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Joint Security Area   

Joint Security Area
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Original: Gongdong gyeongbi guyeok   (Korea, 2001)
Laufzeit: 110 Minuten (PAL)
Studio: Sunfilm
Regie: Chan-Wook Park
Darsteller: Byung-Hun Lee, Young-Aeh Lee, Kang-Ho Song, u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS & DD5.1 Deutsch DD2.0 Deutsch, Korean.
Untertitel: Deutsch
Extras: Interview, Musikvideos
Preis: ca. 22 €
Wertung: 3-/ 3+/ 4+ (Bild/Ton/Extras)


"Grenzgänger leben gefährlich"

Die Grenze zwischen Nord- und Südkorea: Als ein Soldat auf eine feindliche Mine tritt, erfährt er Hilfe von der Seite, von der es am wenigsten erwartet hätte. Die Feinde zeigen Mitgefühl und retten dem armen Kerl das Leben. Nach dieser kleinen Episode entwickelt sich zwischen den daran beteiligten Soldaten ein ungewöhnlicher kleiner Grenzverkehr. Gegen ale Befehle treffen sie sich als Freunde über alle Grenzen hinweg. Aber plötzlich passiert ein schwerer Zwischenfall mit Todesfolge. Der fragile Frieden an der Linie unversöhnlichen Hasses ist in Gefahr. Eine unabhängige Ermittlerin soll den Vorfall untersuchen, um so das schlimmste zu verhindern. “Joint Security Area” ist nicht nur einer erfolgreichsten Filme in seinem Heimatland Südkorea gewesen, sondern auch ein zutiefst ambitioniertes Stück Film, das zu gleichen Teilen den ungemein schwierigen Umgang mit der Grenze thematisiert, wie er spannende Unterhaltung auf hohem Niveau bietet. Das Thema der Grenze zwischen Nord und Süd ist für die Koreaner mindestens so wichtig und emotional aufgeladen, wie es die deutsch-deutsche Grenze für unser Volk war. Regisseur Chan-Wook Park versucht die Unmenschlichkeit einer absurden Situation, einem Relikt aus dem kalten Krieg, mit menschlicher Wärme entgegen zu treten. Dabei bleibt es jedoch nicht bei der simplen Botschaft, das Freundschaft Grenzen überwindet, sondern “Joint Security Area” setzt sich vielmehr mit dem geschürten Misstrauen auf beiden Seiten auseinander, das eine solche Beziehung nahezu unmöglich macht. Die Freundschaft ist bei ihm ein steiniger Weg, den man sich gegen Widrigkeiten erarbeiten muss. Geschickt balanciert er dabei die emotionale Kraft seiner Geschichte sowie den ungemein spannenden Aspekt aus. Jederzeit kann das Pulverfass hoch gehen. Der gelebte Friede zwischen Menschen, die sich eigentlich hassen müssen, ist ein hoch gefährliche Sache.

BILD

Joint Security Area

Die Vorlage des koreanischen Films ist nicht ganz einwandfrei. Teilweise schleichen sich auch etwas größere Bildfehler wie zum Beispiel bei 00:03:10 auf die DVD. Ein bisschen verdreckt ist sie hier und da auch. Das größte Problem der Bildqualität ist aber die Schärfe. Vermutlich war es nötig, den Film mittels Rauschfilter zu bearbeiten, so dass im Endeffekt zwar ein Bild herausgekommen ist, das nur noch leichte Rauschmuster aufweist, dafür aber durchgängig recht weich geraten ist. In manchen Szenen ist das sehr auffällig. Ansonsten ist die DVD optisch in Ordnung.

TON

Joint Security Area

Der Ton liegt lobenswerter Weise nicht nur in deutscher 5.1- und 2.0-Spur vor, sondern auch im koreanischen Original als 2.0-Track. Deutsche Untertitel können natürlich zugeschaltet werden. Der koreanische Ton fällt im Gegensatz zum deutschen etwas dumpfer aus und wirkt organischer in die Filmszenerie integriert. Demgegenüber kann der deutsche 5.1-Mix vor allem in den wenigen Action-Szenen glänzen, oder wenn die Musik alle Boxen ausnutzt. Die Schießereien gewinnen hier deutlich an Dynamik und Wucht. Da können weder der deutsche 2.0-Track noch der koreanische 2.0-Track mithalten. Leider ist die Synchronisation etwas metallisch künstlich, so dass die optimale Tonspur das organische des koreanischen Tons und die Wucht sowie Dynamik des deutschen 5.1-Tons beinhalten würde. Im großen und ganzen ist er Ton aber in Ordnung.

EXTRAS

Die Extras fallen recht schmal aus. Neben dem Trailer und zwei Musikvideos enthalten. Eines ist von der Gruppe Rage against the Machine zu dem Lied “Take the power back”, das andere besteht aus zusammengeschnittenen Filmszenen über die ein schmalziger koreanischer Popsong gelegt wurde. Beides ist ganz nett. Das wichtigste Segment ist sicherlich das etwa 10-minütige Interview mit dem Regisseur, das ein paar interessante Informationen enthält, aber auch nicht übermäßig weltbewegend ist.

FAZIT

Dem tollen Film hat man leider keine besonders gute DVD spendiert. Bei einem Bild, das schlechtes Mittelmaß ist, einem Ton, der sich im guten Mittelmaß einordnet, und nur wenigen Extras, muss man schon gut überlegen, ob man den Film kauft oder nur ausleiht.



Stefan Dabrock


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