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Banana Joe   

Banana Joe
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Original: Banana Joe   (Italien / USA, 1981)
Laufzeit: 93 Minuten (PAL)
Studio: e-m-s
Regie: Steno
Darsteller: Bud Spencer, Marina Langner, Mario Scarpetta, Gunther Philip u.v.a.
Format: 1.78:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD2.0 Deutsch
Untertitel: -
Extras: Trailer, Biographien, Bildergalerie
Preis: ca. 20 €
Wertung: 3 / 4 / 5 (Bild/Ton/Extras)


"Ein Tag ohne Banane ist wie ein Tag ohne Sonne!"

Und Banana Joe muss das wissen. Schließlich ernährt er sich und seine Großfamilie im Dschungel Südamerikas von nichts anderem. Die Ruhe und Abgeschiedenheit des Bananenhändlers, der nur zum Verkauf seiner Gelbfrüchte mit dem Boot in die Stadt fährt, wird jedoch jäh von einem Vermessungstrupp gestört. Der ruchlose Geschäftsmann und Mobster Toni Torquillo (Gianfranco Barra) will Joes Dorf für eine neue Bananenfabrik platt machen. Das lässt der Dicke mit dem Dampfhammer natürlich nicht zu. Nach dem unsanften Rauswurf der Vermesser muss Joe plötzlich seine Handelslizenz vorweisen. Doch ohne Ausweis und Geburtsurkunde kommt der sympathische Hinterwäldler in der chaotischen Bürokratie der Bananenrepublik nicht weiter. Zudem braucht Joe auch noch Geld, um über die Runden zu kommen. Dabei helfen ihm die hübsche Sängerin Dorianne (Marina Langner, die Zweite bei der Miss World Wahl von 1975 kommt aus Düsseldorf) und ein kleiner Trickbetrüger. Schließlich landet Joe auch noch beim Militär, da er nach seinem Wehrdienst endlich die heiß begehrten Ausweispapiere bekommen soll. Doch auch der böse Torquillo ist Joe auf der Fährte und das verspricht einen Satz heiße Ohren. Unter der Regie von Steno (Platfuß-Serie) läuft Bud Spencer wieder zur Höchstform auf. In seiner Rolle als grundgütiger Hinterwäldler, der auch beim Duschen seine Kleidung nicht ablegt (Zitat: “Wer beim Duschen den Hut absetzt riskiert ‘ne Grippe.”), geht Buddy vollends auf. Fast ein wenig autobiographisch wirkt die Figur von Banana Joe. Schließlich werkelte Bud in jungen Jahren auch in Südamerika an der Panamericana-Autobahn durch den Amazonas-Dschungel. Wieviel eigene Erlebnisse, besonders mit der chaotischen Bürokratie, in dem Film verarbeitet worden sind, kann nur erahnt werden. Für Buddy muss der Film ein schöner nostalgischer Trip in die Vergangenheit gewesen sein. Diese tolle Stimmung merkt man “Banana Joe” in jeder Sekunde an. Mit abwechslungsreichen Settings (Truck-Verfolgungsjagd, Militärepisode) und einem besonders tuckigem Gunther Philip als Modepopanz sowie dem markanten Titelsong aus der Schmiede von Oliver Onions wird der Ausflug in Buddys Bananenrepublik zu einem echten Klassiker.

BILD

Banana Joe

Wieder einmal hat e-m-s einen Spencer/Hill Titel sowohl mit einer Vollbild- als auch mit einer anamorphen Widescreen-Fassung (1.78:1) auf einer zweiseitigen DVD versehen. Die Wahl fällt natürlich auf die Widescreenfassung, die sich eher mittelmäßig präsentiert. Die Vorlage ist noch in relativ gutem Zustand und wurde weitestgehend von Defekten und Dreckspuren befreit. Trotzdem sind immer noch einige kleine Altersspuren zu erkennen. Besonders die Schärfe und der Kontrast lassen vermutlich aufgrund des Ausgangsmaterials etwas zu wünschen übrig. Seicht grieselig und etwas matschig bleibt das Bild hinter den bisherigen Spencer/Hill Erscheinungen etwas zurück. Trotzdem ist der Transfer immer noch gut gelungen. Die Farben sind leuchtend kräftig und der Schwarzlevel ist tief. Dunkle Sequenzen fallen nicht ins Milchige ab. Die Kompression hält das Bild stabil und hässliche Artefakte fern. Ein ordentlicher Transfer, der aufgrund seines Ausgangsmaterials nicht viel mehr hergeben kann.

TON

Banana Joe

Auch der Ton von “Banana Joe” kommt ein bisschen schlechter weg als die bisherigen Veröffentlichungen aus dieser Reihe. Besonders der Titelsong zu Beginn des Films ist gnadenlos dumpf. Danach bessert sich der deutsche Dolby Digital 2.0 (Mono) etwas, aber weist trotzdem noch ein paar leichte Knackser auf. Gelegentlich meldet sich auch ein seichtes Hintergrundrauschen. Auch die deutschen Dialoge, die ansonsten sehr gut zu verstehen sind, variieren leicht in ihrer Klangqualität. An einigen kurzen Stellen wird die Sprache etwas dumpfer als üblich. Surround-Aktivität findet natürlich nicht statt. Trotz dieser Mängel wird der alte Monoton nicht ungenießbar. trotzdem war hier das Ausgangsmaterial wohl nicht ganz von der besten Sorte. Im normalen Stereomodus kann der Film immer noch gut angehört werden.

EXTRAS

Als Extras sind nur Biographien, eine Bildergalerie mit Aushangfotos und ein Trailer auf der Scheibe zu finden. Der Trailer ist wieder in grauenvollem Synchron-Englisch. Da biegt sich jede Banane von selbst wieder gerade.

FAZIT

Bananensaft gibt doppelt Kraft. Bud Spencer mischt mit seinem Platfuß-Regisseur Steno Südamerika auf. Der Titelsong “Banana Joe” ist Kult und die leichtfüßige Atmosphäre zwischen süßen Gelbfrüchten und Kopfnüssen verbreitet ungehemmten Spaß. Bild- und Tonqualität der DVD sind etwas unter dem üblichen Standard, aber der Film ist für jeden selbstrespektierenden Spencer/Hill-Fan ein Muss.



Kay Pinno


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