereimtheiten übel auf. Technisch macht die Scheibe immerhin eine gute Figur und muss sich deshalb nicht gleich in Luft auflösen.



Kay Pinno


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