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Miami Cops, Die   

Miami Cops, Die
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Original: Poliziotti della 8a Strada   (Italien / USA, 1985)
Laufzeit: 93 Minuten (PAL)
Studio: e-m-s
Regie: Bruno Corbucci
Darsteller: Bud Spencer, Terence Hill, C.B. Seay, William “Bo” Jim, Ken Ceresne u.v.a.
Format: 1.78:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD2.0 Deutsch
Untertitel: -
Extras: Bud Spencer Interview, Trailer
Preis: ca. 15 €
Wertung: 3 / 4+/ 3 (Bild/Ton/Extras)


"Cop a Cabana!"

Jawoll! Die Bullen sind in der Hütte. Als Quasi-Spätfortsetzung von “Zwei außer Rand und Band” dürfen Bud und Terence sich wieder mal die Polizeiuniform überstülpen. Aus dem unfreiwilligen Ruhestand - ordentliches Hinlangen bei Verbrechern im Plattfuss-Stil sei eben nicht mehr gefragt - kehrt der dicke Steve (eben Buddy) nach Miami zurück, um mit seinem alten Partner Doug (Hill) einen noch älteren Fall zu knacken. Im Hafen wurde schließlich die Leiche von Joe Garret (“Day of the Dead”-Favorit Richard Liberty) gefunden. Der Knilch gehörte einer dreiköpfigen Bande an, die vor Jahren erfolgreich die First National Bank in Chicago ausgeraubt hatte. An dem Fall hatten sich Doug und Steve einst die Zähne ausgebissen. Doch was hatte Garret gleich nach seiner Entlassung aus dem Knast in Miami zu suchen? Mit Hilfe eines stämmigen Indianers (William “Bo” Jim), einer kräftigen Truckerin (Rhonda S. Lundstead) und einer hübschen Informantin (Jackie Castellano) wittert unser Duo schon bald Morgenluft. Doch der kleinkarierte Polizeichef von Miami und ein intriganter Baulöwe machen den Miami Supercops einige Schwierigkeiten. Die Einflüsse des amerikanischen Cop-Films der frühen 80-er Jahre und der Erfolgsserie “Miami Vice” sind in die “Miami Cops” nicht von der Hand zu weisen. Schon die Titelsequenz ist eigentlich ein nicht gerade subtiles Rip-Off des “Miami Vice”-Vorspanns. Dazu kommt außerdem der Versuch, eine ernsthafte Krimigeschichte im Stil einer Kojak-Episode zu erzählen und dabei den Humorgehält deutlich zurückzufahren. Auch den deutschen Synchronsprechern scheint hier ein wenig die Puste auszugehen, da die geklopften Sprüche hier merklich aufgesetzter und eher dröge wirken. Diese letzte Zusammenarbeit der beiden Prügelknaben - bevor sie fast zehn Jahre später ein letztes Mal in “Die Troublemaker” die uns wohl bekannten Westernbrüder gaben - besiegelte die Ära Spencer-Hill entgültig. Der Crossover-Versuch in weniger komische Mainstreamgewässer war einfach zum Scheitern verurteilt. Zu einem Rückgriff auf bewährte Haudrauf-Muster wollte aber auch niemand mehr ansetzen. Das groß budgetierte amerikanische Kino hatte inzwischen einfach andere Maßstäbe gesetzt, an die die preiswerten wie charmant-lustigen Schlägereien von Bud Spencer und Terence Hill kommerziell nicht mehr heranreichten.

BILD

Miami Cops, Die

Das anamorphe Widescreenbild (1.78:1) basiert auf einer recht guten Vorlage. Nur ein paar kleine Bildpunkte lassen sich hier und da mal blicken. Einige Außenaufnahmen sind allerdings deutlich grobkörniger ausgefallen als der Rest des Films. Zudem ist auch ab und an ein leichtes Zeilenflimmern festzustellen. Schärfe und Kontrast sind befriedigend und liefern ein solides Bild. Die Farben sind ausreichend kräftig und nicht überstilisiert. Der Schwarzlevel ist leicht milchig und nicht sehr detailreich. Bildelemente werden in dunklen Szenen aber nicht verschluckt. Die Kompression hält das Bild stabil. Artefakte oder Hintergrundrauschen treten nicht auf.


TON

Miami Cops, Die

Tonal tut sich auf der Audiospur im Vergleich zu den bisher erschienen Spencer-Hill nichts. Audiotechnisch muss man hier aber nur mit dem deutschem Ton in DD2.0 vorlieb nehmen. Sehr gut aufgeräumt zeigt sich der deutsche Mono-Ton von seiner besten Seite. Mit gut reduziertem Rauschen und verständlichen Dialogen, lässt der Track fasst vergessen, dass der Ton schon so alt ist. Eine Surround-Aktivität findet natürlich nicht statt. Im normalen Stereomodus kann der Film gut angehört werden.




EXTRAS

Neben dem (unspektakulärem) deutschen und italienischen Trailer zum Film enthält die DVD auch ein kurzes Interview mit Bud Spencer (6 Min.) auf Italienisch mit deutschen Untertiteln. Da das Interview deutlich zusammengekürzt wurde, bleiben einige Aussagen leider etwas im Raum hängen. Dennoch ist es schön, Buddy über seine Beziehung mit Terence Hill und ihre kleinen Rivalitäten schwatzen zu hören. So bezeichnet er ihn zwar als guten Freund aber auch als Pedant. Echt niedlich. Zusätzlich gibt’s auch noch eine Slideshow mit den Aushangfotos und Biografien von Spencer, Hill und Bruno Corbucci.

FAZIT

“Die Miami Cops” bilden den Ausklang der Kino-Ära Spencer-Hill. Ein wenig traurig stimmt das Anschauen schon, da man sowohl den Helden als auch dem Material ansieht, dass die besten Zeiten wohl vorbei sind. Dennoch liefert der Film immer noch eine solide Unterhaltungsbasis. Der ordentliche Transfer und das kurze Buddy-Interview dürfte für Fans sicherlich genug Kaufanreiz bieten.



Kay Pinno


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