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Lake Placid 2   

Lake Placid 2
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Original: Lake Placid 2   (USA, 2007)
Laufzeit: 84 Minuten (PAL)
Studio: Sony Pictures
Regie: David Flores
Darsteller: John Schneider, Sarah Lafleur, Sam McMurray, Chad Collins, Alicia Ziegler u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
Extras: Trailer
Preis: ca. 19 €
Wertung: 2+/ 2 / 5 (Bild/Ton/Extras)


"Brackige Brühe"

Eigentlich ist “Lake Placid 2” erstaunlich, weil dieser stinkende Kadaver ein Anachronismus ist: ein Film der in allen Bereichen auf ganzer Linie versagt - auch und besonders auf der Technischen! War der erste Kinofilm eine erstaunlich gut besetzte Hommage an das Tierhorror-Genre (u.a. mit Bill Pullman, Oliver Platt und Bridget Fonda) so stellt diese Cash-In Fortsetzung eine unterirdische TV-Produktion dar, die selbst alte Schlock-Produkte aus dem Hause Corman wie Meilensteine der Filmgeschichte aussehen lässt.
Wieder einmal macht eine Riesenalligator-Brut den Lake Placid unsicher. Hierbei handelt es sich um die storytechnisch legitime Nachgeburt der im ersten Teil gesprengten menschenfressenden Handtaschen. Technisch leider überhaupt nicht. Die Tiere bestehen diesmal aus einem grob zusammengerenderten Spritehaufen, der auch gerne einfach mal durch Gegenstände trabt. Videospiel-Retrofans können hier endlich die vermissten Krokodile aus “Pitfall” wiederfinden - in exakt der gleichen Qualität! Für die Close-Ups gibt’s dann noch eine Stockpuppe, die unbeweglicher ist, als eine Kroko-Lederhandtasche am Stock. Wahrlich saubere Arbeit. Getoppt wird das ganze aber noch von einem aus dem Rechner stammenden Wasserflugzeug, das den Großwildjäger Struthers (Komiker Sam McMurray ist der einzige Lichtblick in dem Debakel, das sicherlich als Warnungsvideo bei der Schauspielergewerkschaft ein zweites Leben finden wird) ans gefährdete Gewässer bringt. Hin und wieder ist das Flugzeug in der gleichen Szene einfach weg, da man wohl sämtliche Energie in die digitalen Krokodile stecken musste. Am Ufer lauern derweil ein paar Opfer-Teenager, ein ahnungsloser Sheriff (John Schneider), eine Rangerin der Umweltbehörde (Sarah Lafleur) und die Schwester der alten Schreckschraube, die für die Schuppenbiester schon im ersten Teil die Ersatzoma gespielt hat. “Lake Placid 2” ist derart unterirdisch geraten, dass es leider auch schon nicht mehr komisch ist. Witziges Kultpotential im Sinne amüsanter Trashmovies ist hier nicht vorhanden. Falls zum Lexikon-Eintrag “Wirklich mieser Film - ganz, ganz ehrlich!” noch ein Platz frei sein sollte, gehört ein Bild von “Lake Placid 2” dorthin. Diesen peinlichen Dilettantismus sollte man dringend vermeiden.

BILD

Lake Placid 2

Im Gegensatz zum eigentlichen Film ist der Transfer recht gut geraten. Das anamorphe Bild (1.85:1) basiert auf einer sehr guten Vorlage, die keine Fehler oder Altersspuren aufweist. Schärfe und Kontrast sind sehr gut und zeigen leider nur zu deutlich, wie stümperhaft die Effekte zusammengestoppelt worden sind. Die Farben sind sehr kräftig und geben die zahlreichen Grüntöne um den See und im Wald besonders gut wieder. Der Schwarzlevel ist ebenfalls recht tief aber trotzdem immer detailreich. Bildelemente werden nicht verschluckt. Die Kompression ist stabil und liefert einartefakt- und rauschfreies Bild. Gut.

TON

Lake Placid 2

Beim Ton bietet die Scheibe einen soliden DD5.1-Klang auf Deutsch und Englisch. Die Dialoge sitzen sicher im Centerkanal, während sich die ambienten Geräusche und die Musik gut auf die Surroundkanäle verteilen. Leider suggeriert hier der Sound ein stattliches Monster, das der visuellen Erfahrung leider überhaupt nicht standhält. Das Zischen und Knurren der Riesenkrokos, das gerne mal durch die gesamte Soundstage wandert, macht sich wirklich ganz gut. Die Abmischung gibt sich insgesamt recht erfreulich. Störende Ton-Überlappungen oder Soundfehler konnten nicht festgestellt werden.

EXTRAS

Als einziges Extra wird ein Trailer zum Film mitgeliefert.

FAZIT

Bei diesem Film gibt’s nur ein Urteil: Finger weg! Dieser Schrott taugt nicht mal zum Ausleihen. Technisch gibt’s an der Scheibe nichts auszusetzen. Das hilft dem Film aber leider auch nicht.



Kay Pinno


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