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Hot Chick - Verrückte Hühner   

Hot Chick - Verrückte Hühner
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Original: The Hot Chick   (USA, 2002)
Laufzeit: 101 Minuten (PAL)
Studio: Buena Vista
Regie: Tom Brady
Darsteller: Rob Schneider, Anna Faris, Matthew Lawrence, Eric Christian Olsen u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Englisch, Russisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Fr, Spa, It, Ru, Ar
Extras: Kommentar, Making of, Deleted Scenes u.m.
Preis: ca. 20 €
Wertung: 2+/ 2 / 2+ (Bild/Ton/Extras)


"Das tapfere Schneiderlein"

Irgendwie ist Rob Schneider schon eine komische Wurst. Der Komödien-Knirps dürfte den meisten aus seinen zahlreichen Nebenrollen (u.a. “Demolition Man” und “Judge Dredd”) bekannt sein. Davon ist aber nur sein Auftritt neben Jean Claude van Damme in dem ziemlich unterschätzten “Knock Off” erwähnenswert. Da darf Schneider als Modeheini den Hintern des Belgiers mit einem Aal versohlen. Ansonsten ist der Ex-“Saturday Night Live” Komiker in Filmen eher ein nerviger Ballast, den man gerne über Bord werfen würde. Doch was ist das??? In seinem dritten selbstgeschriebenen Film mutiert die Nervensäge doch tatsächlich zum Sympathieträger. Durch einen magischen Ohrring vertauschen der verkommene Strauchdieb Clive (Rob Schneider) und die fiese Highschool-Queen Jessica unfreiwillig die Körper. Während der weibliche Clive schnell nutzen aus seinem neuen Körper zieht, hat Jessica alle Mühe sich mit ihrer männlichen Seite zu arrangieren. Zudem scheint auch noch ihre beste Freundin April (wieder einmal das unschlagbare Girlie Anna Faris), bei der Jessica jetzt untergetaucht ist, langsam Gefühle für sie zu entwickeln. Auch steht der entscheidende Cheerleader-Wettbewerb bevor, bei dem Jessica als Mann ja nicht auftreten kann. Verzweifelt sucht Jessica mit ihren Freundinnen nach einer Lösung für ihre zahlreichen Probleme. Die Welt mit anderen Augen zu sehen kann einen Menschen schon verändern. Das trifft wohl auch auf Rob Schneider zu. Der Komiker hängt sich richtig rein und liefert eine wirklich gute Vorstellung ab. Dabei hilft auch die wundervolle Anna “Scary Movie” Faris fleißig mit. Letzlich legt es “Hot Chick” auch nicht auf geschlechtsgewandelten Gross-Out Humor an, sondern will tatsächlich Gefühle und eine positive Botschaft vermitteln. Das ist wahrlich eine gute Verwandlung für Schneider.

BILD

Hot Chick - Verrückte Hühner

Der anamorphe Widescreen-Transfer (1.85:1) kann sich sehen lassen. Die Vorlage ist in sehr gutem Zustand, weshalb Dreckspuren oder andere Verunreihnigungen nicht zu sehen sind. Die Schärfe ist recht gut, aber der Kontrast kommt ein bisschen zu stark daher. Dies führt in Tageslichtsequenzen oft zum Überscheinen der Konturen. Die Farben sind kräftig, aber wirken noch natürlich. Die leicht pastellene Farbpalette des Films wird gut wiedergegeben. Der Schwarzlevel ist ordentlich tief ohne dabei Details zu verschlucken. Die Kompression hält hässliche Artefakte vom Bild fern und sorgt für einen stabilen Filmgenuss. Ein wirklich ordentlicher Transfer.

TON

Hot Chick - Verrückte Hühner

Der Dolby Digital 5.1 Sound kommt seiner Arbeit gut nach. Obwohl die Surroundaktivität durch die Komödie nicht sonderlich beansprucht wird, verbreitet sich doch eine gute Atmosphäre. Besonders die zahlreich eingespielten Songs verteilen sich komplett über die Surroundkanäle. Ansonsten kommen hier nur die Hintergrundatmsophäre wie in der Disco-Sequenz ein wenig zum tragen. Die Dialoge sind gut verständlich und fest im Center verankert. Die Abmischung verhindert störende Überlappungen zwischen Musik, Sound und Dialogen. Ebenfalls eine solide Arbeit, die aber kaum überraschen kann.

EXTRAS

Obwohl der Film letztlich gar nicht mehr in die deutschen Kinos kam, hat Buena Vista dem Film das volle Bonusmaterial spendiert. Der Audiokommentar mit Regisseur Tom Brady ist ein erstaunlich informativer Blick in die Entstehung und Entwicklung des Films. Mit kurzen szenenspezifischen Comedy-Analysen, Erfahrungsberichten über die Zusammenarbeit mit den Schauspielern und zahlreichen Veränderungen am Film kann der Kommentar überzeugen. Statt platter Bemerkungen - wie bei Komödienkommentaren schon mal üblich - serviert einem Brady einen hübschen Kessel Buntes, der beim Zuhören auch Spaß macht. Das “Luder-Jahrbuch” enthält das “Making of” (ca. 31 Minuten), dass in vier Abschnitte unterteilt ist. Mit viel Behind-the-Scenes Material angereichert bekommt der Zuschauer tatsächlich einen umfassenden Einblick in die Produktion. Auch wenn die Interviews manchmal etwas PR-Charakter haben, scheint doch der Spaß und Enthusiasmus der Beteiligten durch. Für eine solche Komödie ist ein derartiges Making of fast schon zu ausführlich. In den mehr als 16 geschnittenen und verlängerten Szenen (gute Qualität in Standard-Widescreen) gibt es einige interessante Momente zu entdecken, die auch Regisseur Tom Brady in seinem Audiokommentar erwähnt. Trotzdem ist nichts dabei, was man im Film wirklich vermissen würde. Vermisst werden allerdings die Outtakes des Films, von denen nur einer im Abspann des Films zu sehen ist. Statt des Trailers zum Film gibt es noch ein Musikvideo von Zed mit dem Titel “Starlight”.

FAZIT

Als Körpertausch-Komödie hat “Hot Chick” tatsächlich alle Trümpfe in der Hand. Rob Schneider spielt hier zum ersten Mal in seinem Leben eine richtig gute (Doppel-) Rolle. Da der Film bei uns nicht einmal mehr im Kino lief, darf man sich über die gut ausgestattete Scheibe von Buena Vista freuen. Die rundum gelungene Komödie ist ein echter Geheimtipp. Empfohlen.



Kay Pinno


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