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In Hell   

In Hell
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Original: In Hell - Rage Unleashed   (USA, 2003)
Laufzeit: 96 Minuten (PAL)
Studio: Star Media
Regie: Ringo Lam
Darsteller: Jean Claude van Damme, Lawrence Taylor, Marnie Alton, Malakai Davidson u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS Deutsch DD5.1+DS Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Behind the Scenes, Trailer u.m.
Preis: ca. 20 €
Wertung: 2+/ 1 / 4 (Bild/Ton/Extras)


"Der Knast der lebenden Leichen."

Ringo Lam, einst einer der großen Regisseure Hongkongs (“City on Fire”, Prison on Fire”), dreht seine Filme seit “Maximum Risk” in den USA. Und wie in diesem gelungenen Action-Thriller ist sein Star auch in “In Hell” das belgische Muskelpaket Jean-Claude Van Damme. Der muss sich vor einem russischen Gericht verantworten, weil er den Vergewaltiger seiner Frau im Gerichtsgebäude getötet hatte, nachdem der Verbrecher mit Hilfe einiger Bestechungsgelder frei gesprochen worden war. Aufgrund dieser unverfrorenen Missachtung des Gerichts wird Van Damme zu lebenslänglicher Haft im härtesten Gefängnis Russlands verurteilt. Dort herrschen üble Zustände. Wer sich nicht wehrt wird gegen Geld an andere Gefangene verkauft, die was zum Ficken brauchen. Das Territorium wird von unterschiedlichen Banden beherrscht. Um die ständig auftretenden Konflikte zu kanalisieren, veranstalten die Wärter Faustkämpfe ohne Regeln, die bis zum Tod geführt werden. Nachdem er sich zunächst willenlos in sein Schicksal gefügt hat, steigt Van Damme schließlich zum Star dieser Kämpfe auf, bis er merkt, dass er nur eine Marionette der grausamen Verhältnisse ist. Ringo Lam erzählt seinen Film mit übler Härte, die nicht jedermanns Sache sein wird. Der Knastalltag besteht aus ständiger Brutalität, die mit psychischer Folter auf die Spitze getrieben wird. Konsequent inszeniert er die völlige Entmenschlichung Van Dammes, der schließlich nur noch ein funktionierendes Wrack ist. Wie die meisten Gefangenen wurde auch er eine lebende Leiche, ohne jegliche Emotionalität, ein brutaler Roboter. Durch die philosophischen Kommentare seines Zellengenossen, der jeden umbringt, der zuviel redet, erkennt Van Damme aber schließlich die Umstände und versucht, das Systems durch reine Willenskraft zu brechen. Die Mischung aus extrem hartem Knastfilm und der moralischen Wandlung bleibt seltsam anzuschauen. Irgendwie hat das Konzept hinter “In Hell” etwas, obwohl die Inszenierung einer Motte als einzigem Freund Van Dammes, bzw. die messiasartige Entwicklung dieser Figur etwas gewöhnungsbedürftig bleiben.

BILD

In Hell

Wie es sich für einen neuen Film gehört macht “In Hell” eine gute Figur auf DVD. Bildpunkte oder Dreckspuren sucht man vergeblich. Die düstere Atmosphäre des Gefängnisses wurde in guter Qualität auf die Scheibe übertragen. Auch in dunklen Sequenzen bleibt der Film angenehm detailreich, die unterschiedlichen Schattierungen werden gut wiedergegeben. Der Schwarz-Level ist kräftig.


TON

In Hell

Vor allem im Finale bekommt “In Hell” eine satte Surround-Kulisse, bei der man denkt, selbst im wilden Getümmel zu sein. Ähnliches gilt für die Kämpfe, bei denn die Jubelschreie und der Applaus aus allen Boxen tönen. Neben diesen Sequenzen, die Surroundsound verlangen, fällt der Rest des Filmes naturgemäß ein wenig schmaler aus. Aber auch hier gilt: Im entscheidenden Moment schwillt die Musik mit hübscher Dynamik an. Die Dialoge sind rauschfrei und gut zu verstehen.


EXTRAS

Neben einer hübschen Slideshow, weist die DVD ein Making Of auf. Hier weisen alle Beteiligten darauf hin, dass sie “in Hell” für einen großartigen Film halten. Jean-Claude Van Damme ist der Meinug, es sei sein bestes Werk. Darüber hinaus erfährt man ein paar Details über die Dreharbeiten, währen der Rest im Promotion-Qualität stecken bleibt. Produktionsnotizen und ein Trailer runden die DVD ab.

FAZIT

Wer harte Filme nicht so sehr mag, sollte sich fern halten, der Rest wird gut bedient. Ob man den Anspruch hinter der Geschichte nun annimmt bleibt jedem selbst überlassen, auf jeden Fall kann man Ringo Lams Werk nicht einfach vom Tisch wischen. Technisch ist die DVD gut.



Stefan Dabrock


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