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Halloween 2007   

Halloween 2007
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Original: Rob Zombies Halloween   (USA, 2007)
Laufzeit: 105 Minuten (PAL)
Studio: Senator
Regie: Rob Zombie
Darsteller: Malcolm McDowell, Tyler Mane, Brad Dourif, Scout Taylor-Compton, Daeg Faerch u.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS Deutsch DD5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Trailer
Preis: ca. 20 €
Wertung: 2+/ 1-/ 5 (Bild/Ton/Extras)


"Erklärungs-NOT"

Jeder Filmemacher hat seinen persönlichen heiligen Gral. Einen Film, der ihn stark beeinflußt und geprägt hat. Und wer schlau ist, der lässt die Finger davon. John Carpenter liebt zum Beispiel Howard Hawks und besonders dessen Western. Kein Wunder also, dass viele seiner Filme einen bestimmten Western-Touch haben, den er aber für sich selbst entwickelt hat, um anderen Genres einen interessanten Unterbau wie in “Vampires” und vor allem “Die Klapperschlange” zu liefern. Einen echten Western würde Carpenter nach eigenen Aussagen nie machen. Recht so. Rob Zombie mag hingegen zwei Filme: das originale “Texas Chainsaw Massacre” und “Halloween”. Gelang ihm nach dem schwachen “Haus der 1000 Leichen” mit “The Devils Rejects” tatsächlich eine gelungene und neue Eigeninterpretation des “Texas Chainsaw”-Mythos, so bleibt seine Sicht auf “Halloween” doch erschütternd armselig und schlichtweg nervtötend wie langweilig. Wie konnte das passieren?
Zunächst zum Offensichtlichen: Zombie, eben ganz typisch Metal-Rocker und Psychopathen-Fetischist, entscheidet sich, Michael Myers einen psychologischen Handlungsgrund unterzujubeln. Entstammt der arme Knabe (immerhin eindringlich von Daeg Faerch gespielt) doch einer fiesen White-Trash Familie und wird auch in der Schule von älteren Schwachköpfen drangsaliert. Somit konnte der zehnjährige Bursche gar nicht anders, als zunächst Tiere zu quälen und später seine Familie auszulöschen. In der Psychiartrie gerät er an Dr. Loomis (Malcolm McDowell mit schmieriger 70-er Langhaar-Frisur), der versucht, emotional an Myers heranzukommen. Hier wollte Zombie die eigentliche Entstehung des Michael Myers “Shape” dokumentieren, aber scheitert kläglich. Die Zuspitzung der Ereignisse in der Psychiatrie, die Klein-Myers destruktive Weltsicht noch verstärken, sind bestenfalls als besonders peinlich zu betrachten. Und dann ist der halbe Film schon um. Nun bleiben Zombie noch knapp 50 Minuten, um das zu schaffen, wofür Carpenter einen ganzen Film hatte. Das Resultat wirkt wie eine schlechte MTV-Parodie von Carpenters Klassiker, die einem besonders durch das dauerhafte und völlig überflüssige Gekreische der von Myers (als erwachsener von dem Hünen Tyler Mane gespielt) verfolgten Laurie (Scout Taylor Compton) gehörig an den Nerven zehrt. Wenn der Schluss dann wieder so ausschaut wie ein “Texas Chainsaw”-Remake, dann ist der Ofen endgültig aus. Mr. Zombie, please get a Life!!!

BILD

Halloween 2007

Das anamorphe Widescreentransfer (2.35:1) basiert auf einer sehr guten Vorlage, die keinerlei Defekte aufweist. Trotz des absichtlich leicht “grungigem” Look des Films sind Schärfe und Kontrast sehr gut und liefern ein sehr detailreiches Bild. Die Farben sind - soweit es die absichtlich reduzierte Palette zulässt - sehr kräftig, aber wirken nicht künstlich. Ein Überscheinen der Konturen findet nicht statt. Der Schwarzlevel ist sehr tief aber trotzdem noch ausreichend Detailreich. Dies zeigt sich besonders im Finale, das nunmal zum Großteil im Dunklen spielt. Die Kompression arbeitet ebenfalls sauber. Artefakte und Hintergrundrauschen treten nicht auf.

TON

Halloween 2007

Beim Ton kann die Scheibe wirklich punkten. Sowohl der deutsche DTS-Ton als auch die DD5.1-Pendants auf Deutsch und Englisch liefern in der gesamten Soundstage ein rundes Gefühl. Sowohl die gezielt eingesetzten Soundeffekte als auch die stimmig variierte “Halloween”-Musik füllen die Surroundkanäle gut aus. Im brachialen Finale ist sogar schon ein wenig zu viel des Guten aufgedreht worden. Das Gekreische und voluminöse Randalieren von Michael Myers sind schon fast gefährlich für ältere Boxen. Mit einem mehr als soliden Aktivbass wird die Erfahrung im Heimkino umso deutlicher. Die Dialoge sitzen derweil gut plaziert im Center und sind immer gut verständlich. Auffällige Störungen oder Überlappungen konnten nicht festgestellt werden. Sehr gut.

EXTRAS

Auf der Standard-Edition der Kinofassung in der Tin-Box ist nur ein Trailer zu finden. Schade.

FAZIT

Trotz einer funkelnden Tin-Box kann einem Rob Zombies “Halloween” auch auf DVD nichts vormachen. Durch eine technisch gute Präsentation auf der Scheibe wird dieser Film keinen Deut besser. Fans des Films werden hier eh’ lieber zur limitierten Sammleredition (Hut ab, Senator) greifen, die im Gegensatz zu dieser Ausgabe nicht nur einen großen Schwung Extras, sondern auch den Director’s Cut mitbringt.



Kay Pinno


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